Kaspersky-Software wird in den USA automatisch durch UltraAV ersetzt

Die schon vor einigen Wochen angekündigte Umstellung von Kaspersky auf UltraAV in den USA hat begonnen. Nutzer berichten von einer auto­ma­ti­schen Installation des neuen Antivirenprogramms - viele wundern sich aber trotz vorheriger Bekanntgabe.
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Kaspersky-Nutzer überrascht: UltraAV taucht plötzlich auf

Kaspersky-Nutzer in den USA erleben derzeit eine überraschende Veränderung auf ihren Computern. Wie Neowin berichtet, finden viele Anwender plötzlich die Antivirensoftware UltraAV auf ihren Systemen vor, während Kaspersky verschwunden ist. Diese unerwartete und vor allem selbstständig durchgeführte Umstellung sorgt für Verwirrung bei Betroffenen.

Der Hintergrund dieser Aktion geht auf Juni 2023 zurück: Damals verhängte die US-Regierung ein Verbot gegen das russische Unternehmen. Als Konsequenz daraus kündigte Kaspersky an, seine Aktivitäten in den Vereinigten Staaten einzustellen, zudem wurde das gesamte US-Personal entlassen.

Um den etwa eine Million US-Kunden weiterhin Schutz zu bieten, wurde eine Lösung gefunden: Die Nutzer werden an UltraAV "übergeben", ein Produkt der Pango Group. Neill Feather, Präsident und COO von Pango, bestätigte gegenüber Axios diese Übereinkunft. Ziel war es, den Kunden auch nach dem 29. September Sicherheitsupdates zu ermöglichen - ein Datum, ab dem Kaspersky offiziell keine Unterstützung mehr leisten darf. Das Ganze ist aber auch ein gutes Stück weit PR, denn in der Praxis hat Pango den Kundensatz von Kaspersky schlichtweg gekauft.


Was bedeutet das für die Nutzer?

Laut UltraAV-Website läuft die Umstellung für Windows-Nutzer automatisch ab. Bis Mitte September sollen alle Betroffenen Zugang zu Ultra AV und Ultra VPN erhalten. Mac- und Android-Nutzer werden per E-Mail benachrichtigt und müssen die Software manuell einrichten.

Preislich soll sich für die Kunden nichts ändern. UltraAV verspricht, die bisherigen Kaspersky-Tarife beizubehalten. Ein Neukauf aller Features würde im ersten Jahr 47,88 Dollar kosten, danach 149,99 Dollar pro Jahr. Die Abrechnung, die zuletzt pausiert war, soll im Oktober wieder aufgenommen werden.

Skepsis und Fragezeichen

Trotz der versprochenen nahtlosen Übergabe bleiben viele Nutzer skeptisch. UltraAV ist im Vergleich zu Kaspersky ein relativ unbekanntes Produkt. Es fehlt an unabhängigen Tests renommierter Institute wie AV-TEST oder AV-Comparatives, die Kasperskys Qualität oft bestätigten.

Zudem wirft die Herkunft von UltraAV Fragen auf. Während sich das Unternehmen als US-basiert bezeichnet, entdeckten aufmerksame Nutzer, dass der Software-Installer von einer indischen Firma namens "Max Secure Software India Pvt. Ltd." digital signiert wurde.

Für zusätzliche Verwirrung sorgt die Information, dass der in UltraAV enthaltene VPN-Dienst in Panama ansässig ist - laut Unternehmensangaben, um höchste Privatsphäre zu gewährleisten. In Deutschland ändert sich derweil nichts, hierzulande will Kaspersky weiterhin aktiv bleiben.

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Zusammenfassung
  • Kaspersky-Nutzer in den USA finden unerwartet UltraAV auf ihren PCs
  • Umstellung folgt auf US-Verbot gegen Kaspersky im Juni 2023
  • Pango Group übernimmt Kaspersky-Kunden in den USA
  • Automatische Installation von UltraAV für Windows-Nutzer bis Mitte September
  • Preise bleiben gleich, Neukauf kostet im ersten Jahr 47,88 Dollar
  • UltraAV-Software stammt von indischer Firma Max Secure Software
  • VPN-Dienst von UltraAV ist in Panama ansässig für Datenschutz

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