Statt Steam Machine: Mini-PCs können mehr als die "Konsole"

Mini-PCs wie der Geekom A8 kommen Valves eigener Steam Machine zuvor und machen sie in manchen Bereichen sogar unnötig. Der Traum einer aktuellen Steam Machine ist so alt wie die bisher gescheiterte Konsole selbst. Schon vor Jahren wollte Valve das klassische Gaming-Setup ins Wohnzimmer verlagern. Der Ansatz war richtig, die Umsetzung hat leider nicht funktioniert: Das Gadget war zu teuer und wenig flexibel. Teils ebenso teure Eigenbauten bringen genau diese Probleme erneut auf den Punkt, während Mini-PCs das Konzept nicht nur weitergedacht, sondern auch große Teile der Zielgruppe bereits für sich beansprucht haben.

Mit dem A8 verfolgt der Hersteller Geekom einen Ansatz, der ziemlich nah an der ursprünglichen Idee einer Steam Machine angesiedelt ist. Statt auf dedizierte Grafikkarten und sperrige Gehäuse zu setzen, kombiniert Geekom recht aktuelle AMD-Hardware mit einem kompakten Formfaktor. Im Inneren des Geekom A8 arbeitet ein R7-8745HS. Der Achtkern-Prozessor verfügt über 16 Threads und taktet mit bis zu 4,9 GHz. Die integrierte Radeon 780M gehörte bis zur Vorstellung der Radeon 890M zu den leistungsstärksten iGPUs auf dem Markt. Dazu kommen 16 GB DDR5-RAM und eine 1-TB-NVMe-SSD. Die Details zum System und dessen Benchmarks hat unser Kollege Timm Mohn bereits an anderer Stelle besprochen.
Mini-PC vs. Steam Machine Mini-PC vs. Steam Machine Mini-PC vs. Steam Machine
Der zentrale Kritikpunkt unter Eigenbau-Videos zu Steam-Machine-Alternativen geht oft in Richtung Größe: Viele Nutzer finden, eine eigens entwickelte Steam Machine müsste kleiner sein als die vorgestellten Geräte. In eben jenem Aspekt punktet der Geekom A8 als Mini-PC sehr deutlich. Gleichzeitig reicht die Radeon 780M aus, um aktuelle Titel in Full HD mit mittleren Details flüssig zu spielen. Außerdem laufen Indie-Games und ältere AAA-Titel auch in höheren Detailstufen.

Ein weiterer Punkt, der in den Kommentaren zur großen Steam Machine häufig kritisiert wird, ist die Lautstärke. Dedizierte GPUs benötigen Kühlung. Mit dieser geht oft eine Geräuschentwicklung einher, die viele Menschen nicht im Wohnzimmer erleben möchten. Der Geekom A8 bleibt selbst unter Last vergleichsweise leise. Im regulären Betrieb ist das System kaum hörbar. Spätestens wenn man selbst auf der Couch sitzt, bekommt man vom Mini-PC gar nichts mehr mit. Natürlich: Bei längeren Gaming-Sessions arbeitet auch der Lüfter auf Hochtouren, aber das ist generell auch bei anderen Geräten der Fall.

Mehr als nur spielen

Die ursprüngliche Idee der Steam Machine war gut, aber erst das Steam Deck hat gelegentliches Gaming salonfähig gemacht. 2025 erkennt Valve die Zielgruppe zwar, allerdings ist diese bereits auf Alternativen wie den A8 umgestiegen. Noch ist nicht öffentlich bekannt, wie hoch der finale Preis der neuen Steam Machine ausfallen wird. Der Preis muss konkurrenzfähig bleiben, nicht zuletzt, weil Spielen heute eher ein Beiwerk als das Hauptanliegen ist.

Die Steam Machine selbst ist erst mal nur aufs Spielen ausgelegt. Genau das war das größte Problem der OG-Steam-Machine und könnte sich zum ebenso großen Problem für die Steam Machine (2026) herausstellen. Denn: Der Geekom A8 ist kein Spezialgerät, sondern ein ganz normaler Windows-PC. Office, Netflix-Streaming und Steam laufen ohne Einschränkungen auf dem Mini-PC. Auch beim Stromverbrauch zeigt sich der Vorteil des Mini-PC-Ansatzes. Während ein klassischer Steam-Machine-Eigenbau mitunter 300 Watt verbraucht, bleibt der A8 deutlich darunter. Der CPU-TDP von 45 Watt ist wohnzimmertauglicher als die Leistungsaufnahme so mancher Eigenbauten.

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Geekom hat zwei Varianten des Geekom A8 auf den Markt gebracht. Der Geekom A8 mit R7-8745HS-Prozessor ist aktuell für 629,10 Euro beim Hersteller verfügbar. Der Preis wird über den Gutscheincode GKA8F10F erreicht. Auf Amazon variiert der Endpreis je nach Tagesangebot. Die R7-Variante des A8 verfügt nur über 16 GB RAM. Wer eine 2-TB-SSD und 32 GB RAM benötigt, greift zum A8 mit R9-Prozessor. Nicht zuletzt die RAM-Chip-Krise lässt bei der besseren Variante allerdings den Preis steigen: Der A8 mit R9-Prozessor startet derzeit bei 849 Euro. Wer noch unentschieden ist, sollte gegebenenfalls auf die CES 2026 warten. Wie so ziemlich jeder Hersteller dürfte auch Geekom zur Messe neue Geräte auf den Markt bringen. Mehr von Timm: Nerdbench auf YouTube
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