Nach Eklat mit Beleidigungen:
Elon Musk vertreibt X-Werber endgültig
Twitter- bzw. X-Chef Elon Musk hat diese Woche Werbepartner, die das Netzwerk derzeit boykottieren, übelst beschimpft. Denn er hat - freundlich formuliert - ihnen mitgeteilt, dass sich diese zum Teufel scheren können. Und das machen diese nun wohl auch tatsächlich.
Und das hat auch den "gewünschten" Effekt, denn wie die New York Times (NYT) berichtet, teilten die Werbekunden umgehend mit, dass sie in absehbarer Zukunft nicht wieder auf X Anzeigen schalten wollen. Mindestens ein Dutzend Marketing- und Werbeagenturen ließen ausrichten, dass die Marken, die sie repräsentieren, "entschieden" gegen Werbung auf X seien.
Musk könnte mit seiner Tirade die Angelegenheit auch weiter verschlimmert haben. Denn einige Agenturen meinten, dass sie ihren Kunden und Partnern abgeraten haben, weiter Werbung auf X zu schalten. Der Tenor der Werber ist, dass der Microblogging-Dienst derzeit keine geeignete Plattform für jegliche Promotion-Aktivitäten sei. Man kann salopp formulieren, dass X derzeit "toxisch" ist und damit ist nicht nur die immer gehässigere Diskussionskultur dort gemeint.
Laut Lou Paskalis, Gründer und Geschäftsführer des Marketingberatungsunternehmens AJL Advisory, kommen die Werbetreibenden "nicht zurück". Sein Urteil gegenüber der NYT: "Es gibt keinen Werbewert, der das Reputationsrisiko einer Rückkehr auf die Plattform aufwiegen würde".
Mittlerweile haben mehr als 200 Unternehmen ihre Werbeaktivitäten auf Twitter pausiert bzw. eingestellt. Dazu zählen Größen wie Disney, IBM und Apple. Linda Yaccarino, die offiziell den CEO-Posten innehat, versucht immer wieder, die Aussagen von Musk zu entschärfen bzw. verweist sie auf X als Leuchtfeuer der Meinungsfreiheit. Doch das ist wohl vergebliche Mühe, wie Ruben Schreurs von Ebiquity, einem Marketing- und Medienberatungsunternehmen, meint.
"Das kommt überhaupt nicht gut an", meint Schreurs. Er ist auch der Ansicht, dass die bisherigen Pausen "zu einer Beendigung der Werbung auf X zu werden scheinen". Seiner Meinung nach könne das auch nur durch eine Maßnahme beendet werden, nämlich einem Wechsel in der Unternehmensführung.
Siehe auch:
Musk: Geht zum Teufel - Firmen: Ok, machen wir
Elon Musk hat kürzlich in einem Podiums-Interview die Unternehmen, die ihre Werbeschaltungen auf Twitter/X nach kontroversen und teils antisemitischen Aussagen des Chefs des Social-Media-Dienstes pausiert haben, übelst beleidigt. Er hat ihnen mitgeteilt, dass er sich nicht erpressen lassen will und teilte ihnen "Go fuck yourself" mit - eine Übersetzung dieses Satzes ist wohl nicht erforderlich.Und das hat auch den "gewünschten" Effekt, denn wie die New York Times (NYT) berichtet, teilten die Werbekunden umgehend mit, dass sie in absehbarer Zukunft nicht wieder auf X Anzeigen schalten wollen. Mindestens ein Dutzend Marketing- und Werbeagenturen ließen ausrichten, dass die Marken, die sie repräsentieren, "entschieden" gegen Werbung auf X seien.
Musk könnte mit seiner Tirade die Angelegenheit auch weiter verschlimmert haben. Denn einige Agenturen meinten, dass sie ihren Kunden und Partnern abgeraten haben, weiter Werbung auf X zu schalten. Der Tenor der Werber ist, dass der Microblogging-Dienst derzeit keine geeignete Plattform für jegliche Promotion-Aktivitäten sei. Man kann salopp formulieren, dass X derzeit "toxisch" ist und damit ist nicht nur die immer gehässigere Diskussionskultur dort gemeint.
Laut Lou Paskalis, Gründer und Geschäftsführer des Marketingberatungsunternehmens AJL Advisory, kommen die Werbetreibenden "nicht zurück". Sein Urteil gegenüber der NYT: "Es gibt keinen Werbewert, der das Reputationsrisiko einer Rückkehr auf die Plattform aufwiegen würde".
Mittlerweile haben mehr als 200 Unternehmen ihre Werbeaktivitäten auf Twitter pausiert bzw. eingestellt. Dazu zählen Größen wie Disney, IBM und Apple. Linda Yaccarino, die offiziell den CEO-Posten innehat, versucht immer wieder, die Aussagen von Musk zu entschärfen bzw. verweist sie auf X als Leuchtfeuer der Meinungsfreiheit. Doch das ist wohl vergebliche Mühe, wie Ruben Schreurs von Ebiquity, einem Marketing- und Medienberatungsunternehmen, meint.
"Das kommt überhaupt nicht gut an", meint Schreurs. Er ist auch der Ansicht, dass die bisherigen Pausen "zu einer Beendigung der Werbung auf X zu werden scheinen". Seiner Meinung nach könne das auch nur durch eine Maßnahme beendet werden, nämlich einem Wechsel in der Unternehmensführung.
Zusammenfassung
- Elon Musk beschimpft Werbepartner von Twitter/X
- Unternehmen boykottieren Plattform nach Musks Äußerungen
- Werbekunden wollen nicht auf Twitter/X zurückkehren
- Agenturen raten von Werbung auf Twitter/X ab
- Plattform gilt als "toxisch" für Promotion-Aktivitäten
- Über 200 Firmen stoppen Werbung, darunter Disney und IBM
- Führungskräfte versuchen Musks Aussagen zu entschärfen
Siehe auch:
- "Go fuck yourself" - Elon Musk beschimpft Ex-Werbepartner von Twitter
- eXodus geht weiter: Große Hollywood-Marken tauchen auf Twitter ab
- Werbe-Exodus bei Twitter/X: So teuer wird die Hetze von Musk
- Twitter bringt Headlines zurück, das könnte aber neue Probleme geben
- "Manipulation" und "Verleumdung": Twitter/X verklagt Media Matters
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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