Displace TV: Erster kabelloser Fernseher ist "Definition von Absurdität"

Die erste große Elektronikmesse des Jahres ist vor Kurzem zu Ende gegangen, viele Produkte, die auf der CES in Las Vegas vorgestellt worden sind, werden uns auch in den kommenden Wochen beschäftigen. Das trifft auch auf Displace TV zu, al­ler­dings nicht im positiven Sinne.
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Displace
Im vergangenen Dezember hat Displace TV seinen ersten Fernseher angekündigt und diese Bekanntgabe war durchaus erstaunlich: Denn das Unternehmen will das erste vollständig kabellose Gerät auf den Markt bringen, das überdies wie von Zauberhand an der Wand befestigt werden kann - ohne Schrauben bzw. Bohrlöcher.

Die gute Nachricht: Trotz enormer Skepsis hat Displace TV das Gerät auf der Consumer Electronics Show 2023 in Las Vegas tatsächlich vorgestellt. Die Schlechte: Die Versprechen kommen nicht ohne diverse Aber aus. Denn wie LGs neuer Signature OLED M eliminiert auch Displace alle Anschlusskabel, im Gegensatz zur koreanischen TV-Größe geht das Startup noch einen Schritt weiter und ersetzt auch das Stromkabel durch Akkus.

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Vier Batteriepacks

Die dafür benötigten vier Batteriezellen können während des Betriebs getauscht und in einem speziellen Dock aufgeladen werden. Laut The Verge kommt als Panel ein "typisches" 4K-OLED-Panel von LG Display zum Einsatz. Freilich wird hier auch etwas getrickst, denn der insgesamt 3000 Dollar teure Displace TV erfordert auch eine Basisstation, die die Inhalte per Wi-Fi 6E an den Fernseher selbst überträgt.

Displace TV stellt den (angeblich) ersten vollständig kabellosen TV vor

Der vielleicht größte "Trick" von Displace ist ein mit Vakuum arbeitender Mechanismus, der es erlaubt, den TV ohne jegliche Hilfsmittel an einer Wand aufzuhängen, was die Vertreter des Unternehmens auf der CES auch gerne demonstriert haben. Aaaaaber: Das funktionierte nur mit einer Glasscheibe als "Wand", in einem durchschnittlichen Haushalt mit verputzten Wänden oder Tapeten kann man das sicherlich vergessen.

Die Batterien sollen laut Hersteller etwa 30 Tage lang halten, wenn man den TV jeden Tag sechs Stunden lang nutzt bzw. 7,5 Tage ununterbrochen. Hier gibt es aber bereits große Zweifel, ob das so stimmt. Laut The Verge wird die Helligkeit übrigens erst reduziert, wenn sich der TV auf eine Akkuzelle verlassen muss, Berichten von CES-Besuchern zufolge ist diese aber schon von vornherein alles andere als berühmt.

Auf der CES wurde der TV zur Demonstration gerne an Hotelfenstern aufgehängt. Man hat also einen Fernseher mit allenfalls durchschnittlicher Helligkeit, den man während des Tags im Gegenlicht nutzen muss. Clever.

Die vielleicht größte Einschränkung ist aber der Umstand, dass die zuvor erwähnte Vakuum-Technologie nicht mehr funktioniert, wenn die Akkus leer sind. Folge: Der TV fällt herunter. Der Nutzer wird hier zwar rechtzeitig gewarnt, aber wer auf Urlaub ist und das Gerät nicht gesichert bzw. geladen hat, den erwartet bei Rückkehr womöglich eine böse Überraschung. Entsprechend gnadenlos ist das Urteil der renommierten Technik-Seite: "Displace TV ist die Definition von CES-Absurdität."

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