Twitter/X-"Chefin" reagiert dünnhäutig, leugnet, Marionette zu sein

In der Business-Welt sind CEOs nicht nur Geschäftsleute, sondern auch Medienprofis und beherrschen die Kunst, in vielen Worten nichts zu sagen. Auch X-CEO Linda Yaccarino sollte das wissen und beherrschen, doch sie reagierte bei einem Podiumsgespräch äußerst unglücklich.

X ist Elon Musk

Twitter bzw. X ist seit der Übernahme durch Elon Musk kein Unternehmen wie jedes andere. Das liegt vor allem am diktatorischen Stil von Musk, andererseits an seinen immer wieder kontroversen Aussagen und unter anderem Vorwürfen von Antisemitismus. Musk ist mittlerweile nicht mehr offiziell CEO des Social-Media-Unternehmens, diese Rolle hat Linda Yaccarino übernommen.

Allerdings sind im Wesentlichen alle Branchenkenner der Ansicht, dass Yaccarino nicht viel mehr ist als eine COO, also Chief Operating Officer und Musk der wahre Chef ist. Darauf wurde sie nun auch auf der Code Conference angesprochen. CNBC-Moderatorin und Journalistin Julia Boorstin wollte von Yaccarino wissen, ob sie denn "nur vom Namen bzw. Titel her CEO" sei (via Insider).

Yaccarino reagierte ziemlich bis sehr dünnhäutig auf diese Frage und meinte, ob Boorstin sie nur "zu einer Antwort zwingen" wolle, ob sie nur ein COO sei. Sie meinte weiter, dass diese Frage "nicht nett" sei und wollte auch nichts davon hören, dass das Produkt-Team nicht an Yaccarino berichtet, sondern eben Musk - im Gegensatz zu Meta und CEO Mark Zuckerberg. "(Musk) leitet die Technik. Er leitet ein Team von außergewöhnlich talentierten Ingenieuren. Mir ist es egal, wie die Struktur bei Meta aussieht, aber wer würde nicht gerne Elon Musk an seiner Seite haben, der das Produkt leitet?"

Den von Biograf Walter Isaacson beschriebenen "Dämonen-Modus" von Musk hat Yaccarino eigenen Angaben noch nie erlebt, sie habe stets einen "unterstützenden" Musk erlebt und nicht jenen, der als impulsiv, zu Wut tendierend und rachsüchtig beschrieben wird.

Yaccarino wurde auch auf einen überraschenden Auftritt von Ex-Twitter-Mitarbeiter Yoel Roth angesprochen. Dieser gab an, dass er nach der Veröffentlichung der "Twitter Files" zur Zielscheibe wütender Musk-Fans wurde und sogar sein Haus verlassen musste.

"Kenne ihn nicht"

Diesen schwerwiegenden Vorwürfen wich Yaccarino aus: "Yoel und ich kennen uns nicht. Er kennt mich nicht. Ich kenne ihn nicht. Ich arbeite bei X. Er hat bei Twitter gearbeitet. X ist ein neues Unternehmen, das sich auf freie Meinungsäußerung und Redefreiheit stützt. Twitter arbeitete zu der Zeit nach anderen Regeln, wie er selbst sagte, nach anderen Philosophien und Ideologien, die den Weg der Zensur einschlugen. Es ist ein neuer Tag bei X und ich werde es dabei belassen."

Die CEO wurde auch auf die Ankündigung von Musk angesprochen, wonach X für alle kostenpflichtig werden soll. Interviewerin Boorstin wollte auch wissen, wie viele Nutzer X dabei verlieren werde. Auch hier wich Yaccarino aus - das Wie bzw. ihren Blick muss man aber gesehen haben (siehe oben), um zu verstehen, wie genervt und auch unprofessionell die X-Chefin dabei wirkte.

Zusammenfassung
  • Linda Yaccarino ist CEO von Twitter, nach Übernahme durch Elon Musk.
  • Branchenkenner sehen Yaccarino eher als COO, Musk als wahren Chef.
  • Yaccarino reagiert dünnhäutig auf Fragen zu ihrer Rolle.
  • Yaccarino äußert sich ausweichend zu Vorwürfen von Yoel Roth.
  • Musk plant, Twitter kostenpflichtig zu machen.
  • Yaccarino wirkte genervt und unprofessionell während des Interviews.

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