Peinlich: Musk schimpft auf Sozialsystem, weil er COBOL nicht versteht
Elon Musks Doge-Team hat bei der Untersuchung des US-Sozialsystems vermeintlich Skandalöses entdeckt: 150-jährige Sozialhilfeempfänger. Doch das entpuppt sich als peinliches Missverständnis, das mit einer alten Programmiersprache zusammenhängt.
Das Doge-Team, bestehend aus jungen Silicon-Valley-Ingenieuren, stieß bei der Analyse der Sozialsysteme auf zahlreiche Einträge von Personen, die scheinbar über 150 Jahre alt sind - der höchste Datenbankeintrag hatte die Altersspanne von 360 bis 369. Musk bezeichnete das auf Twitter/X umgehend als Beweis für weitreichenden Betrug und Ineffizienz: "Wir haben Leute im System, die etwa 150 Jahre alt sind. Kennen Sie jemanden, der 150 ist? Ich nicht."
COBOL, entwickelt in den 1950er Jahren, ist noch immer das Rückgrat vieler Regierungssysteme. Die Sprache wurde speziell für Geschäftsanwendungen konzipiert und zeichnet sich durch ihre Lesbarkeit aus. Allerdings ist sie heute kaum noch Teil der Informatik-Ausbildung, was zu einem Mangel an Experten führt - wie man zuletzt auch in der Pandemie gesehen hat.
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Nicht Sozialbetrug, sondern COBOL
Elon Musks Department of Government Efficiency (Doge) sorgte in jüngster Vergangenheit - angeblich und unter eigenen Anhängern wohlgemerkt - für enormes Aufsehen, und zwar mit der Behauptung, massiven Betrug im US-Sozialsystem aufgedeckt zu haben. Angeblich würden Hunderttausende 150-Jährige (und ältere) noch Leistungen beziehen. Doch Experten widersprechen: Die vermeintliche Entdeckung sei auf ein Missverständnis der zugrundeliegenden Programmiersprache zurückzuführen.Das Doge-Team, bestehend aus jungen Silicon-Valley-Ingenieuren, stieß bei der Analyse der Sozialsysteme auf zahlreiche Einträge von Personen, die scheinbar über 150 Jahre alt sind - der höchste Datenbankeintrag hatte die Altersspanne von 360 bis 369. Musk bezeichnete das auf Twitter/X umgehend als Beweis für weitreichenden Betrug und Ineffizienz: "Wir haben Leute im System, die etwa 150 Jahre alt sind. Kennen Sie jemanden, der 150 ist? Ich nicht."
"'Schuld' ist die Programmiersprache Cobol
Wie das Technologiemagazin Wired berichtet (via derStandard), handelt es sich bei den vermeintlichen Methusalems um eine Eigenheit der verwendeten Programmiersprache COBOL ("Common Business-Oriented Language"). Das Social Security System nutzt eine Version von COBOL, die bei fehlenden Geburtsdaten auf ein Referenzdatum von 1875 zurückgreift. Dies erklärt die scheinbar unmöglichen Altersangaben. COBOL selbst besitzt keinen Datumstyp, was die Notwendigkeit einer manuell gewählten Referenz erklärt.COBOL, entwickelt in den 1950er Jahren, ist noch immer das Rückgrat vieler Regierungssysteme. Die Sprache wurde speziell für Geschäftsanwendungen konzipiert und zeichnet sich durch ihre Lesbarkeit aus. Allerdings ist sie heute kaum noch Teil der Informatik-Ausbildung, was zu einem Mangel an Experten führt - wie man zuletzt auch in der Pandemie gesehen hat.
Risiken voreiliger Modernisierung
Experten warnen vor den Gefahren überstürzter Eingriffe in diese komplexen Systeme. Thomas Drake, ehemaliger NSA-Mitarbeiter, erklärte gegenüber Wired:DOGE geht mit der Abrissbirne in diese Behörden, ohne die Geschäftslogik und Struktur hinter dem Code zu verstehen. Das birgt echte Risiken für die Privatsphäre und persönliche Daten von Millionen Menschen.Während Musk "maximale Transparenz" verspricht, bleiben konkrete Belege für die angeblichen Einsparungen durch Doge bisher aus. Die angekündigte Veröffentlichung von Ergebnissen wurde mehrfach verschoben.
Zusammenfassung
- Musks Doge-Team behauptet fälschlich, Betrug im US-Sozialsystem entdeckt zu haben
- Vermeintliche 150-jährige Leistungsempfänger entpuppen sich als Missverständnis
- Ursache ist die Verwendung der alten Programmiersprache COBOL im Sozialsystem
- COBOL greift bei fehlenden Geburtsdaten auf ein Referenzdatum von 1875 zurück
- Experten warnen vor überstürzten Eingriffen in komplexe Regierungssysteme
- Musk verspricht Transparenz, bleibt aber konkrete Belege für Einsparungen schuldig
- Mangel an COBOL-Experten erschwert Wartung und Modernisierung alter Systeme
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