Gigaset meldet Insolvenz an:
Ende der Smartphones 'Made In Germany'?
Gigaset ist pleite. Der deutsche Hersteller von Smartphones, DECT-Telefonen und Smart-Home-Produkten hat die Einreichung eines Insolvenzantrags beschlossen. Grund dafür sind die schlechte Geschäftsentwicklung und die aktuelle Marktlage.
Als Gründe für die Insolvenz nannte Gigasets PR-Chef Raphael Dörr einen überraschend starken Rückgang des Umsatzes in den letzten Monaten sowie eine sinkende Nachfrage rund um die Produkte des Unternehmens. Außerdem verwies Dörr auf die Zurückhaltung der potenziellen Käufer von diversen Elektronikprodukten.
Konkret hieß es von Gigaset:
[...] Der Hintergrund für den Insolvenzantrag ist im Wesentlichen ein unerwarteter und erheblicher Umsatzrückgang im 2. Halbjahr 2023 und somit eine deutlich unter den Planungen liegende Geschäftsentwicklung bei einer anhaltend und sich weiter zuspitzenden schwachen Nachfrage nach Gigaset Produkten sowie eine allgemeinen Kauf- und Konsumzurückhaltung in Deutschland und Europa mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität. Mit Kapitalgebern geführte Verhandlungen für neues Eigen- bzw. Fremdkapital haben sich bis zuletzt nicht ausreichend konkretisiert, um den notwendigen Finanzmittelzufluss zur Fortführung der Gigaset außerhalb eines Insolvenzverfahrens abzusichern. [...]
Gigaset hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 850 Mitarbeiter weltweit. Die Löhne sollen bis mindestens Ende November 2023 von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden, während das Insolvenzverfahren läuft. Die Geschäftstätigkeit und der Vertrieb sollen auch während des Insolvenzverfahrens weitergehen wie bisher.
Bei Gigaset hatte man zuletzt immer wieder versucht, sich mit relativ günstigen Android-Smartphones, die in Deutschland zusammengebaut werden, also "Made in Germany" sind, und einigen anderen neuen Produktreihen Nischen zu erschließen. Unter anderem bot man durchaus attraktive Rugged-Smartphones, Mittelklasse-Modelle mit reinem Android oder auch für Senioren optimierte Geräte an.
Siehe auch:
Geschäfte sollen vorerst weiterlaufen
Gigaset will die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragen. Dies ließ das Unternehmen gestern Abend in einer Pressemitteilung verlauten. Anscheinend hat sich die Lage rund um die Firma aus Bocholt in den letzten Monaten stark verschlechtert, weshalb man zahlungsunfähig geworden ist.Als Gründe für die Insolvenz nannte Gigasets PR-Chef Raphael Dörr einen überraschend starken Rückgang des Umsatzes in den letzten Monaten sowie eine sinkende Nachfrage rund um die Produkte des Unternehmens. Außerdem verwies Dörr auf die Zurückhaltung der potenziellen Käufer von diversen Elektronikprodukten.
Konkret hieß es von Gigaset:
[...] Der Hintergrund für den Insolvenzantrag ist im Wesentlichen ein unerwarteter und erheblicher Umsatzrückgang im 2. Halbjahr 2023 und somit eine deutlich unter den Planungen liegende Geschäftsentwicklung bei einer anhaltend und sich weiter zuspitzenden schwachen Nachfrage nach Gigaset Produkten sowie eine allgemeinen Kauf- und Konsumzurückhaltung in Deutschland und Europa mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität. Mit Kapitalgebern geführte Verhandlungen für neues Eigen- bzw. Fremdkapital haben sich bis zuletzt nicht ausreichend konkretisiert, um den notwendigen Finanzmittelzufluss zur Fortführung der Gigaset außerhalb eines Insolvenzverfahrens abzusichern. [...]
DECT war zu lange zu wichtig
Dem Unternehmen sei es und den letzten Jahren nicht gelungen, seine Abhängigkeit vom immer stärker schrumpfenden Kerngeschäft mit DECT-Telefonen zu überwinden, so Gigaset-CEO Magnus Ekerot in einer Stellungnahme. Man habe das Wachstum in anderen Geschäftsbereichen nicht ausreichend steigern können, sagte er weiter.Gigaset hat nach eigenen Angaben insgesamt rund 850 Mitarbeiter weltweit. Die Löhne sollen bis mindestens Ende November 2023 von der Bundesagentur für Arbeit übernommen werden, während das Insolvenzverfahren läuft. Die Geschäftstätigkeit und der Vertrieb sollen auch während des Insolvenzverfahrens weitergehen wie bisher.
Bei Gigaset hatte man zuletzt immer wieder versucht, sich mit relativ günstigen Android-Smartphones, die in Deutschland zusammengebaut werden, also "Made in Germany" sind, und einigen anderen neuen Produktreihen Nischen zu erschließen. Unter anderem bot man durchaus attraktive Rugged-Smartphones, Mittelklasse-Modelle mit reinem Android oder auch für Senioren optimierte Geräte an.
Zusammenfassung
- Gigaset, deutscher Hersteller von Elektronikprodukten, ist insolvent
- Ursachen: schlechte Geschäftsentwicklung, sinkende Nachfrage, Konsumzurückhaltung
- Unternehmen plant Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung
- Gigaset konnte Abhängigkeit vom schrumpfenden Kerngeschäft mit DECT-Telefonen nicht überwinden
- 850 Mitarbeiter weltweit, Löhne bis Ende November 2023 von Bundesagentur für Arbeit gesichert
- Geschäftstätigkeit und Vertrieb sollen während des Insolvenzverfahrens weiterlaufen
- Versuche, durch günstige Android-Smartphones und neue Produktreihen Marktanteile zu gewinnen, waren erfolglos.
Siehe auch:
- Gigaset GX6: Modernes Outdoor-Smartphone "made in Germany"
- "Router-Taskforce": Gigaset startet ersten WLAN-Router One X 8100
- Malwareschleuder Gigaset: Unternehmen startet automatische Abhilfe
- Malwareschleuder Gigaset: Spuren beim Schadcode-Rätsel (Update)
- Malwareschleuder bei Gigaset-Smartphones: Nutzer melden Schad-Apps
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