TinyRetroPad: Ex-Windows-Entwickler baut Notepad in nur 2,5 KB nach

Der Entwickler des Windows Task-Managers, Dave Plummer, hat ein neues Projekt veröffentlicht: Ein Texteditor, der mit winzigen 2,5 Kilobyte auskommt. Das Programm zeigt, wie viel Potenzial im Betriebssystem schlummert.
Hacker, Linux, Cybersecurity, Code, Quellcode, Powershell, Terminal, Shell, Ssh, Kommandozeile, Windows Terminal, cmd, Bash, Script, putty

Minimalismus trifft auf Windows

Dave Plummer, der pensionierte Microsoft-Entwickler, der den Task-Manager entwickelt und an der Veröffentlichung von Space Cadet Pinball mitgewirkt hat, ist bekannt für seine Projekte auch nach dem Ausscheiden bei Microsoft.

Das neueste Projekt heißt TinyRetroPad und ist als Gegenentwurf zu der immer umfangreicher werdenden modernen Softwarelandschaft gedacht. Der winzige Texteditor bietet grundlegende Funktionen für Windows-Nutzer, die auf überladene Anwendungen verzichten möchten. Trotz der extrem geringen Dateigröße bringt das Programm zahlreiche klassische Funktionen mit. Anwender können Dateien öffnen und speichern, Text suchen und ersetzen sowie Dokumente drucken.


Auch eine Auswahl der Schriftart und ein Zeilenumbruch sind integriert. Um den Speicherbedarf so gering zu halten, nutzte der Entwickler den Macro Assembler, kurz MASM, sowie den speziellen Kompressions-Linker Crinkler.

Plummer ist in der IT-Welt kein Unbekannter. Neben dem Windows-Task-Manager programmierte er auch den Dialog zum Formatieren von Datenträgern, der bis heute fast unverändert im System steckt. Mit TinyRetroPad kehrt er zu den Wurzeln der Softwareentwicklung zurück. Das Tool ist stark optimiert, was die direkte Kontrolle über die Systemressourcen ermöglicht. Solche Optimierungen waren in den frühen Tagen der Computertechnik Standard.

Ressourcen des Systems nutzen

Wie Windows Latest berichtet, greift das Programm ausschließlich auf bereits im Betriebssystem vorhandene Komponenten zurück. Die Grundlage bildet das seit Jahrzehnten integrierte Steuerelement RICHEDIT50W. Das Betriebssystem stellt dabei die gesamte Infrastruktur wie Fensterverwaltung, Menüs und die Zwischenablage bereit. Plummer vergleicht sein Arbeitsprinzip mit einem Reisenden, der lediglich mit einer Brotdose und einem Stadtplan anreist, da die Stadt bereits alles Weitere bietet. TinyRetroPadPlummers TinyRetroPad ist minimalisitisch Das heutige Notepad unter Windows 11 fungiert im Gegensatz dazu als Startprogramm für eine moderne Anwendung, deren Gesamtgröße bei etwa fünf Megabyte liegt. Microsoft erweiterte den einst schlanken Editor um Funktionen wie Tabs, Markdown-Unterstützung und Werkzeuge für künstliche Intelligenz. Frühere Versionen unter Windows XP bestanden noch aus einer einzigen Datei mit knapp 65 Kilobyte.

Probleme im produktiven Einsatz

Für den alltäglichen Einsatz ist TinyRetroPad derzeit noch nicht geeignet. Aufgrund der extremen Komprimierung durch den Linker schlagen Antivirenprogramme wie der Windows Defender häufig falschen Alarm. Zudem klagen einige Nutzer über technische Schwierigkeiten. So soll das Programm unter Windows 7 teilweise bis zu 500 Megabyte Arbeitsspeicher verbrauchen, während es unter Windows XP zu Inkompatibilitäten kommt. Eine finale Version existiert bislang nicht.

Wie steht ihr zu dem Trend, dass Standard-Software immer größer wird? Bevorzugt ihr schlanke Programme oder nutzt ihr die neuen Funktionen? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Der frühere Microsoft-Entwickler Dave Plummer stellt TinyRetroPad vor
  • Ein minimalistischer Texteditor als Gegenentwurf zu moderner Software
  • Die Anwendung ist extrem klein und nutzt Windows-Systemkomponenten aus
  • Erreicht durch MASM und den speziellen Kompressions-Linker namens Crinkler
  • Antivirenprogramme stufen die kleine Datei aktuell oft als gefährlich ein
  • Der produktive Einsatz ist aufgrund technischer Probleme noch nicht ratsam

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!