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Schweden will Verschlüsselung von Signal, WhatsApp & Co aushebeln
Die Messaging-App Signal droht mit einem "Rückzug" aus Schweden, sollte die dortige Regierung tatsächlich ein Gesetz erlassen, das den Behörden eine Hintertür verschaffen und damit die Verschlüsselung aushebeln soll. CEO Meredith Whittaker fand klare Worte.
Laut dem schwedischen Fernsehsender SVT fordert das Gesetz, dass Messaging-Anbieter wie Signal oder auch WhatsApp sowohl eine Hintertür integrieren als auch eine Speicherung der von den Nutzern verschickten Nachrichten einführen sollen. Für Whittaker - und so ziemlich jeden anderen logisch denkenden Menschen - stellt diese Forderung einen massiven Angriff auf den eigentlichen Zweck von Signal und anderen verschlüsselten Kommunikationsdiensten dar.
Das neue schwedische Gesetz bedeutet, dass man die Verschlüsselung brechen will, die die Grundlage des gesamten Geschäftsmodells von Signal darstellt. Die Speicherung von Nachrichten der Nutzer würde die gesamte Architektur von Signal untergraben, so Signal-Chefin Whittaker weiter. Einen solchen Schritt werde man bei Signal niemals unternehmen und sich deshalb lieber aus Schweden zurückziehen, sagte sie außerdem.
Es gebe in der heutigen digitalen Welt nur noch wenige Orte, wo man privat und geschützt kommunizieren und so auch auf Missstände hinweisen könne, wird Whittaker zitiert. Hintertüren würden nicht nur "den guten" Zugang verschaffen, sondern auch die Gefahr von Angriffen von Außen schaffen. Sie bezog sich damit auf die von China ausgehenden "Salt Typhoon"-Hacks, bei denen die Kommunikation von ranghohen US-Politikern über die Systeme von mehreren amerikanischen Netzbetreibern abgegriffen wurde.
Allerdings spricht sich sogar das schwedische Militär gegen das geplante Gesetz aus. In einem Schreiben an die Regierung erklärte die schwedische Armee, dass eine Umsetzung nicht ohne potenzielle Sicherheitslücken und Hintertüren möglich ist, die durch Dritte ausgenutzt werden können. Erst kürzlich wies die Militärführung das Personal an, Signal für die sichere Kommunikation zu nutzen, um so die Gefahr von Spionage durch Länder wie Russland oder China zu minimieren.
Auch hierzulande werden Vorratsspeicherung - nichts anderes ist die Forderung nach der Vorhaltung der Nachrichtenverläufe der Signal-User - sowie die Integration staatlicher Backdoors immer wieder diskutiert. Zuletzt war es um das Thema wieder ruhiger geworden, doch Datenschützer gehen davon aus, dass das Thema mit einer CDU-geführten Regierung nun wieder auf den Tisch kommen dürfte.
Nach den "Salt Typhoon"-Hacks hatte sogar der US-Geheimdienst FBI dazu aufgefordert, ausschließlich über verschlüsselte Dienste zu kommunizieren.
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Siehe auch:
Regierung möchte Hintertür & Speicherung
Immer wieder gibt es Bestrebungen verschiedener Regierungen, die Verschlüsselung und damit die sichere Kommunikation bestimmter Messenger-Dienste anzugreifen. In Schweden ist dies derzeit der Fall, denn im März soll ein Gesetz verabschiedet werden, das die Anbieter sicherer Kommunikation verpflichtet, eine technische Backdoor für Ermittlungsbehörden zu schaffen.Laut dem schwedischen Fernsehsender SVT fordert das Gesetz, dass Messaging-Anbieter wie Signal oder auch WhatsApp sowohl eine Hintertür integrieren als auch eine Speicherung der von den Nutzern verschickten Nachrichten einführen sollen. Für Whittaker - und so ziemlich jeden anderen logisch denkenden Menschen - stellt diese Forderung einen massiven Angriff auf den eigentlichen Zweck von Signal und anderen verschlüsselten Kommunikationsdiensten dar.
