Ach, das hält schon: Atom-U-Boot-Reaktor mit Superkleber repariert

Ein U-Boot kostet den einen oder anderen Euro bzw. britisches Pfund. Dessen Betrieb sowie Instandhaltung sind ebenfalls alles andere als billig. Im Fall eines Nuklearantriebs ist das Ganze auch noch sehr sensibel - und Reparaturen sollten nicht mit Haus­mit­teln durchgeführt werden.
U-Boot, Royal Navy, Trident, Vanguard Class, HMS Victorious
Royal Navy/Ministry of Defence
Doch an Bord der HMS Vanguard der britischen Marine dachten sich für die Wartung zuständige Arbeiter wohl "Selbst ist der Mann oder die Frau" und "reparierten" einen Schaden mit einfachsten Mitteln. Denn wie die britische Zeitung The Sun berichtet, haben Arbeiter auf dem atomar bewaffneten und betriebenem U-Boot der Trident-Klasse mehrere gebrochene Bolzen mit einem nicht näher benanntem Klebstoff repariert. Das Brisante daran: Diese befanden sich in der Reaktorkammer des Schiffes. Konkret soll es sich hier um die Kühlrohre gehandelt haben.

Die Sache flog bei einer Inspektion des U-Bootes auf, denn dabei löste sich einer der Bolzen und fiel zu Boden. In weiterer Folge wurde dann festgestellt, dass das nicht der einzige Fall dieser Art war. Dass es überhaupt dazu kam, lag am zu starken Anziehen der Schraubenköpfe, diese lösten sich daraufhin. Die beschädigten Schäfte wurden aber nicht ersetzt, Mitarbeiter des Rüstungsunternehmens Babcock griffen stattdessen zu einer schnellen Lösung und klebten sie schlichtweg an.


"Es ist eine Schande"

In der Royal Navy löste dieser Pfusch Entsetzen aus: "Es ist eine Schande. Bei der Atomkraft darf man nicht sparen. Standards sind Standards. Bei der Kernenergie gibt es keine Kompromisse", sagte ein Insider gegenüber der Sun. Dass es hier zu keinem fatalen Unfall gekommen ist, lag am Timing: Denn diese "Reparatur" wurde kurz vor der Inbetriebnahme des U-Bootes bzw. des Reaktors entdeckt.

Die britische Marine hat eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet und will nun genauestens herausfinden, wie es dazu kommen konnte und wer dafür verantwortlich war. Das Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall, sprach aber allgemein von einem "Defekt", der "umgehend gemeldet und behoben" wurde.

Zusammenfassung
  • Auf einem U-Boot reparierten Arbeiter einen Schaden mit Hausmitteln.
  • Der Schaden befand sich in der Reaktorkammer.
  • Die Reparatur wurde bei einer Inspektion entdeckt.
  • Das Verteidigungsministerium bestätigte den Vorfall.
  • Eine Untersuchung wird durchgeführt, um den Vorfall aufzuklären.

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