Teure Blaulichtfilter im Brillenglas werden wohl stark überbewertet
Wer viel am Bildschirm arbeitet, bekommt vom Optiker oft eine Brille mit Blaulichtfilter empfohlen - gegen entsprechenden Aufpreis natürlich. Allerdings scheinen diese längst nicht den Effekt zu haben, der von den Herstellern in der Werbung suggeriert wird.
Sie kamen zu dem Schluss, dass der aktuelle Forschungsstand keine schlüssigen Aussagen über die Vorteile von Blaulichtfiltern für die allgemeine Gesundheit der Augen, die Schlafqualität oder die Sehleistung zulässt. Dies gilt trotz der Tatsache, dass es eine Reihe von Werbeaussagen zu ebendiesen Vorteilen gibt und dass solche Linsen den Patienten häufig aufgrund ihrer angeblichen Wirksamkeit verkauft werden.
"Die Ergebnisse unserer Überprüfung auf der Grundlage der derzeit besten verfügbaren Daten zeigen, dass die Beweise für diese Behauptungen nicht schlüssig und unsicher sind", so die Hauptautorin der Studie, Laura Downie. "Unsere Ergebnisse sprechen nicht für die Verschreibung von Blaulichtfilterlinsen für die Allgemeinbevölkerung. Diese Ergebnisse sind für ein breites Spektrum von Interessengruppen relevant, darunter Augenärzte, Patienten, Forscher und die breite Öffentlichkeit."
Große Erwartungen zugunsten der Blaulichtfilter hat er allerdings nicht. "Die Menge an blauem Licht, die unsere Augen von künstlichen Quellen wie Computerbildschirmen erhalten, beträgt etwa ein Tausendstel dessen, welches wir von natürlichem Tageslicht bekommen", sagte er. "Außerdem sollte man bedenken, dass Brillengläser mit Blaulichtfilterung je nach Produkt in der Regel nur etwa 10 bis 25 Prozent des blauen Lichts herausfiltern." Bei einem höheren Grad wäre eine erhebliche Auswirkung auf die Farbwahrnehmung die Folge.
Siehe auch:
Metastudie mit vielen Daten
Forscher der Universität Melbourne haben mit Kollegen der Monash University und der City University of London 17 verschiedene Studien aus sechs Ländern ausgewertet, bei denen die Auswirkungen entsprechend beschichteter Brillengläser untersucht wurden. Die randomisierten Kontrollstudien hatten eine Größe von fünf bis 156 Teilnehmern und erstreckten sich jeweils über einen Zeitraum von weniger als einem Tag bis zu fünf Wochen.Sie kamen zu dem Schluss, dass der aktuelle Forschungsstand keine schlüssigen Aussagen über die Vorteile von Blaulichtfiltern für die allgemeine Gesundheit der Augen, die Schlafqualität oder die Sehleistung zulässt. Dies gilt trotz der Tatsache, dass es eine Reihe von Werbeaussagen zu ebendiesen Vorteilen gibt und dass solche Linsen den Patienten häufig aufgrund ihrer angeblichen Wirksamkeit verkauft werden.
"Die Ergebnisse unserer Überprüfung auf der Grundlage der derzeit besten verfügbaren Daten zeigen, dass die Beweise für diese Behauptungen nicht schlüssig und unsicher sind", so die Hauptautorin der Studie, Laura Downie. "Unsere Ergebnisse sprechen nicht für die Verschreibung von Blaulichtfilterlinsen für die Allgemeinbevölkerung. Diese Ergebnisse sind für ein breites Spektrum von Interessengruppen relevant, darunter Augenärzte, Patienten, Forscher und die breite Öffentlichkeit."
Wirkung ohnehin begrenzt
Das schließt allerdings nicht aus, dass es doch eine Wirkung gegen könnte. Die bisher vorliegenden Daten zeigen eine solche aber bisher nicht, noch dazu mit einem so starken Effekt, dass er über die Spanne statistischer Ungenauigkeiten hinweggehen würde. "Qualitativ hochwertige, große klinische Forschungsstudien mit längerer Nachbeobachtungszeit in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen sind noch erforderlich, um die potenziellen Auswirkungen von Brillengläsern mit Blaulichtfilterung auf die Sehleistung, den Schlaf und die Gesundheit der Augen klarer zu ermitteln", erklärte Mitautor Sumeer Singh. "Dabei sollte untersucht werden, ob die Wirksamkeit und die Sicherheit der Brillengläser bei verschiedenen Personengruppen unterschiedlich ausfallen.Große Erwartungen zugunsten der Blaulichtfilter hat er allerdings nicht. "Die Menge an blauem Licht, die unsere Augen von künstlichen Quellen wie Computerbildschirmen erhalten, beträgt etwa ein Tausendstel dessen, welches wir von natürlichem Tageslicht bekommen", sagte er. "Außerdem sollte man bedenken, dass Brillengläser mit Blaulichtfilterung je nach Produkt in der Regel nur etwa 10 bis 25 Prozent des blauen Lichts herausfiltern." Bei einem höheren Grad wäre eine erhebliche Auswirkung auf die Farbwahrnehmung die Folge.
Zusammenfassung
- Brillen mit Blaulichtfilter oft von Optikern empfohlen
- Forscher untersuchten 17 Studien zu Auswirkungen von Blaulichtfiltern
- Keine schlüssigen Aussagen zu Vorteilen für Gesundheit oder Schlafqualität
- Beweise für Vorteile von Blaulichtfiltern unsicher, nicht schlüssig
- Notwendigkeit weiterer qualitativer Forschungsstudien betont
- Blaulicht von Bildschirmen nur ein Tausendstel von natürlichem Licht
- Blaulichtfilter-Brillen filtern nur 10-25% des blauen Lichts
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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