Starliner: NASA gibt zu, dass sie keine Ahnung hat, wie groß Risiko ist

Seit Wochen hängen Butch Wilmore und Suni Williams auf der In­ter­na­tio­na­len Raumstation fest, mittlerweile sind es mehr als zwei Monate - geplant war gut eine Woche. Und noch immer weiß die NASA nicht, ob und wann die Pannen-Kapsel zur Erde kann.
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Starliner-Albtraum ohne Ende

Als die NASA es damals schaffte, Apollo 13 sicher zur Erde zu bekommen, hieß es, dass die US-amerikanische Weltraumagentur im Misserfolg ihren größten Erfolg feiern konnte. Mehr als ein halbes Jahrhundert später gilt dieser Satz nicht mehr, zumindest bislang nicht. Im Gegenteil: Die einst so stolze NASA wirkt orientierungslos. Denn die Starliner-Mission, die zwei Besatzungsmitglieder zur ISS und nach gut einer Woche wieder zur Erde bringen sollte, erweist sich immer mehr als Albtraum ohne Ende.

Denn gestern äußerte sich die NASA bei einer neuerlichen Pressekonferenz zum Raumschiff und dessen gestrandeter Besatzung und man konnte nicht das Gefühl bekommen, dass die NASA eine echte Ahnung hat, wie man weiterverfahren soll. Denn Starliner ist derzeit an der Raumstation angedockt, muss den Platz aber spätestens am 24. September freimachen, da die Crew Dragon-Kapsel andocken muss.


"Wird immer schwieriger"

"Wir können mit den Dingen jonglieren und sie zum Laufen bringen, wenn wir sie verlängern müssen, aber es wird immer schwieriger", sagte Ken Bowersox, Associate Administrator bei der NASA, dazu. "Bei den Verbrauchsgütern, die wir nutzen, bei der Notwendigkeit, die Ports für Frachtmissionen zu verwenden, und bei solchen Dingen erreichen wir einen Punkt, an dem wir in der letzten Augustwoche wirklich eine Entscheidung treffen sollten, wenn nicht sogar noch früher."

Dabei ist man bei der Frage, ob Starliner sicher abgedockt werden kann, geschweige denn, ob das Boeing-Raumschiff überhaupt sicher Menschen zur Erde bringen kann, nicht entscheidend vorangekommen. Mittlerweile habe die NASA Antriebsexperten aus anderen Programmen hinzugezogen, um einen neuen Blick auf das Triebwerksproblem zu werfen, so Bowersox.

Sein Kollege Russ DeLoach, Leiter des NASA-Büros für Sicherheit und Missionssicherheit, erklärt, warum es so lange dauert: "Es hat wirklich einige Zeit gedauert, bis wir uns damit befasst und Experten zusammengebracht haben, weil wir nicht genug Einblicke und Daten haben, um eine einfache Schwarz-Weiß-Berechnung zu machen, die besagt, dass man das tun oder nicht tun sollte." Man versuche eben, möglichst viele Experten heranzuziehen, um "verschiedene Perspektiven" zu erhalten.

Kurz gesagt: Bitte warten.

Zusammenfassung
  • Astronauten Butch Wilmore und Suni Williams seit über zwei Monaten auf ISS
  • NASA unsicher, wann Pannen-Kapsel Starliner zurückkehren kann
  • Starliner sollte nach einer Woche Aufenthalt auf ISS zur Erde zurück
  • NASA muss Starliner bis spätestens 24. September 2024 von ISS abdocken
  • Crew Dragon-Kapsel soll am 24. September an ISS andocken
  • NASA zieht Experten hinzu, um Triebwerksprobleme von Starliner zu lösen
  • Entscheidung über sicheres Abdocken von Starliner drängt bis Ende August

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