Revolution in der Atomkraft:
Start-up plant unterirdische Reaktoren

Ein wenig Fallout-Vibes: Ein Start-up namens Deep Fission plant, kleine Kernreaktoren tief unter der Erde zu installieren, verspricht damit si­che­re und kostengünstige Atomkraft. Das Konzept könnte die Nuklear­industrie revolutionieren, wirft aber auch viele Fragen auf.
Erde, Strahlung, Atomkraftwerk, Kraftwerk, Atomkraft, AKW, Nuklear, Kernkraftwerk, Atommüll

Atomkraft aus der Tiefe

Die Nuklearindustrie könnte vor einem Umbruch stehen, zumindest dann, wenn die Pläne von Deep Fission aufgehen: Das Start-up hat bei Investoren vier Millionen Dollar eingesammelt, um kleine Kernreaktoren in einer Tiefe von einer Meile (rund 1,6 Kilometer) zu installieren. Wie Axios (via New Atlas) berichtet, könnte dieses ungewöhnliche Konzept zwei der größten Kostenfaktoren bei der Entwicklung von Kernenergie adressieren.
Deep FissionSo soll das in etwa funktionieren
Kernreaktoren sind die größte Quelle für emissionsarmen Strom in den USA, ihre Errichtung ist jedoch extrem kostspielig. Während zahlreiche Start-ups an kompakten Reaktordesigns arbeiten, erfordern auch diese teure Druck- und Sicherheitssysteme oder speziellen Brennstoff.

Miniatur-Reaktoren

Deep Fission verfolgt einen anderen Ansatz: Das Unternehmen plant, winzige Reaktoren zu entwickeln, die weder aufwendige Sicherheitssysteme noch Spezialtreibstoff benötigen. Der Clou: Die Reaktoren sollen in 76 Zentimeter breiten Bohrlöchern mehr als einen Kilometer unter der Erde platziert werden.

In dieser Tiefe herrscht natürlicher Druck, der die Kernreaktion ermöglicht und aufrechterhält. Das umgebende Gestein dient gleichzeitig als natürliche Sicherheitsbarriere. Laut CEO Elizabeth Muller macht dies teure Baumaterialien wie Stahl und Zement überflüssig, die normalerweise 70 bis 80 Prozent der Kosten eines Atomkraftwerks ausmachen.

Wirtschaftlichkeit und Zeitplan

Deep Fission behauptet, dass der erste Reaktor des Unternehmens bei aktuellen Strompreisen von acht bis zehn Cent pro Kilowattstunde profitabel arbeiten könne. Das Unternehmen plant, 2026 einen Lizenzantrag bei der US-Atomaufsichtsbehörde einzureichen und hofft auf einen Baubeginn im Jahr 2028. Muller geht davon aus, dass der erste Reaktor Anfang 2029 ans Netz gehen könnte.

Trotz des innovativen Ansatzes bleiben Fragen offen:

  • Wie gestaltet sich die Wartung der tief vergrabenen Reaktoren?
  • Welche geologischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
  • Wie steht es um die langfristige Sicherheit?

Sollte sich das Konzept von Deep Fission bewähren, könnte es die Atomkraft wieder wettbewerbsfähiger machen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die ambitionierten Pläne des Start-ups in der Praxis umsetzbar sind und ob sie die strengen regulatorischen Hürden der Nuklearindustrie überwinden können.

Was denkt ihr über diese ungewöhnliche Idee für Kernreaktoren? Seht ihr darin eine Chance für sicherere und günstigere Atomkraft oder überwiegen für euch die Risiken? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Startup Deep Fission will kleine Reaktoren unter der Erde installieren
  • Kernreaktoren sollen in 76 cm breiten Bohrlöchern platziert werden
  • Natürlicher Druck in der Tiefe unterstützt die Kernreaktion
  • Gestein dient als natürliche Sicherheitsbarriere
  • Baubeginn ist für 2028 geplant, Inbetriebnahme Anfang 2029
  • Erster Reaktor könnte bei 8-10 Cent/kWh profitabel sein
  • Fragen zur Wartung und geologischen Eignung bleiben offen

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!