Boeing-Katastrophenjahr geht weiter:
Jetzt gibt es auch noch Streik
Bei Boeing legen über 30.000 Beschäftigte die Arbeit nieder. Die Gewerkschaftsmitglieder lehnten einen neuen Tarifvertrag ab und stimmten mit überwältigender Mehrheit für einen Streik. Für das angeschlagene Unternehmen kommt das denkbar ungünstig.
Der Ausstand betrifft vor allem die Produktion von Verkehrsflugzeugen in der Region Seattle sowie im Raum Portland. Damit kommt die Fertigung von Boeings meistverkauftem Modell 737 Max praktisch zum Erliegen. Für den krisengeplagten Konzern, der gerade erst dabei war, seine Produktion wieder hochzufahren, kommt der Streik zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Viele Beschäftigte sind noch immer verbittert über frühere Zugeständnisse wie den Verlust der betrieblichen Altersversorgung vor zehn Jahren. Auch die Verlagerung der Endmontage des 787 Dreamliner in ein gewerkschaftsfreies Werk in South Carolina 2009 sorgt weiterhin für Unmut.
Boeing spielt eine wichtige Rolle in der US-Wirtschaft. Mit rund 150.000 Beschäftigten ist der Konzern einer der größten Arbeitgeber des Landes und zugleich einer der größten Exporteure. Ein längerer Streik könnte daher spürbare Auswirkungen auf die gesamte US-Wirtschaft haben.
Analysten schätzen, dass ein 30-tägiger Streik Boeing rund 1,5 Milliarden Dollar kosten und die ohnehin angespannte Lieferkette weiter destabilisieren könnte. Angesichts eines Schuldenbergs von fast 60 Milliarden Dollar und eines Mittelabflusses von acht Milliarden Dollar allein in diesem Jahr wäre dies ein herber Schlag für das Unternehmen.
Siehe auch:
Weitreichender Produktionsstopp bei Boeing
Erstmals seit 16 Jahren stehen die Bänder bei Boeing still. Wie die New York Times berichtet, traten in der Nacht zum Freitag über 30.000 Beschäftigte des Flugzeugherstellers in den Streik. Die Mitglieder der Gewerkschaft International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM) hatten zuvor mit überwältigender Mehrheit einen neuen Tarifvertrag abgelehnt und für den Arbeitskampf gestimmt.Der Ausstand betrifft vor allem die Produktion von Verkehrsflugzeugen in der Region Seattle sowie im Raum Portland. Damit kommt die Fertigung von Boeings meistverkauftem Modell 737 Max praktisch zum Erliegen. Für den krisengeplagten Konzern, der gerade erst dabei war, seine Produktion wieder hochzufahren, kommt der Streik zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Unzufriedenheit trotz verbessertem Angebot
Der von der Gewerkschaftsführung ausgehandelte Tarifvertrag sah Lohnerhöhungen von mindestens 25 Prozent über vier Jahre vor. Für einige Beschäftigte hätten die Steigerungen sogar bis zu 53 Prozent betragen. Zudem hatte Boeing Verbesserungen bei Gesundheitsleistungen, Elternzeit und Work-Life-Balance in Aussicht gestellt. Dennoch stimmten 95 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder gegen den Vertrag.Viele Beschäftigte sind noch immer verbittert über frühere Zugeständnisse wie den Verlust der betrieblichen Altersversorgung vor zehn Jahren. Auch die Verlagerung der Endmontage des 787 Dreamliner in ein gewerkschaftsfreies Werk in South Carolina 2009 sorgt weiterhin für Unmut.
Neuer CEO vor großer Herausforderung
Für Boeings neuen CEO Kelly Ortberg, der seit wenigen Wochen im Amt ist, stellt der Streik eine enorme Herausforderung dar. Er hatte die Beschäftigten eindringlich vor einem Arbeitskampf gewarnt: "Ein Streik gefährdet unsere gemeinsame Erholung und untergräbt das Vertrauen unserer Kunden weiter."Boeing spielt eine wichtige Rolle in der US-Wirtschaft. Mit rund 150.000 Beschäftigten ist der Konzern einer der größten Arbeitgeber des Landes und zugleich einer der größten Exporteure. Ein längerer Streik könnte daher spürbare Auswirkungen auf die gesamte US-Wirtschaft haben.
Analysten schätzen, dass ein 30-tägiger Streik Boeing rund 1,5 Milliarden Dollar kosten und die ohnehin angespannte Lieferkette weiter destabilisieren könnte. Angesichts eines Schuldenbergs von fast 60 Milliarden Dollar und eines Mittelabflusses von acht Milliarden Dollar allein in diesem Jahr wäre dies ein herber Schlag für das Unternehmen.
Zusammenfassung
- Über 30.000 Boeing-Beschäftigte treten in Streik
- Gewerkschaft IAM lehnt Tarifvertrag ab
- Produktion des Modells 737 Max steht still
- Vorgeschlagene Lohnerhöhungen bis zu 53 Prozent
- 95 Prozent der Mitglieder gegen neuen Vertrag
- Neuer CEO Kelly Ortberg warnt vor Streikfolgen
- Mögliche Kosten für Boeing: 1,5 Milliarden Dollar bei 30-tägigem Streik
Siehe auch:
- Vor Starliner-Rückkehr: NASA legt Boeing-Partnerschaft auf Eis
- NASA rätselt: Unheimliche Klänge aus Boeings Starliner auf der ISS
- NASA gibt grünes Licht: Boeings Pannen-Starliner kehrt zur Erde zurück
- Starliner-Debakel: Das sind die Folgen für Boeing und die Astronauten
- Größtmögliche Blamage: NASA tauscht Boeings Starliner gegen SpaceX
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