Neuartige GPS-Spoofing-Angriffe treffen seit Wochen Verkehrsflugzeuge

Im Nahen Osten kommt es seit September immer wieder zu Navigationsproblemen bei kommerziellen Flugzeugen. Falsche GPS-Signale gaukeln ihnen einen anderen Standort vor und immer wieder passiert es, dass sich die Maschinen auf einen falschen Kurs begeben.
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Fast in den Iran geflogen

Erstmals verirrten sich Ende September mehrere kommerzielle Flüge in der Nähe des Iran, nachdem die Navigationssysteme fehlerhafte Daten geliefert hatten. Die Flugzeuge empfingen zunächst gefälschte GPS-Signale, die ihnen vortäuschten, sie befänden sich meilenweit von ihrem tatsächlichen Standort entfernt. Eines der Flugzeuge wäre beinahe unerlaubt in den iranischen Luftraum eingeflogen.

Seitdem hat sich das Problem nach Aussagen von Flugzeugbesatzungen, die sich online darüber austauschen, weiter verschlimmert, berichtet das US-Magazin Motherboard. Experten versuchen herauszufinden, wer dahinter steckt - eine richtig heiße Spur scheint es bisher aber nicht zu geben.


Die OPSGROUP, eine internationale Gruppe von Piloten und Flugtechnikern, schlug wegen der Vorfälle Alarm und begann damit, Informationen zu sammeln. Nach Angaben der Gruppe ist auch nicht nur das US-System GPS betroffen, sondern auch die Fallback-Navigationssysteme anderer Anbieter. Die satellitengestützte Navigation kommt daher einem Totalausfall nahe.

Zahlreiche Vorfälle

Die Aktivität der Angreifer soll sich auf drei Regionen konzentrieren: Bagdad, Kairo und Tel Aviv. Die OPSGROUP hat in den letzten fünf Wochen mehr als 50 Vorfälle verfolgt, hieß es in einem November-Update. Dabei wurden drei neue und unterschiedliche Arten von Navigations-Spoofing-Vorfällen identifiziert.

GPS-Spoofing ist zwar nicht neu, aber der spezifische Vektor dieser Angriffe war bisher "undenkbar", so die OPSGROUP. Die Gruppe geht so weit, sie als Aufdeckung eines "fundamentalen Fehlers im Avionikdesign" zu bezeichnen. Das Spoofing korrumpiert das Inertial Reference System (IRS), ein Gerät, das oft als das "Gehirn" eines Flugzeugs bezeichnet wird und Gyroskope, Beschleunigungsmesser und andere technische Hilfsmittel für die Navigation von Flugzeugen verwendet.

"Das IRS (Inertial Reference System) sollte ein eigenständiges System sein, das nicht verfälscht werden kann. Der Gedanke, dass wir alle Navigationsfähigkeiten an Bord verlieren könnten und [die Flugsicherung] nach unserer Position fragen und einen Steuerkurs anfordern müsste, ergibt wenig Sinn", hieß es.

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