Flug-Chaos: CrowdStrike denkt nicht daran, Schadenersatz zu zahlen

Vor gut zwei Wochen sorgte ein Ausfall von Millionen PCs für ein welt­weites Chaos, betroffen waren auch Flughäfen und Airlines. Delta hat angekün­digt, vom verantwortlichen Software-Unternehmen Schaden­ersatz zu verlangen, doch dort weist man die Forderungen zurück.
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Delta Air Lines will CrowdStrike klagen

Verantwortlich für den Ausfall bzw. den Absturz von rund 8,5 Millionen Windows-basierten Systemen war der Sicherheitsanbieter CrowdStrike. Dieser spielte ein Update ein, das fehlerhaft war und für Bluescreens of Death sowie Boot-Schleifen gesorgt hatte. Delta Air Lines entstand dadurch eigenen Angaben nach ein Schaden in Höhe von rund einer halben Milliarde Dollar und es ist nicht verwunderlich, dass das Unternehmen versucht, diesen Verlust zu reduzieren, indem man CrowdStrike und womöglich auch Microsoft verklagt.

Einer Klage gegen Microsoft rechnen Experten keine Chancen auf Erfolg zu, im Fall von CrowdStrike könnte das anders aussehen, schließlich ist der Sicherheits-Software-Anbieter für den Fehler direkt verantwortlich gewesen. Das bedeutet allerdings nicht, dass sich das Unternehmen mit Sitz im texanischen Austin kampflos geschlagen geben wird.


Denn laut der Nachrichtenagentur Reuters entschuldigte sich CrowdStrike erneut bei Delta für den Vorfall, doch das bedeutet nicht, dass man bereit ist, für den Schaden aufzukommen. Über einen Anwalt ließ man ausrichten, dass man "sehr enttäuscht von Deltas Behauptung" sei, dass CrowdStrike unangemessen gehandelt haben soll. Das Unternehmen wies jede Anschuldigung entschieden zurück, "grob fahrlässig gehandelt oder ein Fehlverhalten begangen" zu haben.

Delta "zu langsam reagiert"?

Die Anwälte von CrowdStrike teilten mit, dass "jegliche Haftung (des Software-Unternehmens) vertraglich auf einen Betrag im einstelligen Millionenbereich begrenzt ist". Gleichzeitig machte man auch der Airline mehr oder weniger direkte Vorwürfe: "Außerdem hat sich der CEO von CrowdStrike persönlich an den CEO von Delta gewandt, um Unterstützung vor Ort anzubieten, aber keine Antwort erhalten", heißt es in einem Schreiben.

Gegenüber Delta verweist CrowdStrike außerdem auf den Umstand, dass die Fluglinie viel langsamer reagiert habe als ihre Mitbewerber, das werde man im Fall einer Klage auch herausstreichen. Man werde antworten bzw. sich öffentlich fragen müssen, "warum Deltas Konkurrenten, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert waren, den Betrieb viel schneller wiederhergestellt haben" und "warum Delta die kostenlose Vor-Ort-Hilfe von CrowdStrike-Experten abgelehnt hat, die vielen anderen Kunden geholfen haben, den Betrieb viel schneller wiederherzustellen als Delta".

Zusammenfassung
  • Millionen PCs fielen weltweit aus, Flughäfen und Airlines betroffen
  • CrowdStrike spielte fehlerhaftes Update ein, verursachte Systemabstürze
  • Delta Air Lines fordert Schadenersatz für Verluste von rund 500 Millionen Dollar
  • CrowdStrike weist Vorwürfe der Fahrlässigkeit entschieden zurück
  • Haftung von CrowdStrike vertraglich auf einstelligen Millionenbereich begrenzt
  • CrowdStrike bot Delta Unterstützung an, die jedoch abgelehnt wurde
  • CrowdStrike kritisiert Deltas langsame Reaktion im Vergleich zu Mitbewerbern

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