Das Ende der Verschlüsselung? Apple soll UK vollen Cloud-Zugriff geben
Geht es nach der britischen Regierung, muss Apple in seine Dienste eine Hintertür integrieren, mit der die Behörden die Cloud-Accounts aller Apple-Kunden einsehen können. Es spielt keine Rolle, ob die Nutzer Briten sind - das Vereinigte Königreich will weltweit schnüffeln dürfen.
Dabei verlangt die britische Regierung angeblich vollumfänglichen Zugriff zu praktisch jedem beliebigen Zeitpunkt - und das nicht nur für die Apple-Konten von britischen Staatsbürgern oder Hilfe in Einzelfällen. Stattdessen will man jederzeit vollen Zugriff auf die Cloud-Daten von Apple-Kunden aus der ganzen Welt erlangen, heißt es.
Auf diese Weise kann Apple selbst bei entsprechenden Aufforderungen durch die Behörden keinerlei Zugriff auf die Konten einzelner Nutzer bieten. Bei regulären Konten muss und kann Apple bei entsprechenden Anfragen der Ermittlungsbehörden Daten an diese herausgeben, ohne seine Kunden darüber zu informieren.
Damit wäre die "Order" aus Großbritannien aber nicht vollständig erfüllt, schließlich verlangen die Briten auch Zugriff auf die Daten von Kunden aus beliebigen anderen Ländern, heißt es in dem Bericht.
Das Büro des britischen Innenministers habe Apple eine sogenannte "Technical Capability Notice" zukommen lassen, in der das Unternehmen unter Berufung auf das sogenannte UK Investigatory Powers Act von 2016 Erfüllung der oben beschriebenen Anforderungen aufgefordert wird. Das Gesetz erlaubt es den britischen Strafverfolgungsbehörden, von Firmen Unterstützung bei der Suche nach Beweisen für Straftaten einzufordern.
Apple darf seine Kunden außerdem offiziell nicht darüber informieren, dass die Verschlüsselung bei der Speicherung ihrer Daten auf den Servern des Unternehmens nicht mehr sicher ist. Die Briten hatten schon im März 2024 angedeutet, dass man Apple mit einer entsprechenden Anweisung zur Einrichtung einer Hintertür zwingen könnte. Apple reagierte damals mit Ablehnung und erklärte, dass die britische Regierung kein Recht habe, für alle Bürger der Welt darüber zu entscheiden, ob sie von den Sicherheitsvorteilen einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung profitieren sollten.
Die britischen Behörden sind mit ihrem Wunsch, dass die großen Technologiekonzerne die Kommunikation und die Daten ihrer Kunden möglichst nicht voll verschlüsselt übertragen oder speichern, natürlich nicht allein. Auch aus Deutschland, den USA und diversen anderen Ländern ist immer wieder die Forderung nach "Hintertüren" in der Verschlüsselung zu hören.
Als aber kürzlich in den USA bekannt wurde, dass staatliche chinesische Hacker sich unerlaubten Zugang zu den Systemen großer Telefongesellschaften verschafft und dabei unter anderem Daten zu Gesprächen des inzwischen wieder zum US-Präsidenten gewählten Donald Trump und anderer ranghoher Regierungsvertreter erlangen konnten, gab es selbst in den USA eine Kehrtwende. Seitdem forderte selbst das FBI alle Bürger auf, möglichst immer voll verschlüsselte Dienste zu nutzen.
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Siehe auch:
Apple soll vollumfänglichen Zugriff auf verschlüsselte Cloud bieten
Wie die Washington Post unter Berufung auf Quellen aus dem Umfeld der von der Labor-Partei geführten britischen Regierung unter Premierminister Keir Starmer berichtet, hat Apple hinter verschlossenen Türen die Anweisung erhalten, eine Möglichkeit zu schaffen, um vollen Zugriff auf die von Apple-Kunden auf Cloud-Servern des Unternehmens gespeicherten Daten zu ermöglichen.Dabei verlangt die britische Regierung angeblich vollumfänglichen Zugriff zu praktisch jedem beliebigen Zeitpunkt - und das nicht nur für die Apple-Konten von britischen Staatsbürgern oder Hilfe in Einzelfällen. Stattdessen will man jederzeit vollen Zugriff auf die Cloud-Daten von Apple-Kunden aus der ganzen Welt erlangen, heißt es.
