"Manipulation" und "Verleumdung":
Twitter/X verklagt Media Matters
Bei Twitter bzw. X brennt der Hut. Denn zahlreiche Unternehmen haben dort ihre Werbeaktivitäten pausiert. Grund dafür sind einerseits umstrittene Posts von Elon Musk, andererseits Werbung in der Nähe von antisemitischen Posts. X wehrt sich nun juristisch.
Elon Musk, der selbst seit Tagen und Wochen durch grenzwertige Beiträge auffällt, bestreitet das und sieht darin eine Verschwörung linker Kreise. Der X-Chef legte nahe, dass Media Matters sogar Screenshots manipuliert habe - was die Organisation entschieden von sich weist. Musk jedenfalls hat bereits am Wochenende eine "thermonukleare Klage" wegen Verleumdung gegen Media Matters angekündigt.
Das wurde gestern auch tatsächlich gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde die Klage in einem Bezirksgericht in Texas eingereicht. Darin wirft Twitter/X Media Matters vor, die Ergebnisse "manipuliert" zu haben.
Laut dem Musk-Unternehmen sei Media Matters ausschließlich Konten von großen Marken sowie Nutzern, die für extremistische Beiträge bekannt sind, gefolgt. Daraufhin habe man den Feed "endlos gescrollt und aktualisiert", bis Anzeigen neben extremistischen Posts gefunden worden sind. Laut X spiegle das nicht das normale Nutzungsverhalten auf der Plattform wider und habe nur als Ziel, X und dessen Geschäft zu schädigen.
Siehe auch:
Twitter/X verliert Werbepartner
Vergangene Woche hat die Non-Profit-Organisation Media Matters aufgedeckt, dass Twitter/X die Anzeigen von zahlreichen namhaften Unternehmen in der Nähe von offen antisemitischen und nationalsozialistischen Posts ausspielt. Das führte dazu, dass zunächst IBM seine Aktivitäten auf dem Kurznachrichtendienst pausierte und diesem Beispiel zahlreiche weitere Konzerne folgten, darunter Apple, Warner Bros. Discovery, Sony, Paramount und Disney.Elon Musk, der selbst seit Tagen und Wochen durch grenzwertige Beiträge auffällt, bestreitet das und sieht darin eine Verschwörung linker Kreise. Der X-Chef legte nahe, dass Media Matters sogar Screenshots manipuliert habe - was die Organisation entschieden von sich weist. Musk jedenfalls hat bereits am Wochenende eine "thermonukleare Klage" wegen Verleumdung gegen Media Matters angekündigt.
Das wurde gestern auch tatsächlich gemacht. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurde die Klage in einem Bezirksgericht in Texas eingereicht. Darin wirft Twitter/X Media Matters vor, die Ergebnisse "manipuliert" zu haben.
Laut dem Musk-Unternehmen sei Media Matters ausschließlich Konten von großen Marken sowie Nutzern, die für extremistische Beiträge bekannt sind, gefolgt. Daraufhin habe man den Feed "endlos gescrollt und aktualisiert", bis Anzeigen neben extremistischen Posts gefunden worden sind. Laut X spiegle das nicht das normale Nutzungsverhalten auf der Plattform wider und habe nur als Ziel, X und dessen Geschäft zu schädigen.
Media Matters siegessicher
Angelo Carusone, der Präsident von Media Matters, bezeichnete die Klage als "unseriös" und sagte, sie sei dazu gedacht, "die Kritiker von X zum Schweigen zu bringen". Laut Carusone habe man keine Angst vor der Klage: "Media Matters steht hinter seiner Berichterstattung und freut sich auf einen Sieg vor Gericht."
Zusammenfassung
- Unternehmen pausieren Werbung bei Twitter/X
- Antisemitische Posts neben Anzeigen
- Musk: Vorwürfe sind Verschwörung, droht mit Klage
- Klage gegen Media Matters in Texas eingereicht
- Twitter/X: Media Matters manipulierte Ergebnisse
- Media Matters: Klage ist unseriös, sind siegessicher
Siehe auch:
- Werber-Exodus bei Twitter/X: Jetzt hat Musk ein echtes Problem
- Antisemitismus: IBM stoppt Werbung auf Twitter/X - Apple macht weiter
- PS4 und PS55: Sony kappt auf der PlayStation die Twitter/X-Verbindung
- Twitter/X startet morgen seine eigene KI, laut Musk "die beste" derzeit
- Elon Musk, Wirtschaftsgenie: Twitter ist offiziell nur noch die Hälfte wert
Thema:
Witold PryjdaSenior Redakteur
Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.
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