Supermarkt-Kette soll einkommensabhängige "KI-Preise" planen

Bei Fahrdienstleistern wie Uber ändern sich die Preise ständig, denn die­se hängen von Angebot und Nachfrage ab. Sind zu einem bestimmten Zeitpunkt wenige Autos verfügbar, steigen sie. Eine Supermarktkette erwägt offenbar eine ähnliche, "dynamische Preisgestaltung".

Elektronische Regaletiketten

Kroger gehört zu den größten Einzelhandels- und Lebensmittelketten der USA und das Unternehmen gilt als experimentierfreudig, was technologische Entwicklungen betrifft. So hat man bereits 2017 ein App-basiertes Bezahlsystem eingeführt, das das Anstellen an einer Kasse überflüssig machen sollte. Seit einer Weile rüstet man seine Märkte auch auf elektronische Regaletiketten um. Das sind kleine Displays, die mit E-Paper-Technologie oder auch LCDs arbeiten, bei denen die Preise nicht mehr ausgedruckt werden müssen.

Das ist für die Supermarkt-Betreiber praktisch und auch langfristig vermutlich umweltfreundlich, da nicht länger Papier verwendet wird. Es bringt aber auch die Gefahr einer Manipulation mit sich. Denn laut der einflussreichen US-Senatorin Elizabeth Warren betreibt Kroger hier möglicherweise KI-basierte Preistreiberei. Gemeinsam mit ihrem demokratischen Kollegen Bob Casey hat sie einen Brief an den Kroger-CEO Rodney McMullen geschrieben (via Fortune), in dem sie die Sorge äußert, dass diese elektronischen (Electronic Shelving Labels; ESLs) Regaletiketten missbraucht werden könnten.

Kroger-Werbevideo, in dem die digitalen Etiketten vorstellt werden

Darin heißt es: "ESLs sind digitale Preisschilder, die es Unternehmen ermöglichen, ihre Preise dynamisch zu gestalten, d. h. sie können die Preise von Waren aufgrund von temporären Faktoren wie der Tageszeit oder dem Wetter ändern. Indem sie die Preisschilder mit einem einfachen Klick aktualisieren, können Unternehmen die Preise in die Höhe treiben und die Kosten für die Verbraucher zu Zeiten erhöhen, in denen bestimmte Produkte besonders gefragt sind."

Die Kroger Edge genannten digitalen Preisschilder sind nichts Neues und wurden vor bereits Jahren in ersten Filialen eingeführt. Die Kette hat allerdings eine Ausweitung des Systems angekündigt und dabei wurde eine Partnerschaft einem Unternehmen namens Intelligence Node bekannt gegeben - und dabei handelt es sich einem Analyseunternehmen für den Einzelhandel, das KI zur dynamischen Preisgestaltung einsetzt.

Warren und Casey befürchten weiter, dass das System auch dank einer Partnerschaft mit Microsoft genutzt werden kann, um Daten über die Kunden zu sammeln, um festzustellen, wie viele Preisschwankungen sie verkraften können. Als weitere Folge könnten dann jedem Kunden personalisierte Preisschilder am Lebensmittelregal präsentiert werden, diese könnten sich sogar am Einkommen richten.

Zusammenfassung
  • Kroger, eine große US-Supermarktkette, plant dynamische Preisgestaltung
  • Elektronische Regaletiketten ermöglichen schnelle Preisänderungen
  • Senatorin Elizabeth Warren warnt vor möglicher Preistreiberei durch Kroger
  • Dynamische Preise könnten sich nach Tageszeit oder Wetter richten
  • Kroger hat Partnerschaft mit Intelligence Node für KI-Preisanalysen
  • Befürchtung: Einsatz von Microsoft-Technologie zur Datensammlung
  • Mögliche personalisierte Preise basierend auf Kundenprofilen

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