Vor Starliner-Rückkehr: NASA legt Boeing-Partnerschaft auf Eis

Nach einer problembehafteten Testmission steht die Zukunft von Boeings Raumschiff Starliner infrage. Die NASA zögert mit weiteren Aufträgen, während technische Schwierigkeiten und Verzögerungen das Projekt belasten. Profitieren könnte davon vor allem SpaceX.
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Fragezeichen über Starliners Zukunft

Die NASA bereitet sich auf die Rückkehr des unbemannten Starliner-Raumschiffs von Boeing zur Erde vor. Doch was als Meilenstein geplant war, hinterlässt viele Fragezeichen. Wie Ars Technica berichtet, ist die Weltraumbehörde nach einer Reihe technischer Probleme vorerst nicht bereit, weitere Missionen für das Raumschiff zu buchen.

Der aktuelle Testflug, der eigentlich mit Astronauten hätte stattfinden sollen, endet nun in der zweiten (stark verlängerten) Hälfte ohne Besatzung. Probleme mit den Triebwerken und Heliumlecks zwangen die NASA, die zweiköpfige Crew an Bord der ISS zu belassen. Ein herber Rückschlag für Boeing, das ohnehin schon Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückliegt.

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Die Landung des Starliner ist für Samstag, den 7. September 2024, um 04:03 Uhr mitteleuropäischer Zeit in New Mexico geplant. Doch selbst wenn alles glattläuft, bleiben viele Fragen offen. NASA-Sprecher Josh Finch erklärte gegenüber Ars Technica:

NASAs Ziel bleibt es, das Starliner-System für den Crew-Transport zur Internationalen Raumstation zu zertifizieren.
Josh Finch, NASA-Sprecher
Das Zitat klingt eindeutig, ist es aber nicht: Denn über zukünftige Aufträge schweigt man sich bei der NASA derzeit aus.

Finanzieller Drahtseilakt für Boeing

Für Boeing steht viel auf dem Spiel. Das Unternehmen hat bereits fast 1,6 Milliarden Dollar (etwa 1,44 Milliarden Euro) an Verlusten durch das Starliner-Programm verbucht. Weitere Kosten für die Behebung der aktuellen Probleme werden sicherlich dazukommen. Bei voller Vertragserfüllung winken noch knapp 1,9 Milliarden Dollar (etwa 1,71 Milliarden Euro) von der NASA.

Die Konkurrenz schläft indes nicht: SpaceX hat mit seinem Dragon-Raumschiff bereits acht bemannte Flüge zur ISS absolviert. Die NASA hat den Vertrag mit SpaceX sogar auf bis zu 14 Missionen erweitert - hauptsächlich wegen der Verzögerungen bei Boeing.

Blick in die Zukunft

Die NASA hat bisher nur drei der sechs möglichen operativen Starliner-Missionen fest gebucht. Ob weitere folgen, hängt maßgeblich vom Erfolg der anstehenden Landung und den nachfolgenden technischen Verbesserungen ab.

Für Boeing-CEO Kelly Ortberg steht laut NASA-Administrator Bill Nelson fest: "Sie werden weiter an dem Problem arbeiten, sobald Starliner sicher zurück ist." Doch die Zeit drängt. Die ISS soll 2030 außer Dienst gestellt werden, und SpaceX hat mit seiner bewährten Dragon-Flotte einen deutlichen Vorsprung.

Was meint ihr: Hat Boeing noch eine realistische Chance, Starliner als Alternative zu SpaceX zu etablieren? Oder sollte die NASA den Fokus auf bewährte Systeme legen?

Zusammenfassung
  • NASA zögert mit weiteren Aufträgen für Boeings Starliner
  • Technische Probleme und Verzögerungen belasten das Projekt
  • Der Testflug fand ohne Astronauten statt wegen Triebwerk- und Heliumproblemen
  • Landung des Starliner geplant für Samstag, den 7. September 2024
  • Boeing verbucht Verluste von fast 1,6 Milliarden Dollar durch das Programm
  • SpaceX hat mit Dragon bereits acht bemannte ISS-Flüge absolviert
  • Nur drei von sechs möglichen Starliner-Missionen sind bisher gebucht

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