Kaspersky zieht sich nach Vertriebsverbot aus den USA zurück
Der russische Antivirus-Spezialist Kaspersky Labs zieht nach dem Verbot des Vertriebs seiner Produkte in den USA bereits wenig später drastische Konsequenzen: die US-Niederlassung von Kaspersky wird aufgegeben und alle Mitarbeiter müssen gehen.
Wie Kaspersky Labs inzwischen angekündigt hat, wird man ab dem 20. Juli 2024 mit der Abwicklung seiner Geschäftstätigkeit in den USA beginnen. Dadurch fallen auch die Arbeitsplätze der dort beschäftigten Mitarbeiter weg, wobei Kaspersky nach eigenen Angaben weniger als 50 Angestellte in den Vereinigten Staaten hat. Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitern aus den USA dabei auch eine Abfindung unbekannter Höhe.
Das US Department of Commerce hatte im Juni ein Verbot des Vertriebs von Software durch Kaspersky Labs in den USA verhängt, nachdem man bei einer "extrem gründlichen Untersuchung" diverse Gründe dafür entdeckt haben will. Genaue Angaben darüber, was bei der Untersuchung festgestellt wurde, nannte die Behörde allerdings bis heute nicht. Man betonte aber, dass es Anzeichen dafür gebe, dass die Software verwendet werden könnte, um US-Kunden auszuspionieren oder deren Computer zu sabotieren.
Allerdings gab es 2017 einen Fall, in dem Code von einem Rechner eines NSA-Mitarbeiters als Schadsoftware erkannt wurde und an Kaspersky übertragen wurde. Man sei mit dem Code umgegangen, wie es bei neu entdeckter Malware grundsätzlich üblich sei. So werden Samples bei der Entdeckung durch Kaspersky Antivirus automatisch an das Unternehmen übertragen, um eine weitere Analyse vorzunehmen.
Der Code vom Rechner des NSA-Mitarbeiters war allerdings frisch entwickelt worden, um für die Spionagetätigkeit des Geheimdiensts verwendet zu werden. Sobald dies dem Unternehmen bekannt wurde, habe man den Code auf Anweisung von Firmengründer Eugene Kaspersky umgehend gelöscht, hieß es dazu von Kaspersky selbst.
Das vollständige Verkaufsverbot geht nun darauf zurück, dass man bei der Untersuchung feststellte, dass Kaspersky-Produkte von versorgungsrelevanten Unternehmen und bei bestimmter wichtiger Infrastruktur noch immer verwendet werden. Weil Kaspersky Labs mit dem Verbot im Grunde den Zugang zum US-Markt verliert, sei kein weiterer Betrieb des Unternehmens dort möglich, weshalb nun die Schließung der US-Niederlassung erfolgt, hieß es.
Kaspersky Labs landete im Zuge des Verbots auch auf der Embargoliste des Departments of Commerce. Amerikanische Unternehmen dürfen daher nun keine weiteren Geschäftsbeziehungen zu dem russischen Softwareanbieter pflegen. Außerdem darf Kaspersky keine Updates für seine Antivirus- und Sicherheitslösungen mehr für US-Kunden bereitstellen.
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Siehe auch:
US-Regierung erließ im Juni Verbot
Kaspersky hat mittlerweile bestätigt, dass man sich vollständig aus den USA zurückzieht, nachdem das Blog Zetter Zeroday zuerst darüber berichtet hatte. Kaspersky hatte seine weltbekannten Sicherheitslösungen seit 2005 auch in den USA angeboten und teilweise dort entwickelt. Ab dem 20. Juli 2024 gilt jedoch ein vom US Department of Commerce verhängtes Verkaufsverbot.Wie Kaspersky Labs inzwischen angekündigt hat, wird man ab dem 20. Juli 2024 mit der Abwicklung seiner Geschäftstätigkeit in den USA beginnen. Dadurch fallen auch die Arbeitsplätze der dort beschäftigten Mitarbeiter weg, wobei Kaspersky nach eigenen Angaben weniger als 50 Angestellte in den Vereinigten Staaten hat. Das Unternehmen zahlt seinen Mitarbeitern aus den USA dabei auch eine Abfindung unbekannter Höhe.