Advanced Data Protection im Visier
Konkret geht es bei der Kooperationsanweisung der britischen Regierung um die sogenannte "Advanced Data Protection", bei der Apple seinen Kunden eine E2E-Verschlüsselung ihrer Cloud-Daten auf seinen Servern ermöglicht. Dabei handelt es sich um eine seit 2022 verfügbare Zusatzoption für Apples iCloud-Speicher, bei der alle Daten vollständig verschlüsselt abgelegt und übertragen werden.Auf diese Weise kann Apple selbst bei entsprechenden Aufforderungen durch die Behörden keinerlei Zugriff auf die Konten einzelner Nutzer bieten. Bei regulären Konten muss und kann Apple bei entsprechenden Anfragen der Ermittlungsbehörden Daten an diese herausgeben, ohne seine Kunden darüber zu informieren.
Apple müsste Speicher mit E2E-Verschlüsselung aufgeben
Apple wird allerdings wahrscheinlich nicht sein gegenüber den Kunden seiner Cloud-Services gegebenes Versprechen brechen, dass ihre Daten bei dem Unternehmen sicher abgelegt sind. Stattdessen dürfte Apple laut den Quellen eher darauf verzichten, im Vereinigten Königreich überhaupt weiterhin verschlüsselte Speicherdienstleistungen anzubieten.Damit wäre die "Order" aus Großbritannien aber nicht vollständig erfüllt, schließlich verlangen die Briten auch Zugriff auf die Daten von Kunden aus beliebigen anderen Ländern, heißt es in dem Bericht.
Das Büro des britischen Innenministers habe Apple eine sogenannte "Technical Capability Notice" zukommen lassen, in der das Unternehmen unter Berufung auf das sogenannte UK Investigatory Powers Act von 2016 Erfüllung der oben beschriebenen Anforderungen aufgefordert wird. Das Gesetz erlaubt es den britischen Strafverfolgungsbehörden, von Firmen Unterstützung bei der Suche nach Beweisen für Straftaten einzufordern.
Apple kann geheimen Einspruch einlegen
Kurioserweise stellt das Gesetz es auch unter Strafe, überhaupt bekannt werden zu lassen, dass die Regierung entsprechende Aufforderungen an Unternehmen verschickt hat. Apple hat nun angeblich die Möglichkeit, sich hinter verschlossenen Türen zu dem Thema zu äußern und Einspruch gegen die amtliche Aufforderung einzulegen. Allerdings muss der Konzern dennoch umgehend Maßnahmen einleiten, um der Aufforderung der britischen Regierung nachzukommen.Apple darf seine Kunden außerdem offiziell nicht darüber informieren, dass die Verschlüsselung bei der Speicherung ihrer Daten auf den Servern des Unternehmens nicht mehr sicher ist. Die Briten hatten schon im März 2024 angedeutet, dass man Apple mit einer entsprechenden Anweisung zur Einrichtung einer Hintertür zwingen könnte. Apple reagierte damals mit Ablehnung und erklärte, dass die britische Regierung kein Recht habe, für alle Bürger der Welt darüber zu entscheiden, ob sie von den Sicherheitsvorteilen einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung profitieren sollten.
Die britischen Behörden sind mit ihrem Wunsch, dass die großen Technologiekonzerne die Kommunikation und die Daten ihrer Kunden möglichst nicht voll verschlüsselt übertragen oder speichern, natürlich nicht allein. Auch aus Deutschland, den USA und diversen anderen Ländern ist immer wieder die Forderung nach "Hintertüren" in der Verschlüsselung zu hören.
Als aber kürzlich in den USA bekannt wurde, dass staatliche chinesische Hacker sich unerlaubten Zugang zu den Systemen großer Telefongesellschaften verschafft und dabei unter anderem Daten zu Gesprächen des inzwischen wieder zum US-Präsidenten gewählten Donald Trump und anderer ranghoher Regierungsvertreter erlangen konnten, gab es selbst in den USA eine Kehrtwende. Seitdem forderte selbst das FBI alle Bürger auf, möglichst immer voll verschlüsselte Dienste zu nutzen.
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Zusammenfassung
- Britische Regierung fordert Hintertür in Apples Cloud-Diensten
- Zugriff auf weltweite Kundendaten gefordert, nicht nur britische
- Betrifft 'Advanced Data Protection' mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
- Apple könnte verschlüsselte Dienste in Großbritannien einstellen
- Anordnung basiert auf dem UK Investigatory Powers Act von 2016
- Apple darf Kunden nicht über mögliche Sicherheitslücken informieren
- Auch andere Länder fordern 'Hintertüren' in Verschlüsselungssystemen
Siehe auch:
- Apple iMessage bekommt "quantenresistente" PQ3-Verschlüsselung
- Apple führt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung u.a. für iCloud-Backups ein
- iPhone-Verschlüsselung: FBI und US-Justiz motzen über Apple
- Apple baut Ende-zu-Ende-Verschlüsselung deutlich aus
- Nach Druck des FBI? Apple ließ Pläne zu iCloud-Verschlüsselung fallen
Thema:
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