Blizzard-Co-Gründer über Abschied:
Hatte Kämpfe mit Bobby Kotick satt
Mike Morhaime, Mitbegründer von Blizzard Entertainment, verließ das Unternehmen 2018. Ein neues Buch enthüllt die Hintergründe seines Abgangs: Spannungen und jahrelange Auseinandersetzungen mit dem umstrittenen Activision-CEO Bobby Kotick.
Morhaime, der Blizzard 1991 mit Studienkollegen gründete, versuchte jahrelang, die Unabhängigkeit des Studios gegenüber Activision zu wahren. Die Spannungen erreichten 2013 einen Höhepunkt, als Blizzard das ambitionierte Projekt Titan einstellen musste - ein FPS-MMO, das als (indirekter) Nachfolger von World of Warcraft geplant war. Der Fehlschlag, der Blizzard etwa 80 Millionen Dollar kostete, veranlasste Activision zu verstärkten Kontrollmaßnahmen.
Morhaime verteidigte weiterhin Blizzards Unabhängigkeit und die Notwendigkeit von Abteilungen wie dem Kundendienst und dem Cinematics-Team. Er sah die kreative Freiheit und die einzigartige Kultur des Studios in Gefahr. In einem ausführlichen E-Mail an Kotick 2018 betonte Morhaime die Bedeutung der Blizzard-Kultur für den anhaltenden Erfolg und die Fähigkeit, Top-Talente anzuziehen.
Die immer wieder beschworene "Blizzard-Kultur" hat allerdings einen ziemlich fahlen Beigeschmack: Denn das Studio geriet 2021 in Turbulenzen, als eine Klage des Staates Kalifornien Blizzard systematische sexuelle Belästigung und Diskriminierung vorwarf und zu einer Lawine an Vorwürfen führte. Morhaime äußerte sich später dazu und entschuldigte sich bei den betroffenen Mitarbeiterinnen.
Die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft für 69 Milliarden Dollar im Jahr 2022 markierte das Ende einer Ära. Bobby Kotick trat im Dezember 2023 als CEO zurück, womit ein langjähriger Machtkampf in der Spieleindustrie endete.
Siehe auch:
Machtkampf in der Spielebranche
Mike Morhaime, Mitbegründer und langjähriger Präsident von Blizzard Entertainment, hat den Entwickler von WoW, Diablo und Co. vor einigen Jahren etwas überraschend verlassen und nun ist genauer bekannt, was der Grund dafür war: Auseinandersetzungen mit Bobby Kotick, dem damaligen CEO von Activision. Diese brisanten Details enthüllt das demnächst erscheinende Buch "Play Nice: The Rise And Fall Of Blizzard Entertainment" von Bloomberg-Reporter Jason Schreier.Morhaime, der Blizzard 1991 mit Studienkollegen gründete, versuchte jahrelang, die Unabhängigkeit des Studios gegenüber Activision zu wahren. Die Spannungen erreichten 2013 einen Höhepunkt, als Blizzard das ambitionierte Projekt Titan einstellen musste - ein FPS-MMO, das als (indirekter) Nachfolger von World of Warcraft geplant war. Der Fehlschlag, der Blizzard etwa 80 Millionen Dollar kostete, veranlasste Activision zu verstärkten Kontrollmaßnahmen.
Kulturelle Unterschiede und finanzielle Prioritäten
In der Folge drängte Activision darauf, dass Blizzard einen Finanzchef einstellt. Die Wahl fiel auf Armin Zerza, der zuvor in der Konsumgüterindustrie tätig war. Zerza konzentrierte sich stark auf Gewinnmaximierung und stellte sogar die Existenzberechtigung der beliebten BlizzCon-Fanconvention infrage. Dies führte zu Konflikten mit der etablierten Unternehmenskultur bei Blizzard. Infografik Warcraft, Diablo & Co.: Die Geschichte von Activision Blizzard
Morhaime verteidigte weiterhin Blizzards Unabhängigkeit und die Notwendigkeit von Abteilungen wie dem Kundendienst und dem Cinematics-Team. Er sah die kreative Freiheit und die einzigartige Kultur des Studios in Gefahr. In einem ausführlichen E-Mail an Kotick 2018 betonte Morhaime die Bedeutung der Blizzard-Kultur für den anhaltenden Erfolg und die Fähigkeit, Top-Talente anzuziehen.
Ich glaube, dass die Bewahrung der Kultur und Magie von Blizzard eine Notwendigkeit ist, um den Vorteil von Activision Blizzard zu erhalten, eine Organisation zu haben, die die besten kreativen Talente der Welt anziehen und halten und die ständig Spiele und Erfahrungen von höchster Qualität produzieren kann. Dass Blizzard eine stabile Zukunft hat, wurde immer schwieriger an die Führung von Blizzard und den Mitarbeitern zu vermitteln.
Ende einer Ära
Obwohl Morhaime bereits 2017 ein Rücktrittsgesuch eingereicht hatte, wurde er zunächst zum Bleiben überredet. Nach einem "One ABK"-Meeting im Frühjahr 2018, das die engere Zusammenarbeit zwischen Activision, Blizzard und King zum Ziel hatte, kündigte Morhaime schließlich im Oktober seinen Rücktritt an. Morhaime gründete 2020 ein neues Spielestudio und Publisher namens Dreamhaven.Die immer wieder beschworene "Blizzard-Kultur" hat allerdings einen ziemlich fahlen Beigeschmack: Denn das Studio geriet 2021 in Turbulenzen, als eine Klage des Staates Kalifornien Blizzard systematische sexuelle Belästigung und Diskriminierung vorwarf und zu einer Lawine an Vorwürfen führte. Morhaime äußerte sich später dazu und entschuldigte sich bei den betroffenen Mitarbeiterinnen.
Die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft für 69 Milliarden Dollar im Jahr 2022 markierte das Ende einer Ära. Bobby Kotick trat im Dezember 2023 als CEO zurück, womit ein langjähriger Machtkampf in der Spieleindustrie endete.
Zusammenfassung
- Mike Morhaime verließ Blizzard 2018 nach Konflikten mit Bobby Kotick
- Neues Buch von Jason Schreier enthüllt Hintergründe zu Morhaimes Abgang
- Spannungen seit 2013, besonders nach Scheitern des Projekts Titan
- Activision drängte auf Gewinnmaximierung und Kontrolle bei Blizzard
- Morhaime betonte 2018 in E-Mail an Kotick die Wichtigkeit der Blizzard-Kultur
- Morhaime gründete 2020 das Spielestudio Dreamhaven
- Bobby Kotick trat im Dezember 2023 als CEO von Activision Blizzard zurück
Siehe auch:
- Blizzard hat einen neuen Anlauf zu einem StarCraft-Shooter genommen
- Blizzard kassiert: Spieler kaufen für 10 Mio. im Monat Skins in Diablo 4
- Microsoft und Blizzard: Neue Ära mit Fokus auf kleine Spiele-Perlen
- Blizzard und Diablo-Fan Whoopi Goldberg rauchen die Friedenspfeife
- WoW: The War Within - Blizzard verteilt die ersten Alpha-Einladungen
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