Virgin Orbit vor Pleite, finanzielle Bruchlandung kaum zu verhindern
Gestern wollte Virgin Orbit Geschichte schreiben und vom Spaceport Cornwall den ersten Start einer Rakete vom britischen Boden durchführen. Doch das klappte nicht und womöglich ist das von Richard Branson gegründete Raumfahrtunternehmen bald selbst Geschichte.
Virgin Orbit, das vom britischen Milliardär, Abenteurer und Exzentriker Richard Branson gegründet wurde, verfolgt ein vermeintlich naheliegendes Konzept. Denn man startet die Rakete nicht direkt vom Boden, sondern packt diese auf ein Spezialflugzeug und fliegt damit möglichst hoch. Erst auf knapp elf Kilometern Höhe macht sich die LauncherOne genannte Rakete auf den Weg ins All.
Anfang dieser Woche sollte dieses Vorhaben auch erstmals von Großbritannien aus gelingen. Kein Wunder: Virgin One hat zwar seinen Sitz in Kalifornien, ist aber natürlich schon alleine wegen Branson tief in Großbritannien verwurzelt. Und das wollte man nun auch in der "Start Me Up" genannten Mission ehren, doch diese scheiterte.
Anfangs schien alles wie geplant zu laufen, denn die umgebaute Boeing 747 mit dem Namen Cosmic Girl hob ohne Probleme vom Spaceport Cornwell ab und auch die Trennung von LauncherOne lief nach Plan. Stolz verkündete Virgin One auch: "LauncherOne ist jetzt offiziell im Weltraum!" Das war allerdings nicht ganz korrekt, denn später korrigiert man sich und teilte mit, dass eine Anomalie die Mission daran gehindert habe, die Umlaufbahn wie geplant zu erreichen.
Laut unabhängigen Beobachtern hat das Projekt bisher eine Milliarde Dollar verschlungen. Zwar konnte man in Januar 2021 erstmals erfolgreich die LauncherOne-Rakete starten und seither etwa alle sechs Monate einen Start durchführen. Letzteres bringt aber allenfalls zwölf Millionen pro Launch ein und das ist nicht ansatzweise genug, um aus den roten Zahlen zu kommen.
Das Geld kam zuletzt von der Virgin-Mutter sowie von Investoren. In den ersten neun Monaten von 2022 kam das Unternehmen auf ein Minus von knapp 140 Millionen Dollar (das vierte Quartal wurde noch nicht bekannt gegeben).
Alles in allem sieht es nicht gut aus: Unter der Annahme monatlicher Verlusten von etwa 20 Millionen Dollar schätzen Finanzexperten, dass Virgin Orbit nur über genügend Barmittel verfügt, um bis etwa März 2023 zu überleben. Das Unternehmen wird also bis dahin erhebliches zusätzliches Kapital aufbringen müssen, um die Pleite zu vermeiden - und das wird angesichts des aktuellen Fehlschlags alles andere als einfach.
Siehe auch:
Anfang dieser Woche sollte dieses Vorhaben auch erstmals von Großbritannien aus gelingen. Kein Wunder: Virgin One hat zwar seinen Sitz in Kalifornien, ist aber natürlich schon alleine wegen Branson tief in Großbritannien verwurzelt. Und das wollte man nun auch in der "Start Me Up" genannten Mission ehren, doch diese scheiterte.
Anfangs schien alles wie geplant zu laufen, denn die umgebaute Boeing 747 mit dem Namen Cosmic Girl hob ohne Probleme vom Spaceport Cornwell ab und auch die Trennung von LauncherOne lief nach Plan. Stolz verkündete Virgin One auch: "LauncherOne ist jetzt offiziell im Weltraum!" Das war allerdings nicht ganz korrekt, denn später korrigiert man sich und teilte mit, dass eine Anomalie die Mission daran gehindert habe, die Umlaufbahn wie geplant zu erreichen.
Pleite kaum noch zu vermeiden
Für Virgin Orbit ist das auch aus einem anderen Grund eine mehr als schlechte Nachricht: Denn das Unternehmen hat schon seit einer Weile große finanzielle Probleme. Und es sieht nicht danach aus, als würde Virgin Orbit das Jahr 2023 überleben, der jüngste Fehlschlag könnte der letzte Sargnagel gewesen sein. Denn wie Ars Technica berichtet, hat das Unternehmen schon länger wirtschaftliche Turbulenzen.Laut unabhängigen Beobachtern hat das Projekt bisher eine Milliarde Dollar verschlungen. Zwar konnte man in Januar 2021 erstmals erfolgreich die LauncherOne-Rakete starten und seither etwa alle sechs Monate einen Start durchführen. Letzteres bringt aber allenfalls zwölf Millionen pro Launch ein und das ist nicht ansatzweise genug, um aus den roten Zahlen zu kommen.
Das Geld kam zuletzt von der Virgin-Mutter sowie von Investoren. In den ersten neun Monaten von 2022 kam das Unternehmen auf ein Minus von knapp 140 Millionen Dollar (das vierte Quartal wurde noch nicht bekannt gegeben).
Alles in allem sieht es nicht gut aus: Unter der Annahme monatlicher Verlusten von etwa 20 Millionen Dollar schätzen Finanzexperten, dass Virgin Orbit nur über genügend Barmittel verfügt, um bis etwa März 2023 zu überleben. Das Unternehmen wird also bis dahin erhebliches zusätzliches Kapital aufbringen müssen, um die Pleite zu vermeiden - und das wird angesichts des aktuellen Fehlschlags alles andere als einfach.
Siehe auch:
- Briten scheitern bei ihrem ambitionierten Satelliten-Startprojekt
- Vom Flugzeug ins All: Virgin Orbit gelingt erstmals LauncherOne-Start
- Virgin Galactic verkauft ab sofort Tickets: So teuer wird der Trip ins All
- Virgin Galactic enthüllt, wer einen kostenlosen Flug ins "All" gewinnt
- Virgin Galactic muss touristische Flüge an den Rand des Alls verschieben
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