Das neue schwedische Gesetz bedeutet, dass man die Verschlüsselung brechen will, die die Grundlage des gesamten Geschäftsmodells von Signal darstellt. Die Speicherung von Nachrichten der Nutzer würde die gesamte Architektur von Signal untergraben, so Signal-Chefin Whittaker weiter. Einen solchen Schritt werde man bei Signal niemals unternehmen und sich deshalb lieber aus Schweden zurückziehen, sagte sie außerdem.
Whittaker: Verschlüsselung nur ganz oder gar nicht
Gleiches gilt auch für die wissentliche Integration einer Art behördlich angeordneter Sicherheitslücke, wodurch Signals gesamtes Konzept einer sicheren Kommunikation ausgehöhlt werden würde, erklärte Whittaker. Die Stiftung hinter Signal habe die Aufgabe, eine Technologie anzubieten, die Menschenrechte aufrechterhält, in einer Zeit, in der diese Rechte immer häufiger verletzt werden.Es gebe in der heutigen digitalen Welt nur noch wenige Orte, wo man privat und geschützt kommunizieren und so auch auf Missstände hinweisen könne, wird Whittaker zitiert. Hintertüren würden nicht nur "den guten" Zugang verschaffen, sondern auch die Gefahr von Angriffen von Außen schaffen. Sie bezog sich damit auf die von China ausgehenden "Salt Typhoon"-Hacks, bei denen die Kommunikation von ranghohen US-Politikern über die Systeme von mehreren amerikanischen Netzbetreibern abgegriffen wurde.
Sogar das schwedische Militär widerspricht der Regierung
Die schwedische Politik will mit dem Gesetz, das Signal & Co zu Hintertüren und der Aufzeichnung der Nachrichten der Nutzer zwingen würde, vor allem der Polizei und den Geheimdiensten die Arbeit erleichtern. Die Behörden sollen so an den Nachrichtenverlauf von Tatverdächtigen gelangen können. In Schweden gibt es seit Jahren immer wieder krasse Fälle von Gang-Kriminalität, weshalb die Regierung neue Werkzeuge sucht, um dagegen effektiver vorzugehen.Allerdings spricht sich sogar das schwedische Militär gegen das geplante Gesetz aus. In einem Schreiben an die Regierung erklärte die schwedische Armee, dass eine Umsetzung nicht ohne potenzielle Sicherheitslücken und Hintertüren möglich ist, die durch Dritte ausgenutzt werden können. Erst kürzlich wies die Militärführung das Personal an, Signal für die sichere Kommunikation zu nutzen, um so die Gefahr von Spionage durch Länder wie Russland oder China zu minimieren.
Auch hierzulande werden Vorratsspeicherung - nichts anderes ist die Forderung nach der Vorhaltung der Nachrichtenverläufe der Signal-User - sowie die Integration staatlicher Backdoors immer wieder diskutiert. Zuletzt war es um das Thema wieder ruhiger geworden, doch Datenschützer gehen davon aus, dass das Thema mit einer CDU-geführten Regierung nun wieder auf den Tisch kommen dürfte.
Nach den "Salt Typhoon"-Hacks hatte sogar der US-Geheimdienst FBI dazu aufgefordert, ausschließlich über verschlüsselte Dienste zu kommunizieren.
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Zusammenfassung
- Signal droht mit Rückzug aus Schweden wegen geplanter Gesetze
- Schwedisches Gesetz soll Messaging-Anbieter zu Backdoors verpflichten
- Signal-CEO: Verschlüsselung ist Grundlage des Geschäftsmodells
- Schwedische Regierung will Polizei und Geheimdiensten Zugang ermöglichen
- Schwedisches Militär warnt vor Sicherheitsrisiken durch Hintertüren
- Vorratsdatenspeicherung und Backdoors auch in Deutschland diskutiert
- FBI empfiehlt nach 'Salt Typhoon'-Hacks verschlüsselte Kommunikation
Siehe auch:
- Das Ende der Verschlüsselung? Apple soll UK vollen Cloud-Zugriff geben
- Zugang für uns, nicht für China: FBI fordert unmögliche Verschlüsselung
- Windows 11: BitLocker-Verschlüsselung wird mit 24H2 zum Standard
- Europol sieht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung kritisch, EU soll handeln
- Apple iMessage bekommt "quantenresistente" PQ3-Verschlüsselung
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