Das US Department of Commerce hatte im Juni ein Verbot des Vertriebs von Software durch Kaspersky Labs in den USA verhängt, nachdem man bei einer "extrem gründlichen Untersuchung" diverse Gründe dafür entdeckt haben will. Genaue Angaben darüber, was bei der Untersuchung festgestellt wurde, nannte die Behörde allerdings bis heute nicht. Man betonte aber, dass es Anzeichen dafür gebe, dass die Software verwendet werden könnte, um US-Kunden auszuspionieren oder deren Computer zu sabotieren.
US-Regierung fürchtet russische Spionage
Das amerikanische Department of Homeland Security hatte schon 2017 ein Verbot gegen die Verwendung von Kaspersky-Produkten durch US-Behörden verhängt. Kaspersky beteuert bis heute, dass es in keinem Fall zu einem Missbrauch seiner Sicherheitssoftware durch russische Behörden gekommen ist und man mit keiner Regierung der Welt zusammenarbeitet.Allerdings gab es 2017 einen Fall, in dem Code von einem Rechner eines NSA-Mitarbeiters als Schadsoftware erkannt wurde und an Kaspersky übertragen wurde. Man sei mit dem Code umgegangen, wie es bei neu entdeckter Malware grundsätzlich üblich sei. So werden Samples bei der Entdeckung durch Kaspersky Antivirus automatisch an das Unternehmen übertragen, um eine weitere Analyse vorzunehmen.
Der Code vom Rechner des NSA-Mitarbeiters war allerdings frisch entwickelt worden, um für die Spionagetätigkeit des Geheimdiensts verwendet zu werden. Sobald dies dem Unternehmen bekannt wurde, habe man den Code auf Anweisung von Firmengründer Eugene Kaspersky umgehend gelöscht, hieß es dazu von Kaspersky selbst.
Das vollständige Verkaufsverbot geht nun darauf zurück, dass man bei der Untersuchung feststellte, dass Kaspersky-Produkte von versorgungsrelevanten Unternehmen und bei bestimmter wichtiger Infrastruktur noch immer verwendet werden. Weil Kaspersky Labs mit dem Verbot im Grunde den Zugang zum US-Markt verliert, sei kein weiterer Betrieb des Unternehmens dort möglich, weshalb nun die Schließung der US-Niederlassung erfolgt, hieß es.
Kaspersky Labs landete im Zuge des Verbots auch auf der Embargoliste des Departments of Commerce. Amerikanische Unternehmen dürfen daher nun keine weiteren Geschäftsbeziehungen zu dem russischen Softwareanbieter pflegen. Außerdem darf Kaspersky keine Updates für seine Antivirus- und Sicherheitslösungen mehr für US-Kunden bereitstellen.
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Zusammenfassung
- Kaspersky Labs gibt US-Niederlassung auf nach Vertriebsverbot
- Ab 20. Juli 2024 beginnt die Abwicklung der US-Geschäftstätigkeit
- US Department of Commerce verhängte Verkaufsverbot im Juni
- Weniger als 50 Mitarbeiter in den USA
- 2017 wurde Nutzung von Kaspersky-Software in US-Behörden verboten
- Code von NSA-Mitarbeiter wurde als Malware erkannt und ab Kaspersky übermittelt
- Kaspersky auf Embargoliste, darf keine Updates in den USA anbieten
Siehe auch:
- USA verbieten Kaspersky-Sicherheitssoftware aus Angst vor Russland
- Kaspersky veröffentlicht Gratis-Tool zum Erkennen von Linux-Malware
- Pegasus & Co.: Kaspersky-Tool erkennt Staatstrojaner auf iPhones
- Kaspersky findet Staatstrojaner auf iPhones - Russland nutzt die Chance
- Natalya Kaspersky: Ausstieg beim deutschen Antivirus-Spezialist G Data
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