Wahlkampf mit der Energie:
Bayern startet den Masterplan Kernfusion
Die bayerische Landesregierung steht im aktuellen Wahlkampf wegen ihrer bisherigen Energiepolitik in der Kritik. Dem setzt man jetzt einen Masterplan für die Nutzung der Kernfusion entgegen und will hier entgegen dem Forschungsstand schnell zu Ergebnissen kommen.
Fachleute dürften über die Aussage in mehrfacher Hinsicht die Stirn runzeln. Denn ob Kernfusion jemals zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann, steht noch in den Sternen. Bisher ist es trotz einiger vielversprechender Ansätze bisher nicht einmal gelungen, ein Versuchssystem für die Plasmaforschung stabil zum Laufen zu bekommen. Selbst unter optimistischsten Annahmen kann man frühestens in einigen Jahrzehnten mit einer kommerziell nutzbaren Anlage rechnen. Dass Bayern keineswegs Vorreiter bei den Erneuerbaren ist und die Grundlastfähigkeit ebenfalls ein Konzept vergangener Tage, spielt da schon eine untergeordnete Rolle.
Wissenschaftsminister Markus Blume träumt entgegen der Realität in der Forschung aber von einem viel schnelleren Weg. "Und dieser Traum ist in greifbarer Nähe - keine Frage von Jahrzehnten", sagte er. Dies wäre aus seiner Sicht auch eine Gelegenheit, das ganze Land hinter einem gemeinsamen Projekt zu versammeln: "Wir wollen nicht nur Atomkerne vereinen, sondern auch die Gesellschaft", so Blume.
Das gesamte Kernfusions-Programm soll laut der bayerischen Landesregierung aus folgenden Kernpunkten bestehen:
Siehe auch:
- Bayerische Landesregierung stellt Masterplan für Kernfusion vor
- Ziel: Sauberer, sicherer und CO₂-freier Strom
- Fachleute skeptisch, ob Kernfusion für Energieerzeugung nutzbar ist
- Wissenschaftsminister Blume: Kernfusion in "greifbarer Nähe"
- Max-Planck-Institut für Plasmaphysik spielt zentrale Rolle
- Programm umfasst Expertenkommission, Fusion-Cluster und Förderprogramme
- Initiative für nationale Gesamtstrategie für Kernfusion geplant
Ein großer Traum
"Wir wollen Pionier bei der Energieversorgung der Zukunft sein. Das Ziel ist sauberer, sicherer und CO₂-freier Strom. Bayern baut die erneuerbaren Energien so stark aus wie kein anderes Bundesland, aber wir brauchen auch neue Formen der Grundlastfähigkeit", erklärte Ministerpräsident Markus Söder.Fachleute dürften über die Aussage in mehrfacher Hinsicht die Stirn runzeln. Denn ob Kernfusion jemals zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann, steht noch in den Sternen. Bisher ist es trotz einiger vielversprechender Ansätze bisher nicht einmal gelungen, ein Versuchssystem für die Plasmaforschung stabil zum Laufen zu bekommen. Selbst unter optimistischsten Annahmen kann man frühestens in einigen Jahrzehnten mit einer kommerziell nutzbaren Anlage rechnen. Dass Bayern keineswegs Vorreiter bei den Erneuerbaren ist und die Grundlastfähigkeit ebenfalls ein Konzept vergangener Tage, spielt da schon eine untergeordnete Rolle.
Wissenschaftsminister Markus Blume träumt entgegen der Realität in der Forschung aber von einem viel schnelleren Weg. "Und dieser Traum ist in greifbarer Nähe - keine Frage von Jahrzehnten", sagte er. Dies wäre aus seiner Sicht auch eine Gelegenheit, das ganze Land hinter einem gemeinsamen Projekt zu versammeln: "Wir wollen nicht nur Atomkerne vereinen, sondern auch die Gesellschaft", so Blume.
IPP im Mittelpunkt
Eine zentrale Rolle wird das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching spielen. Auch dort gibt man sich optimistisch - was angesichts der erwartbaren zusätzlichen Forschungsgelder wenig verwundert. Das IPP soll aber nicht nur seiner eigentlichen Aufgabe der Grundlagenforschung nachkommen, sondern auch Verbindungen zur Wirtschaft entwickeln, um gemeinsame Praxisprojekte voranzutreiben.Das gesamte Kernfusions-Programm soll laut der bayerischen Landesregierung aus folgenden Kernpunkten bestehen:
- Etablierung einer Expertenkommission "Mission Kernfusion"
- Errichtung des "Bavarian Fusion Clusters"
- Ausbildungsoffensive an den Hochschulen
- Auflage eines bayerischen Fusionsförderprogramms
- Initiative für eine nationale Gesamtstrategie für Kernfusion
Siehe auch:
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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