Größtmögliche Blamage: NASA tauscht Boeings Starliner gegen SpaceX

Schon in der Vergangenheit gab es eine unendlich lange Liste an Vorfällen mit Boeings Starliner. Die zwei Astronauten, die damit kürzlich zur ISS geflogen sind, sitzen jetzt fest. Und das wohl noch etwas länger. Denn der NASA ist der Rückflug mit dem Raumschiff zu riskant.
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NASA hält Pressekonferenz

Gestern kündigte die NASA kurzfristig eine Pressekonferenz an, während der man mitteilen wollte, wie das weitere Vorgehen bei der Rückholung der beiden Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams aussieht. Die beiden amerikanischen Raumfahrer sitzen aufgrund technischer Probleme an Boeings Starliner seit Wochen auf der internationalen Raumstation ISS fest.

Schon im Vorfeld gab es viele Diskussionen darüber, ob man auf einen weiteren Einsatz der Raumkapsel lieber verzichten sollte. Viele meinten, das Risiko für Leib und Leben der beiden Astronauten sei einfach zu groß. So hatte es schon vor dem Start ein Heliumleck gegeben. Während des Fluges gab es dann Probleme mit den Triebwerken, die jetzt auch den Rückflug zur Erde verhindern.

NASA: Pressekonferenz zur Starliner-Mission

SpaceX statt Boeing

Nach der mit Spannung erwarteten Pressekonferenz steht nun fest: Wilmore und Williams werden nicht mehr in den Starliner einsteigen. Die beiden Astronauten werden stattdessen mit der Crew Dragon von SpaceX zur Erde zurückkehren. Dieser Flug ist allerdings erst für Februar 2025 geplant. Damit genug Platz an Bord ist, werden anstelle von vier nur zwei Astronauten den Hinflug zur ISS im September antreten. Da die Anzüge des Starliners inkompatibel sind, werden zudem zwei zusätzliche Dragon Crew-Anzüge für Wilmore und Williams mitgebracht.

Nach langer Diskussion sei man laut dem Leiter des Programms, Steve Stich, zu dem Ergebnis gekommen, es herrsche "zu viel Unsicherheit", was die Zuverlässigkeit der Triebwerke des Starliners angehe, um einen bemannten Rückflug zu wagen. Stattdessen will man jetzt versuchen, das Raumschiff im Rahmen eines unbemannten Testflugs zur Erde zurückzubringen. Ohne Crew an Bord müssen aber einige Änderungen vorgenommen werden. "Wir ändern die geplante Trennungssequenz", sagte Stich. "Wir werden eine vereinfachte Trennungsmethode anwenden, um uns schneller von der Station zu lösen." Das Manöver ist für Oktober geplant.

Sicherheit geht vor

Die Entscheidung der NASA, den Starliner unbemannt fliegen zu lassen und die beiden Astronauten stattdessen mit der Crew Dragon von SpaceX zurückzuholen, ist die ultimative Demütigung für Boeing. Betrachtet man die dunkle Geschichte der NASA im Umgang mit Sicherheitsbedenken und die Verluste der beiden Space Shuttles Challenger und Columbia, ist die Entscheidung aber zu befürworten. Für Boeing ist diese Entwicklung aber ein neuer trauriger Höhepunkt beim Programm des Starliners, das das Luftfahrtunternehmen bereits Milliarden gekostet hat.

Zusammenfassung
  • Astronauten sitzen wegen technischer Probleme auf ISS fest
  • Starliner hatte bereits vor Start Heliumleck und Triebwerksprobleme
  • Entscheidung gegen bemannten Starliner-Rückflug wegen zu großer Unsicherheiten
  • NASA plant Astronauten-Rückkehr mit SpaceX Crew Dragon im Februar 2025
  • Unbemannte Rückkehr des Starliners ist für Oktober geplant
  • NASA ändert dazu Trennungssequenz für schnelleres Lösen von der ISS

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