Bombendrohung bei DB: Übersetzungs-App sorgt ungewollt für Chaos
Ein Reisender wollte sich mithilfe einer Smartphone-App lediglich danach erkundigen, ob er im richtigen Teil des Zuges saß. Seine digitale Übersetzungshilfe machte aus der eigentlich harmlosen Frage aber eine Nachricht, die zur Evakuierung des gesamten Zuges führte.
Aus einem sich "teilenden Zug" machte das Programm auf seinem Telefon bei seiner Übersetzung der Frage allerdings einen "explodierenden Zug", wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Letztlich konnte das Missverständnis um die Übersetzung der Smartphone-App des 36-Jährigen allerdings schnell aufgeklärt werden. Dennoch wurden durch die Aktion der Polizei 18 verschiedene Züge auf ihren Fahrten beeinträchtigt. Dadurch kam es letztlich zu Verspätungen von zusammengerechnet über 16 Stunden. Dass die Bahn in diesem Fall keine Schuld trifft, dürfte den betroffenen Reisenden jedoch egal gewesen sein.
Siehe auch:
Sprach-Apps mit Schwierigkeiten
Noch vor einigen Jahren waren Übersetzungsprogramme und Apps auf dem Smartphone zum Teil einfach schlecht. Wörter wurden nicht erkannt oder falsch übersetzt. Sprichwörter und Idiome wurden Wort für Wort in andere Sprachen übertragen. Auch wenn sich heutige Programme immer noch mit letzterem herumschlagen und ihre Schwierigkeiten haben, gibt es mittlerweile doch viele Anwendungen, die sehr brauchbare Übersetzungen liefern.Fataler Übersetzungsfehler
Auf die Fähigkeiten seiner digitalen Übersetzungshilfe verließ sich auch ein 36-jähriger Mann, der am 13. Mai in einem Zug der Deutschen Bahn in Oberfranken unterwegs war. Der Zug, in dem er saß, sollte sich an einer der nächsten Stationen aufteilen. Um nicht in die falsche Richtung zu fahren, erkundigte sich der Mann bei einer Frau, die ebenfalls im Zug saß und nutzte zur Unterstützung seinen Handy-Dolmetscher.Aus einem sich "teilenden Zug" machte das Programm auf seinem Telefon bei seiner Übersetzung der Frage allerdings einen "explodierenden Zug", wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Polizei evakuierte Bahnhof und Zug
Die Frau sei daraufhin auf eine der Toiletten des Zuges gegangen und habe von dort aus telefonisch die Polizei verständigt, wie ein Sprecher der Bundespolizei später mitteilte. Am Bahnhof Oberkotzau im Landkreis Hof wurde daraufhin der gesamte Zug mit 80 Reisenden inklusive Personal evakuiert. Vor Ort wurde zudem noch der komplette Bahnhof und ein angrenzendes Jugendzentrum so schnell wie möglich geräumt. Die Polizei rückte obendrein mit Sprengstoffspürhunden aus.Letztlich konnte das Missverständnis um die Übersetzung der Smartphone-App des 36-Jährigen allerdings schnell aufgeklärt werden. Dennoch wurden durch die Aktion der Polizei 18 verschiedene Züge auf ihren Fahrten beeinträchtigt. Dadurch kam es letztlich zu Verspätungen von zusammengerechnet über 16 Stunden. Dass die Bahn in diesem Fall keine Schuld trifft, dürfte den betroffenen Reisenden jedoch egal gewesen sein.
Zusammenfassung
- Ein 36-jähriger Mann nutzte eine digitale Übersetzungshilfe im Zug
- Der Zug sollte sich an einer der nächsten Stationen aufteilen
- Die Übersetzungshilfe machte aus "teilender Zug" einen "explodierenden Zug"
- Eine Mitreisende verständigte daraufhin die Polizei von der Toilette aus
- Der gesamte Zug und der Bahnhof Oberkotzau wurden evakuiert
- Die Polizei setzte Sprengstoffspürhunde ein und räumte ein Jugendzentrum
- 18 Züge wurden beeinträchtigt, was zu über 16 Stunden Verspätung führte
Siehe auch:
- Wissing: Kürzungen bei der Bahn - aber 150 Mio. Euro für Flugtaxis
- Ohne Wahl: DB zwingt Kunden ab Sommer zu digitaler BahnCard
- Ticketverkauf durch Dritte: Bahn unterliegt vor Gericht gegen Kartellamt
- Deutsche Bahn testet Infrastruktur für 5-Gigabit-Anbindung im Zug
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