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ITER: Weltgrößtes Kernfusions-Experiment gerät völlig außer Kontrolle
Das weltweit größte Projekt für die Fusionsforschung, der International Thermonuclear Experimental Reactor (ITER), steckt wohl tiefer in Schwierigkeiten, als bisher bekannt ist. Das zeigen Unterlagen, die jetzt aufgrund von Gerichtsprozessen öffentlich wurden.
Beim ITER arbeiten 35 Länder gemeinsam daran, eine große Tokamak-Fusionsanlage aufzubauen. Allerdings läuft es wohl darauf hinaus, dass diese keine Rekorde bei der Erzeugung von Plasma aufstellt, sondern in erster Linie beim Verbrennen von Geld und der Nichteinhaltung von Zeitplanungen. Zusammengenommen laufen die Probleme inzwischen auf ein Ausmaß hinaus, das den ITER zu einem der größten Fehlschläge der Wissenschaftsgeschichte machen könnte, berichtet das Magazin Scientific American.
Als der Bau des ITER 2006 startete, plante man mit einer Projektlaufzeit von zehn Jahren und einem Budget von 6,3 Milliarden Dollar. Aktuell steht man bei Ausgaben in Höhe von 22 Milliarden Dollar. Und in zwei Jahren soll die Anlage endlich in Betrieb gehen, womit die Bauzeit bereits fast zweimal so lange wie veranschlagt gedauert hätte. Doch zeigen die jüngst bekannt gewordenen Dokumente, dass auch daraus wohl kaum etwas werden wird.
Aus den Dokumenten, die vor einem Jahr für eine nicht öffentliche Sitzung des ITER-Rates erstellt wurden, geht hervor, dass sich das Projekt damals auf eine dreijährige Verzögerung einstellte - eine Verdoppelung der internen Schätzungen, die nur sechs Monate zuvor erstellt wurden. Und in dem Jahr, in dem diese Dokumente verfasst wurden, sind die ohnehin schon düsteren Nachrichten aus dem ITER leider nur noch schlimmer geworden.
Denn es zeigte sich, dass auch niemand in der Lage war, eine realistische Schätzung der zusätzlich nötigen Gelder abzugeben. Auch bei den großen Partnern, wie beispielsweise die USA in Form des Energieministeriums, scheint niemand eine brauchbare Übersicht zu haben. Der Optimismus, dass am Ende alles gut wird, scheint so immer weiter zu schwinden.
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Als der Bau des ITER 2006 startete, plante man mit einer Projektlaufzeit von zehn Jahren und einem Budget von 6,3 Milliarden Dollar. Aktuell steht man bei Ausgaben in Höhe von 22 Milliarden Dollar. Und in zwei Jahren soll die Anlage endlich in Betrieb gehen, womit die Bauzeit bereits fast zweimal so lange wie veranschlagt gedauert hätte. Doch zeigen die jüngst bekannt gewordenen Dokumente, dass auch daraus wohl kaum etwas werden wird.
Niemand hat einen Plan
Demnach sieht sich das ITER-Projekt nicht nur mit zusätzlichen Verzögerungen von mehreren Jahren konfrontiert, sondern auch mit der zunehmenden internen Erkenntnis, dass die verbleibenden technischen Herausforderungen dazu führen werden, dass die Budgets noch weiter aus dem Ruder laufen. Ein erfolgreicher Betrieb wird somit immer weiter in die Zukunft verschoben, was es natürlich immer schwieriger macht, die beteiligten Staaten finanziell bei der Stange zu halten.Aus den Dokumenten, die vor einem Jahr für eine nicht öffentliche Sitzung des ITER-Rates erstellt wurden, geht hervor, dass sich das Projekt damals auf eine dreijährige Verzögerung einstellte - eine Verdoppelung der internen Schätzungen, die nur sechs Monate zuvor erstellt wurden. Und in dem Jahr, in dem diese Dokumente verfasst wurden, sind die ohnehin schon düsteren Nachrichten aus dem ITER leider nur noch schlimmer geworden.
Denn es zeigte sich, dass auch niemand in der Lage war, eine realistische Schätzung der zusätzlich nötigen Gelder abzugeben. Auch bei den großen Partnern, wie beispielsweise die USA in Form des Energieministeriums, scheint niemand eine brauchbare Übersicht zu haben. Der Optimismus, dass am Ende alles gut wird, scheint so immer weiter zu schwinden.
Zusammenfassung
- ITER: weltgrößtes Fusionsforschungsprojekt, 35 Länder beteiligt
- Budget: 6,3 Milliarden Dollar, Bauzeit: zehn Jahre
- Probleme: Geld- und Zeitplanungen nicht eingehalten
- Verzögerungen von mehreren Jahren, Finanzen schwierig zu halten
- Geldschätzungen nicht realistisch, Optimismus schwindet
- ITER könnte einer der größten Fehlschläge der Geschichte werden
- Anlage soll in zwei Jahren in Betrieb gehen, unklar, ob das gelingt
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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