Starliner-Reparatur zu aufwendig:
Bemannter Start trotz Heliumlecks

Ein entdecktes Heliumleck und ein Konstruktionsfehler beim Antrieb sollen nicht mehr vor dem ersten bemannten Start des Raumschiffs repariert werden. Es bestünde laut Verantwortlichen kein inakzeptables Risiko. Außerdem würde eine Reparatur lange dauern.
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Pannenserie nimmt kein Ende

Die Odyssee rund um das Raumfahrtprojekt Starliner von NASA und Boeing nimmt kein Ende. Nach etlichen Rückschlägen und daraus resultierenden abgesagten oder verschobenen Starts soll der erste bemannte Flug der Kapsel jetzt am 1. Juni stattfinden.

Für einige Beobachter des Projekts mag der angekündigte Start etwas überraschend kommen. Denn erst vor einigen Wochen hatten Ingenieure einen Konstruktionsfehler und ein Heliumleck beim Antriebssystem des Raumschiffs entdeckt.


Bei einer ausführlichen Analyse konnte die wahrscheinliche Ursache für das Leck gefunden werden. Daher seien die Verantwortlichen nun in ausreichendem Maße davon überzeugt, das selbst bei einer Verschlimmerung des Problems kein inakzeptables Risiko für die Sicherheit des geplanten Fluges zur internationalen Raumstation ISS bestünde, berichtet Ars Technica.

Fehleranfälliges Design

Bei der Suche nach der Ursache des Heliumlecks entdeckten die Ingenieure zudem eine Konstruktionsschwachstelle im Antriebssystem. So sei es in Ausnahmefällen möglich, dass redundante Systeme zum Ausführen des sogenannte Deorbit-Burn ausfallen. Dabei handelt es sich um ein Manöver, bei dem ein Raumschiff durch das Feuern seines Antriebs entgegen der Flugrichtung abbremst. Normalerweise geschieht das vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Private Raumfahrt: USA und China führend in der Raumfahrt 2.0Private Raumfahrt: USA und China führend in der Raumfahrt 2.0 "Wir haben hier einen Grenzfall, den wir übersehen haben. Und wenn es da draußen noch mehr davon gibt, werden sie in die gleiche Kategorie der extremen Grenzfälle fallen", sagte mit einiger Überzeugung Mark Nappi, Boeings Vizepräsident und Programmmanager für den Starliner.

Keine Reparaturen geplant

Dabei ist das Starliner-Programm schon mehrere Jahre hinter seinem ursprünglichen Zeitplan zurück. Um nicht noch mehr Zeit zu verlieren, hat sich das Team jetzt jedoch dazu entschieden, keine Reparaturen durchzuführen. Die würden Schätzungen zufolge nämlich mehrere Monate dauern. "Das wäre ziemlich aufwendig", sagte Nappi.

Da laut NASA und Boeing kein inakzeptables Risiko besteht, soll der geplante bemannte Flug nun also dennoch stattfinden. "Es handelt sich also nicht um ein Flugsicherheitsproblem für uns, und wir glauben, dass wir einen gut von uns verstandenen Zustand vorliegen haben, den wir in den Griff bekommen können", so der Leiter des Projekts.

Wenn nicht wieder etwas dazwischenkommt, soll es am 1. Juni also so weit sein und der Starliner wird zum ersten Mal mit Passagieren an Bord abheben. Falls es doch nicht klappt, gibt es am 2., 5., und 6. Juni noch einmal die Chance für einen Start.

Zusammenfassung
  • Die Odyssee des Starliner-Projekts von NASA und Boeing nimmt kein Ende
  • Der erste bemannte Flug der Kapsel soll am 1. Juni stattfinden
  • Ingenieure entdeckten jedoch kürzlich einen Konstruktionsfehler und ein Heliumleck
  • Die Analyse der Probleme ergab keine inakzeptablen Risiken für den Flug
  • Reparaturen würden mehrere Monate dauern und wurden nicht durchgeführt
  • Der bemannte Flug soll trotz der Probleme wie geplant stattfinden

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