CO2-Kompensation: Microsofts Greenwashing-Partner ist pleite

Die vermeintliche Klimafreundlichkeit vieler Großunternehmen be­ruht nur teilweise auf einer realen Senkung der Emissionen. Eine große Rolle spielen hier Anbieter von Kompensations-Zertifikaten. Einer der Großen dieses Geschäfts ist nun pleite.
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Bekannte Investoren

CTN Holdings, ein Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Handel mit CO₂-Zertifikaten und ein Ableger der Digitalbank Aspiration, hat Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Laut Gerichtsunterlagen beläuft sich die Schuldenlast auf rund 170 Millionen Dollar, zudem weist das Unternehmen einen kumulierten steuerlichen Verlust von 580 Millionen Dollar aus, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Gegründet wurde Aspiration 2013 von den Unternehmern Andrei Cherney und Joe Sanberg. Die Digitalbank lockte mit nachhaltigen Finanzprodukten und erlangte 2021 eine Bewertung von 2,3 Milliarden Dollar. Zu den prominenten Investoren zählten unter anderem Ex-Microsoft-Chef Steve Ballmer, Schauspieler Leonardo DiCaprio und der Musiker Drake. Doch mit dem Rückgang des Wachstums im digitalen Bankgeschäft verlagerte Aspiration seinen Fokus zunehmend auf den Verkauf von CO₂-Zertifikaten über die Tochter CTN - ein Schritt, der von vielen Beobachtern kritisch gesehen wurde.


CO₂-Zertifikate ermöglichen es Unternehmen, ihren ökologischen Fußabdruck zu kompensieren, etwa durch Investitionen in Aufforstungsprojekte. Zu den namhaften Kunden von CTN gehörten unter anderem Microsoft, Meta und das NBA-Team L.A. Clippers - letzteres befinden sich ebenfalls im Besitz von Steve Ballmer.

Betrugsverdacht gegen Gründer

Der finanzielle Niedergang CTNs verschärfte sich, nachdem im März 2025 Mitgründer Joe Sanberg festgenommen wurde. Ihm wird vorgeworfen, Investoren durch zwei private Kredite in Höhe von mindestens 145 Millionen Dollar betrogen zu haben, die er gegen seine CTN-Anteile absicherte. Obwohl CTN laut Gerichtsunterlagen nicht direkt in Sanbergs mutmaßliches Fehlverhalten verwickelt ist, stellten Investoren bereits im Februar 2025 ihre finanzielle Unterstützung ein - eine Entwicklung, die letztlich zur Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens führte.

In den kommenden 45 Tagen plant CTN nun, seine Vermögenswerte zu versteigern, um Gläubiger zu entschädigen. Zu diesen zählen unter anderem die L.A. Clippers (30 Mio. USD), Forum Entertainment (11 Mio.), die Boston Red Sox (5 Mio.) sowie Technologie- und Beratungsfirmen wie Socure, Feedzai und Slalom.

Zusammenfassung
  • CTN Holdings, CO₂-Zertifikate-Händler, meldet Insolvenz an
  • Schulden von 170 Mio. Dollar, steuerlicher Verlust von 580 Mio
  • Aspiration, Mutterkonzern von CTN, verlagerte Fokus auf CO₂-Handel
  • Microsoft, Meta und L.A. Clippers waren Kunden von CTN Holdings
  • Mitgründer Joe Sanberg wegen Betrugsvorwürfen festgenommen
  • Investoren stellten im Februar 2025 finanzielle Unterstützung ein
  • CTN plant Versteigerung der Vermögenswerte zur Gläubigerentschädigung

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