In Posen fielen gleichzeitig alle öffentlichen Wasserstoffbusse aus

Im polnischen Posen kam es Anfang dieser Woche zu einem außer­gewöhnlichen Vorfall: Alle 25 Wasserstoffbusse der Stadt fielen gleich­zeitig aus. Als Ursache wird verunreinigter Treibstoff vermutet. Die Panne wirft Fragen zur Alltagstauglichkeit der Technologie auf.
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Massiver Ausfall der Wasserstoffflotte

In der polnischen Stadt Posen bzw. Poznan ereignete sich am Montag ein beispielloser und höchst ungewöhnlicher Zwischenfall im öffentlichen Nahverkehr. Alle 25 Wasserstoffbusse der Stadt mussten aus dem Verkehr gezogen werden. Die Bordcomputer meldeten in allen Fahrzeugen eine Störung der Stromversorgung, was zu einer sofortigen Stilllegung der gesamten Wasserstoffflotte führte, und zwar gleichzeitig.

Der Vorfall löste eine Kettenreaktion aus. MPK Poznan, der städtische Verkehrsbetrieb, musste umgehend Dieselbusse als Ersatz einsetzen, um den Nahverkehr aufrechtzuerhalten. Dies führte nicht nur zu logistischen Herausforderungen, sondern auch zu einer vorübergehenden Erhöhung der Schadstoffemissionen - ein Rückschlag für die Bemühungen der Stadt, umweltfreundlicher zu werden.


Wie die polnische Zeitung Wyborcza berichtet (via Electrek), arbeiten MPK Poznan, der Bushersteller Solaris und der Treibstofflieferant gemeinsam an der Aufklärung des Vorfalls. Ein Sprecher von Solaris erklärte, dass die Stadtbusse extrem reinen Wasserstoff für ihren Betrieb benötigen.

Die Reinheit des Wasserstoffs muss 99,97 Prozent erreichen. Das bedeutet, dass der Wasserstoff nur 0,03 Prozent Beimischung anderer Gase haben darf
Sprecher von Solaris

Vermutete Ursache und Untersuchungen

Die Vermutung liegt nahe, dass verunreinigter Wasserstoff die Ursache für den Massenausfall sein könnte. Derzeit werden Proben des Treibstoffs in unabhängigen Laboren untersucht. Die Tankstelle, die alle 25 Busse mit Wasserstoff versorgt, wird vom polnischen Ölraffinerie-Unternehmen Orlen betrieben.

Solaris Bus & Coach, mit Hauptsitz in Bolechowo nahe Poznan, ist Europas führender Anbieter von Wasserstoff-Brennstoffzellenbussen. Die geografische Nähe erklärt die enge Zusammenarbeit zwischen dem lokalen Verkehrsbetrieb und dem Bushersteller.

Man muss an dieser Stelle fairerweise betonen, dass Vorfälle wie dieser selten sind. Im Gegenteil: Solaris hatte bisher eine nahezu makellose Bilanz. Und natürlich stehen auch Dieselbusse immer wieder einmal in der Werkstatt. Und dennoch: Der Vorfall könnte und dürfte das Vertrauen in die Technologie erschüttern, vor allem deshalb, weil das Problem so viele Fahrzeuge gleichzeitig aus dem buchstäblichen Verkehr gezogen hat.

Zum Vergleich: In der EU wurden im Jahr 2024 etwa 16.750 batterieelektrische Busse registriert, dem stehen nur 378 Wasserstoffbusse gegenüber. Weltweit sind etwa 5600 Wasserstoffbusse im Einsatz, wobei bemerkenswerte 93,7 Prozent davon in China unterwegs sind.

Was denkt ihr über diesen Vorfall? Haben Wasserstoffbusse trotz solcher Herausforderungen eine Zukunft im öffentlichen Nahverkehr? Oder seht ihr die Batterietechnologie als überlegene Alternative? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • 25 Wasserstoffbusse in Posen fallen gleichzeitig wegen Störung aus
  • Verunreinigter Treibstoff wird als mögliche Ursache vermutet
  • Dieselbusse mussten als Ersatz eingesetzt werden
  • Wasserstoff für Busse muss extrem rein sein (99,97 Prozent)
  • Vorfall könnte Vertrauen in Wasserstofftechnologie erschüttern
  • EU: 16.750 E-Busse vs. nur 378 Wasserstoffbusse im Jahr 2024
  • 93,7 Prozent der weltweiten Wasserstoffbusse fahren in China

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