Kernfusion: Deutschland soll bis 2045 ein erstes Kraftwerk haben

Die Erforschung der Kernfusion soll in Deutschlands Wis­sen­schafts-Land­schaft zukünftig eine zentrale Rolle spielen. Der Bund will hier mit Geld helfen, aber auch mit einem Umbau der gesetzlichen Grundlagen, die bisher schlicht noch nicht passen.
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Die Kernfusion scheint eine Herzensangelegenheit für Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FPD) zu sein. Immerhin dreht sich ein nicht unwesentlicher Teil ihrer öffentlichen Äußerungen um dieses Thema. Inzwischen hat sie dies auch in ihrem Aufgabenbereich als Ministerin aufgegriffen und ließ in ihrem Haus ein Positionspapier Fusionsforschung ausarbeiten. Dieses kommt zu dem Schluss, dass es bis 2045 machbar sein sollte, ein marktreifes Kernfusions-Kraftwerk zu bauen.

Dafür will das Ministerium unter anderem ein neues Förderprogramm starten, das sowohl Magnet- als auch Laserfusionsforschung umfasst. Dessen Grundzüge werden in dem Papier erläutert, jetzt soll der Wissenschafts-Community und der Wirtschaft Gelegenheit gegeben werden, sich dazu zu äußern. Eine Idee ist es, wissenschaftliche Hubs entstehen zu lassen, in deren Umfeld sich dann auch Wirtschaftsunternehmen ansiedeln, die eine kommerzielle Umsetzung der Forschungsergebnisse gewährleisten.


Die Lösung aller Probleme

"Die Energiekrise hat uns vor Augen geführt, wie essenziell eine saubere, verlässliche und bezahlbare Energieversorgung ist. Fusion ist die riesige Chance, all unsere Energieprobleme zu lösen", erklärte Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger. Angesichts der Arbeit ihres Expertengremiums, von dem das Papier erstellt wurde, rückte sie allerdings von früheren Aussagen ab, nach denen die Technologie bereits in zehn Jahren einsetzbar sein sollte - was von Fachleuten als völlig unrealistisch abgetan wurde.

Die Zielmarke 2045 klingt bereits durchaus machbarer - wobei man allerdings nicht vergessen darf, dass sich der gesamte Bereich noch immer im Bereich der Grundlagenforschung befindet. Ob es also überhaupt möglich sein wird, ein praktisch nutzbares Fusionskraftwerk zu bauen, ist noch immer nicht sicher. Klar ist dabei, dass die Technologie in der Energiewende weg von fossilen Brennstoffen keine Rolle spielen wird. Denn der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas muss deutlich vor der Zeit erfolgen, in der die Kernfusion einen nennenswerten Anteil an der Energieversorgung leisten könnte. Tröstlich dabei: Empfangsmodule für die Energie unseres großen, natürlichen Fusions-Reaktors - der Sonne - gibt es inzwischen für jedermann im Baumarkt zu kaufen.

Zusammenfassung
  • Kernfusion soll zentrale Rolle in deutscher Wissenschaft spielen.
  • Bundesregierung will Geld und gesetzliche Grundlagen bereitstellen.
  • Fusionsforschung soll bis 2045 ein marktreifes Kraftwerk ermöglichen.
  • Förderprogramm für Magnet- und Laserfusionsforschung geplant.
  • Kernfusion kann nicht helfen, Energiekrise zu lösen.
  • Empfangsmodule für Energie der Sonne bereits im Baumarkt erhältlich.
  • Kernfusion noch immer im Bereich der Grundlagenforschung.

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