Grüner Wasserstoff wird in Deutschland erst einmal ziemlich teuer
Wasserstoff wird in der Energiewende eine zentrale Rolle spielen. Die Weichen dafür sind auch in Deutschland inzwischen gestellt. Hierzulande wird das Gas in seiner grünen Variante aber voraussichtlich teurer sein als in vielen anderen Ländern.
Nachhaltige Energieträger werden demnach "kurz- bis mittelfristig noch knapp und in Deutschland auch längerfristig noch teuer sein", hieß es. Denn die Bundesregierung habe die Ausbauziele zwar von fünf auf zehn Gigawatt verdoppelt, aktuell liegt die installierte Leistung der Elektrolyseure in Deutschland aber bei nicht einmal 0,1 Gigawatt.
Selbst wenn der Ausbau bald schneller vorangeht, wird dies aber wohl kaum schnell genug vonstattengehen, während parallel die Nachfrage bereits einsetzt - in der Wirtschaft sind die Signale immerhin längst angekommen und vor allem Chemie- und Stahlindustrie rüsten bereits um.
Entsprechend groß dürfte hier der Bedarf an Importen sein, die natürlich teurer sind als der lokal hergestellte Wasserstoff. Zumindest dürfte es, abgesehen vom Preis, aber kein Problem bei der Beschaffung geben: Staaten mit größeren Potenzialen für die Nutzung von erneuerbaren Energien, die Wasserstoff produzieren, gibt es zunehmend - Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kanada, Brasilien und Chile werden hier explizit benannt.
Entsprechend gehen die Forscher davon aus, dass Wasserstoff auch nur dort eingesetzt werden wird, wo es keine Alternativen gibt. Das ist beispielsweise bei der Stahlherstellung ohne Kohle oder bei Prozessen in der Chemieindustrie der Fall. Als Treibstoff für Autos oder Brennstoff für Heizungen ist der Wasserstoff hingegen schlicht nicht konkurrenzfähig.
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Andere haben mehr Potenziale
Zu diesem Ergebnis kamen Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) in einer Analyse, die sie für ihren Wasserstoff-Potenzialatlas durchführten und die dem Spiegel vorab vorliegt. Der Grund dafür ist recht einfach: Insbesondere die inländische Produktion wird lange nicht in der Lage sein, die Nachfrage auch nur annähernd zu decken.Nachhaltige Energieträger werden demnach "kurz- bis mittelfristig noch knapp und in Deutschland auch längerfristig noch teuer sein", hieß es. Denn die Bundesregierung habe die Ausbauziele zwar von fünf auf zehn Gigawatt verdoppelt, aktuell liegt die installierte Leistung der Elektrolyseure in Deutschland aber bei nicht einmal 0,1 Gigawatt.
Selbst wenn der Ausbau bald schneller vorangeht, wird dies aber wohl kaum schnell genug vonstattengehen, während parallel die Nachfrage bereits einsetzt - in der Wirtschaft sind die Signale immerhin längst angekommen und vor allem Chemie- und Stahlindustrie rüsten bereits um.
Entsprechend groß dürfte hier der Bedarf an Importen sein, die natürlich teurer sind als der lokal hergestellte Wasserstoff. Zumindest dürfte es, abgesehen vom Preis, aber kein Problem bei der Beschaffung geben: Staaten mit größeren Potenzialen für die Nutzung von erneuerbaren Energien, die Wasserstoff produzieren, gibt es zunehmend - Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kanada, Brasilien und Chile werden hier explizit benannt.
Nichts für die Heizung
In Europa gibt es mit Spanien (Solar) und Großbritannien (Wind) aber eben Länder, in denen viel größere Potenziale zur Herstellung grünen Stroms verfügbar sind. Diese können damit rechnen, grünen Wasserstoff zu Preisen von rund 70 Euro pro Megawattstunde verfügbar zu haben. In Deutschland muss man hingegen mit 130 Euro rechnen. Das ist noch deutlich teurer als das klimaschädliche Erdgas, das aktuell für rund 34 Euro pro Megawattstunde zu bekommen ist.Entsprechend gehen die Forscher davon aus, dass Wasserstoff auch nur dort eingesetzt werden wird, wo es keine Alternativen gibt. Das ist beispielsweise bei der Stahlherstellung ohne Kohle oder bei Prozessen in der Chemieindustrie der Fall. Als Treibstoff für Autos oder Brennstoff für Heizungen ist der Wasserstoff hingegen schlicht nicht konkurrenzfähig.
Zusammenfassung
- Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle in der Energiewende Deutschlands
- Grüner Wasserstoff wird in Deutschland erst einmal teurer als in anderen Ländern
- Inländische Produktion kann Nachfrage nicht annähernd decken
- Ausbau der Elektrolyseure geht langsamer voran als geplant
- Große Importabhängigkeit führt zu höheren Preisen für Wasserstoff
- Spanien und Großbritannien haben größeres Potenzial für günstigen H2
- Einsatz von Wasserstoff nur in Bereichen ohne Alternativen erwartet
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Christian Kahle
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