Meyer Burger: Solarzellen-Hersteller erwägt Abwanderung in die USA
Das zaghafte Pflänzchen einer sich neu entwickelnden Solarbranche in Deutschland könnte schon bald wieder eingehen. Der Hersteller Meyer Burger erwägt nun auch die Verlagerung seiner bestehenden Produktionslinien in die USA.
Angesichts der Dumpingpreise chinesischer Anbieter, zu denen es derzeit kaum Alternativen gibt, kann ein westlicher Hersteller ohne solche Hilfen kaum konkurrenzfähig arbeiten. In Europa und Deutschland liefen vergleichbare Maßnahmen deutlich später und auch sehr viel zaghafter an.
Hinzu kommt nun noch das Problem, dass das FDP-geführte Finanzministerium es nicht geschafft hat, die dafür vorgesehenen Fördertöpfe verfassungsmäßig zu gestalten. Auf Grundlage einer Beschwerde der CDU wurde der entsprechende Haushalt kürzlich vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt, was die Regierung vor zusätzliche Probleme stellte.
Ein Verbleib in Deutschland ist dabei nicht einmal zwingend daran geknüpft, dass dem Unternehmen durch den Staat Geld zur Verfügung gestellt würde. So gehört Meyer Burger beispielsweise zu den Unterzeichnern eines Schreibens an das Wirtschaftsministerium, in dem eine andere Ausrichtung von Ausschreibungen gefordert wird. Wenn hier nicht nur die rein finanziellen Aspekte eine Rolle spielen, sondern auch Faktoren wie klima- und umweltschonende Produktionsverfahren und sozial nachhaltige Lieferketten berücksichtigt würden, währen hiesige Hersteller deutlich stärker konkurrenzfähig.
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Konkurrenzfähigkeit wird nicht besser
In den USA wurde durch die Regierung ein enormes Investitionsprogramm angestoßen, mit dem die Ansiedlung diverser Zukunftstechnologien gefördert werden soll. Das bedeutet für einen Hersteller von Solarzellen beispielsweise, dass er beim Aufbau von Produktionskapazitäten in dem Land an günstige Kredite und andere Formen der Unterstützung kommt.Angesichts der Dumpingpreise chinesischer Anbieter, zu denen es derzeit kaum Alternativen gibt, kann ein westlicher Hersteller ohne solche Hilfen kaum konkurrenzfähig arbeiten. In Europa und Deutschland liefen vergleichbare Maßnahmen deutlich später und auch sehr viel zaghafter an.
Hinzu kommt nun noch das Problem, dass das FDP-geführte Finanzministerium es nicht geschafft hat, die dafür vorgesehenen Fördertöpfe verfassungsmäßig zu gestalten. Auf Grundlage einer Beschwerde der CDU wurde der entsprechende Haushalt kürzlich vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt, was die Regierung vor zusätzliche Probleme stellte.
Es geht nicht nur um Geld
Meyer Burger, das zuletzt wenigstens etwas Hoffnung auf mehr Unterstützung für seine Werke in Mitteldeutschland hatte, scheint nun kaum noch mehr Geduld aufbringen zu können. "Ein Szenario ist es, die Fertigung in die USA zu verlagern", sagte Firmenchef Gunter Erfurt gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Es wäre seine "größte berufliche Niederlage", wenn er der Belegschaft in Bitterfeld und Freiberg jetzt erklären müsste, dass die Fertigung auf die andere Seite des Atlantik umzieht.Ein Verbleib in Deutschland ist dabei nicht einmal zwingend daran geknüpft, dass dem Unternehmen durch den Staat Geld zur Verfügung gestellt würde. So gehört Meyer Burger beispielsweise zu den Unterzeichnern eines Schreibens an das Wirtschaftsministerium, in dem eine andere Ausrichtung von Ausschreibungen gefordert wird. Wenn hier nicht nur die rein finanziellen Aspekte eine Rolle spielen, sondern auch Faktoren wie klima- und umweltschonende Produktionsverfahren und sozial nachhaltige Lieferketten berücksichtigt würden, währen hiesige Hersteller deutlich stärker konkurrenzfähig.
Zusammenfassung
- Solarbranche in Deutschland droht der Rückgang.
- Meyer Burger erwägt Produktionsverlagerung in die USA.
- USA lockt mit Investitionsprogramm für Technologien.
- In Europa starteten Fördermaßnahmen später und schwächer.
- FDP-Finanzministerium scheitert an verfassungsgemäßer Förderung.
- Meyer Burger verliert Geduld wegen fehlender Unterstützung.
- Firma fordert faire Ausschreibungen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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