CrowdStrike-Ausfall: Microsoft kontert Delta, schießt scharf zurück

Es ist fast drei Wochen her, da sorgte ein vom Sicherheitsunternehmen CrowdStrike verursachter Ausfall von Windows-Systemen für weltweites Chaos, vor allem an Flughäfen. Die Aufarbeitung des Vorfalls wird Wochen und Monate dauern. Derzeit im Mittelpunkt: Delta Air Lines.
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CrowdStrike-Fehler war schnell behoben - außer bei Delta

Am 19. Juli, also vor knapp drei Wochen, hieß es auf vielen Flughäfen auf der Welt: Nichts geht mehr. Grund dafür war ein fehlerhaftes Update von CrowdStrike, das zur Folge hatte, dass viele Windows-Systeme nicht länger funktionierten, da es zu Bootloops und Bluescreens kam. Vielerorts war das Problem aber relativ schnell behoben. Nicht so bei Delta Air Lines, dort hatte man noch Tage danach damit zu kämpfen, entsprechend groß war auch der finanzielle Schaden, die Fluglinie schätzt diesen auf eine halbe Milliarde Dollar.

Dieses Geld würde man auch gerne wiedersehen und hat deshalb Klagen gegen CrowdStrike und Microsoft in Aussicht gestellt. Doch dort wehrt man sich entschieden gegen die Delta-Forderungen und Behauptungen. Die beiden (bisher nicht offiziell) Beklagten geben der Fluglinie selbst die Schuld, dass der finanzielle Schaden so groß ist.

"Veraltete IT"

Bereits am Montag hat CrowdStrike mitgeteilt, dass Delta Unterstützung bei der Lösung weitgehend verweigert habe, nun legt auch Microsoft nach. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters sowie The Verge berichten, hätten vorläufige Untersuchungen ergeben, dass vieles darauf hindeutet, dass Delta im Gegensatz zu seinen Konkurrenten seine IT-Infrastruktur nicht modernisiert hat.


Dem hat Delta allerdings umgehend widersprochen und ließ ausrichten, dass man seit 2016 mehrere Milliarden Dollar in seine IT investiert habe und auch jährlich so hohe Beträge in den Betrieb gesteckten würden: "Delta investiert schon seit Langem in einen sicheren, zuverlässigen und gehobenen Service für unsere Kunden und Beschäftigten", so das Unternehmen.

Dem widerspricht Microsoft allerdings und teilte über seinen Anwalt Mark Cheffo mit, dass die Behauptungen von Delta "unvollständig, falsch, irreführend und schädlich für Microsoft und seinen Ruf" seien. Er verwies darauf, dass zwar nicht Microsoft-Software direkt für den Vorfall verantwortlich war, man aber Delta dennoch unverzüglich Unterstützung angeboten habe.

Mehrfach abgelehnt

Diese habe die Fluglinie aber wiederholt abgelehnt, auch eine E-Mail von Microsoft-CEO Satya Nadella beantwortete Delta-CEO Ed Bastian nicht. Microsoft: "An jedem der folgenden Tage, vom 19. bis zum 23. Juli, wiederholten die Microsoft-Mitarbeiter ihre Angebote, Delta zu helfen. Jedes Mal lehnte Delta die Hilfsangebote von Microsoft ab, obwohl Microsoft Delta für diese Hilfe nichts in Rechnung gestellt hätte."

Microsoft vermutet, dass der Grund für die Ablehnung von Delta der Umstand sei, dass man die Dienste anderer Technologieanbieter für das Crew-Tracking- und Flugplanungssystem nutze - und nicht wollte, dass das bekannt wird.

Zusammenfassung
  • CrowdStrike-Update legt Windows-Systeme lahm, Chaos an Flughäfen
  • Delta Air Lines erleidet Schaden von einer halben Milliarde Dollar
  • Delta plant Klagen gegen CrowdStrike und Microsoft
  • Microsoft und CrowdStrike weisen Schuld von sich, kritisieren Delta
  • Delta behauptet, seit 2016 Milliarden in IT-Sicherheit investiert zu haben
  • Microsoft bietet Hilfe an, Delta lehnt mehrfach ab
  • Microsoft vermutet, Delta verdeckt Nutzung anderer Technologiedienste

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