Starliner-Desaster: Schon wieder mehr Lecks, bald ist ganz Schluss

Starliner ist mit zwei Astronauten abgehoben - nach Jahren der Ver­spä­tung und mit einem bekannten Leck. Während des Fluges musste das Team wegen weiterer Lecks im Antriebssystem eingreifen. Das ganze Programm ist ein großer Fehlschlag und wird bald enden.
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Boeing
Mit allen Fehlern, die im Laufe der Entwicklung des Raumschiffs Starliner zusammenkamen, könnte man einige Seiten füllen. Alleine der letzte Startversuch musste wegen Lecks am Raumschiff selbst und Problemen bei der Hardware am Boden um mehrere Wochen verschoben werden - nach Jahren der Verspätung und unzähligen Fehlversuchen.

Jetzt ist Starliner mit zwei Astronauten an Bord tatsächlich gestartet - und bereitet kurz nach dem Launch erneut Sorgen. Bekannt war, dass im Antriebssystem ein Leck klafft, das nach einer eingehenden Untersuchung als nicht kritisch eingestuft wurde. Jetzt musste die Flugleitung laut CBS feststellen, dass man wohl zwei weitere Fehlstellen in der Treibstoffversorgung übersehen hatte, aus denen Helium austritt.


Und so musste das Team am Boden im Flug Schritte einleiten, um die zwei weiteren Lecks so gut es geht vom Rest des Schiffes zu isolieren. Das Austreten von Helium konnte gestoppt werden, allerdings mit einem klaren Preis: sechs der 28 Düsen des Reaktionskontrollsystems können nicht mehr mit Treibstoff versorgt werden und fallen aus. Das Schiff bleibt weiter steuerbar, trotzdem wecken solche Fehler natürlich Bedenken.

Das Aus steht fest

Boeing würde das gesamte Starliner-Programm lieber heute als morgen loswerden. Per Vertrag mit der NASA ist das Unternehmen zu sechs Flügen zur ISS verpflichtet, der erste davon war ursprünglich schon im Jahr 2020 geplant.

Die fünf Milliarden US-Dollar, die man für den Auftrag im Rahmen des Commercial Crew Programs von der NASA erhalten hat, reichen nicht aus, um all die Fehlschläge und mittlerweile 4 Jahre Verspätung zu kompensieren. Und so wird man das Programm nach Erfüllung des Vertrags einstellen. Unter dem Strich bleibt dann vor allem eines: massiver Prestigeverlust.

Zusammenfassung
  • Starliner startete mit zwei Astronauten nach jahrelangen Verzögerungen
  • Neue Lecks im Antriebssystem während des Flugs entdeckt
  • Team am Boden isolierte Lecks, stoppte Heliumaustritt
  • Sechs der 28 Steuerdüsen sind nun ohne Treibstoffversorgung
  • Programm von Boeing ist wegen zahlreicher Fehler und Verspätungen ein Fehlschlag
  • Vertrag mit der NASA umfasst sechs Flüge zur ISS, erster geplant für 2020
  • Boeing plant, das Programm nach Erfüllung des Vertrags zu beenden

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