EU will Ewigkeits-Chemikalien verbieten - Chiphersteller lehnen das ab
Die EU hat in dieser Woche einen Gesetzgebungsprozess eingeleitet, an dessen Ende ein komplettes Verbot der sogenannten Ewigkeits-Chemikalien stehen kann. Insbesondere aus der Chip-Industrie gibt es dagegen teils erheblichen Widerstand, berichtet die Financial Times.
Hinter diesem eingängigen Begriff stecken die Perfluoralkyl- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS). Diese werden in Zehntausenden von Produkten verwendet, darunter Autos, Textilien, medizinischen Geräten, Windmühlen. Sie sind gern genutzte Rohstoffe, da sie langfristig extremen Temperaturen und Korrosion standhalten. PFAS werden jedoch auch mit Gesundheitsrisiken wie Krebs, hormonellen Störungen und einem geschwächten Immunsystem sowie anderen Umweltschäden in Verbindung gebracht.
Die fünf Länder Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Schweden und der Nicht-EU-Staat Norwegen, von denen die Gesetzgebungs-Initiative ausgeht, erklärten dazu, dass es sich bei einer Verabschiedung ihres Vorschlags um eines der größten Verbote chemischer Stoffe handeln würde, die es je in Europa gegeben hat. "Ein Verbot würde die Mengen von PFAS in der Umwelt langfristig reduzieren. Es würde auch Produkte und Prozesse für den Menschen sicherer machen", hieß es.
Insbesondere in der Chip-Industrie trifft der Vorstoß auf Ablehnung. Aus der Branche hieß es, dass ein Verbot zu tiefgehenden Erschütterungen in der Verarbeitungskette führen wird - und dies in einer Branche, die ohnehin schon mit diversen Problemen zu kämpfen hat. Weniger ablehnend ist hingegen die Haltung der chemischen Industrie. Diese kündigte bereits an, den Vorschlag zu prüfen und differenziert Stellung zu nehmen. Das kommt nicht von ungefähr - denn in der Branche ist man sich der Probleme durchaus bewusst. Der Konzern 3M, einer der größten PFAS-Hersteller, hat sogar schon einen eigenen Ausstiegsplan erarbeitet.
Siehe auch:
Die fünf Länder Deutschland, die Niederlande, Dänemark, Schweden und der Nicht-EU-Staat Norwegen, von denen die Gesetzgebungs-Initiative ausgeht, erklärten dazu, dass es sich bei einer Verabschiedung ihres Vorschlags um eines der größten Verbote chemischer Stoffe handeln würde, die es je in Europa gegeben hat. "Ein Verbot würde die Mengen von PFAS in der Umwelt langfristig reduzieren. Es würde auch Produkte und Prozesse für den Menschen sicherer machen", hieß es.
Es ist kompliziert
Sobald das Verbot in Kraft ist, haben die Unternehmen laut dem Entwurf zwischen 18 Monaten und 12 Jahren Zeit, um Alternativen zu den mehr als 10.000 betroffenen PFAS einzuführen. Die Fristen richten sich hier jeweils auch danach, welche Alternativen verfügbar sind. Für manche gibt es kaum einen vergleichbaren Ersatz, in vielen Bereichen ist die Umstellung auf weniger riskante Chemikalien hingegen vor allem eine Geldfrage.Insbesondere in der Chip-Industrie trifft der Vorstoß auf Ablehnung. Aus der Branche hieß es, dass ein Verbot zu tiefgehenden Erschütterungen in der Verarbeitungskette führen wird - und dies in einer Branche, die ohnehin schon mit diversen Problemen zu kämpfen hat. Weniger ablehnend ist hingegen die Haltung der chemischen Industrie. Diese kündigte bereits an, den Vorschlag zu prüfen und differenziert Stellung zu nehmen. Das kommt nicht von ungefähr - denn in der Branche ist man sich der Probleme durchaus bewusst. Der Konzern 3M, einer der größten PFAS-Hersteller, hat sogar schon einen eigenen Ausstiegsplan erarbeitet.
Zusammenfassung
- EU leitet Gesetzgebungsprozess für Verbot von Ewigkeits-Chemikalien ein
- PFAS werden mit Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht
- Fünf Länder fordern Verbot
- Chip-Industrie lehnt Verbot ab, chemische Industrie sucht Wege
- 3M, einer der größten PFAS-Hersteller, hat eigenen Ausstiegsplan erarbeitet
Siehe auch:
- Chips und Co.: 3M steigt aus Produktion von Ewigkeits-Chemikalien aus
- Clevere Chemie: Gewöhnliche Ziegelsteine werden zum Stromspeicher
- Weltverändernd: Nobelpreis für Chemie geht an drei Akku-Forscher
- "Chemical Revolution": BKA hebt großen Online-Drogenversand aus
- TSMC: Fehlerhafte Chemikalie stört Chipfertigung für Nvidia und Huawei
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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