Neu entwickelte Kamera zeigt live die Weltsicht von Tieren

Viele Tiere haben bekanntermaßen eine deutlich andere Wahrnehmung der Welt als wir Menschen. Eine neu entwickelte Kamera soll anhand der bestehenden Erkenntnisse über die Augen verschiedener Arten nun direkt Bilder liefern können, die einen entsprechenden Eindruck vermitteln.
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Im Laufe der Evolution des Auges haben sich die Augen vieler Tiere an ihre besonderen Bedürfnisse angepasst. So ist das Wahrnehmungsspektrum bei Insekten im Vergleich zum Menschen stärker in den ultravioletten Bereich verschoben, sodass sich etwa Blüten stärker aus ihrer Umgebung herausheben. Und Fluchttiere wie das Reh nehmen weniger Farben wahr, da es für sie wichtiger ist, Bewegungen in ihrem vielfältigen Lebensraum auszumachen.

Die heute verwendeten Methoden zur Erstellung entsprechender Bilder sind zwar zuverlässig, aber auch sehr aufwendig und haben klare Grenzen, da sie beispielsweise nur mit Standbildern bei bestimmten Lichtverhältnissen funktionieren. Ein Forscherteam aus Großbritannien und den USA hat nun eine vielseitigere und dynamischere Technik entwickelt, um das Farbsehen von Tieren auf unsere Augen zu übertragen. Kamera liefert Tier-SichtweiseFalter der Art Colias eurytheme sind für UV-sehende Vögel eher unauffällig Sie soll durch die Kombination bestehender Fotomethoden mit neuartiger Hardware und Software funktionieren. "Das System funktioniert, indem das Licht auf zwei Kameras aufgeteilt wird, wobei eine Kamera für ultraviolettes Licht und die andere für sichtbares Licht empfindlich ist. Diese Trennung von ultraviolettem und sichtbarem Licht wird durch ein Stück optisches Glas, einen sogenannten Strahlenteiler, erreicht. Diese optische Komponente reflektiert das UV-Licht wie ein Spiegel, lässt aber das sichtbare Licht genauso durch wie klares Glas", erklärte Daniel Hanley, Professor für Biologie an der George Mason University. Kamera liefert Tier-SichtweisePfauenfeder: A) Falschfarben, B) Mensch, C) Honigbiene, D) Hund

Die Software des Teams wandelt dann die von den Kameras empfangenen Daten in "Wahrnehmungseinheiten" um, die der bekannten Empfindlichkeit der Fotorezeptoren eines Tieres entsprechen. Auf diese Weise lassen sich Bilder oder zum ersten Mal wirklich präzise bewegte Videos von den Farben erstellen, die nichtmenschliche Tiere in der Welt sehen, so die Wissenschaftler.

"Die Idee, Aufnahmen im UV-Bereich zu machen, gibt es schon seit Langem, aber aufgrund der damit verbundenen technischen Schwierigkeiten gab es bisher nur relativ wenige Versuche. Interessanterweise stammt das erste veröffentlichte UV-Video aus dem Jahr 1969!", so der Forscher. "Unser neuer Ansatz bietet ein wertvolles Maß an wissenschaftlicher Genauigkeit, sodass unsere Videos für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden können."

Zusammenfassung
  • Neue Kamera simuliert Tierwahrnehmung
  • Evolution des Auges führte zu Spezialanpassungen
  • Insekten sehen mehr UV, Rehe erkennen Bewegungen besser
  • Bisherige Methoden sind aufwendig und begrenzt
  • Britisch-US-Team entwickelt dynamische Technik
  • System trennt verschiedene Lichtspektren
  • Software erzeugt "Wahrnehmungseinheiten" für Tieraugen
  • Erstmals präzise Videos aus Tiersicht möglich

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