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Geologen: Unterirdische Wasserstoffvorkommen reichen Jahrhunderte

Ein internationales Forscherteam hat eine spektakuläre Ent­de­ckung gemacht: Unter der Erdoberfläche befinden sich schät­zungs­wei­se 6,2 Billionen Tonnen Wasserstoff - eine Men­ge, die die be­kann­ten Öl­re­ser­ven um das 261-fache übersteigt.
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Enorme Potenziale

Die Ergebnisse der Untersuchung, geleitet von Geoffrey Ellis, einem Geochemiker des US Geological Survey (USGS), wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht. Laut Ellis könnte bereits ein Bruchteil dieser Reserven ausreichen, um die globale Energieversorgung nachhaltig zu sichern.

"Nur 2 Prozent der entdeckten Wasserstoffvorräte - rund 124 Milliarden Tonnen - könnten den weltweiten Bedarf decken, um für mehrere Hundert Jahre klimaneutral zu werden", so Ellis gegenüber LiveScience. Dieser Wasserstoff enthält etwa doppelt so viel Energie wie alle bekannten Erdgasreserven der Erde.


Wasserstoff gilt als saubere Energiequelle mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, von der Betankung von Fahrzeugen über die Stromerzeugung bis hin zur industriellen Nutzung. Angesichts der Bemühungen, den Klimawandel einzudämmen, prognostizieren Experten, dass Wasserstoff in Zukunft bis zu 30 Prozent des globalen Energiebedarfs decken könnte.

Bisher gingen Forschende davon aus, dass Wasserstoff in der Erdkruste leicht entweicht. Doch neue Entdeckungen großer Vorkommen in Westafrika und in einer albanischen Chrommine haben dieses Verständnis verändert. Ellis und seine Kollegin Sarah Gelman entwickelten ein Modell, das die Produktion von Wasserstoff im Untergrund, mögliche Verluste und die Speicherung in Reservoirs berücksichtigt. Das wahrscheinlichste Szenario: 6,2 Billionen Tonnen Wasserstoff weltweit.

Förderung schwierig

Ein großer Vorteil des natürlichen Wasserstoffs gegenüber synthetischem "grünem" oder "blauem" Wasserstoff liegt in seiner sofortigen Verfügbarkeit. "Man kann ihn einfach fördern, ohne aufwendige Speicherlösungen", betont Ellis. Dennoch bleibt die Erschließung der Vorkommen eine Herausforderung, da viele Reserven in großer Tiefe oder in schwer zugänglichen Gebieten liegen.

Trotz des Potenzials mahnen Experten zur Vorsicht. Professor Bill McGuire von der University College London argumentiert, dass die globale Förderung solcher Ressourcen eine massive Initiative erfordern würde, für die die Zeit fehlt. Er plädiert dafür, stattdessen stärker auf erneuerbare Energien wie Wind- und Solarenergie zu setzen. Der Aufbau einer Förder-Industrie könnte allerdings einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Verfügbarkeit und den Preis der Ressource zukünftig spürbar zu optimieren.

Zusammenfassung
  • Forscher entdecken 6,2 Billionen Tonnen Wasserstoff unter der Erde
  • Entdeckte Menge übersteigt bekannte Ölreserven um das 261-Fache
  • Nur 2 % könnten weltweiten Bedarf für Jahrhunderte klimaneutral decken
  • Wasserstoff könnte künftig 30 % des globalen Energiebedarfs abdecken
  • Entdeckungen in Westafrika und Albanien verändern bisherige Annahmen
  • Natürlicher Wasserstoff ist sofort verfügbar, Förderung bleibt schwierig
  • Experten mahnen zur Vorsicht und empfehlen erneuerbare Energien

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