Briten scheitern bei ihrem ambitionierten Satelliten-Startprojekt

Großbritannien wollte als erste europäische Nation Satelliten vom eigenen Staatsgebiet aus in den Orbit bringen. Allerdings endete der Startversuch in einem völligen Fehlschlag, die Umlaufbahn wurde von der Trägerrakete nicht erreicht.
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Der Start sollte mit einem LauncherOne-System des Unternehmens Virgin erfolgen. Dabei hängt die Trägerrakete unter einer modifizierten Boeing 747 namens "Cosmic Girl" und wird nach einem Flug in Zielhöhe abgetrennt und gestartet. Dadurch wird die Phase eines Bodenstarts vermieden, die den größten Treibstoffbedarf aufweist. Das Flugzeug startete im aktuellen Fall in der Küstenstadt Newquay im Südwesten Englands und brachte die Rakete über dem Atlantik in Position.

Nach dem Start zeigten sich aber Fehler im System, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters. "Wir scheinen eine Anomalie zu haben, die uns daran gehindert hat, die Umlaufbahn zu erreichen", teilte Virgin mit. Eine Untersuchung, an der sowohl Virgin-Mitarbeiter als auch Behörden-Vertreter beteiligt sind, soll nun klären, wodurch das Problem verursacht wurde.


Ernüchterung nach Begeisterung

Bei dem Startversuch sollten eigentlich neun Klein-Satelliten in einen erdnahen Orbit gebracht werden. Tausende Enthusiasten am Rande der Startbahn jubelten, als "Cosmic Girl" abhob - und als ihnen mitgeteilt wurde, dass die Rakete ausgesetzt worden war. Später folgte dann aber eben die ernüchternde Meldung vom Fehlschlag.

Das Projekt ist für Großbritannien von einiger Bedeutung. Denn nach dem Ausstieg aus der EU hat sich auch der Zugang der britischen Raumfahrt-Industrie zu den Startmöglichkeiten des französischen Anbieters ArianeSpace verschlechtert. Daher versucht man nun, eine neue Option zu finden, mit der, unabhängig von Dritten, Satelliten in den Orbit gebracht werden können. Kein anderes europäisches Land kann aktuell größere Systeme vom eigenen Territorium in Europa aus in den Orbit bringen - hier existieren nur Startplätze für kleinere Forschungs-Raketen.

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