Scheinbare Überlichtgeschwindigkeit bei Neutronenstern-Jet gemessen
Forscher haben bei der Beobachtung einer Kollision zweier Neutronensterne eine der wahrscheinlich interessantesten Täuschungen der Astronomie gemessen: Ein bei dem Vorfall ausgestoßener Jet bewegte sich scheinbar mit siebenfacher Lichtgeschwindigkeit.
Nach unserem heutigen Verständnis der Physik ist dies natürlich unmöglich. Es handelt sich in diesem Fall um ein Phänomen, das als Superluminalgeschwindigkeit bekannt ist. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Illusion, die aufgrund eines bestimmten Winkels zwischen einem sich schnell bewegenden Objekt und dem Beobachter entstehen kann.
Doch auch nach der Korrektur der Bewegungsdaten, bei der man den Täuschungseffekt herausrechnete, erwies sich der Materiestrom als enorm schnell. "Unser Ergebnis deutet darauf hin, dass der Jet sich mindestens mit 99,97 Prozent der Lichtgeschwindigkeit bewegte, als er gestartet wurde", sagte der Astronom Wenbin Lu von der University of California in Berkeley.
Denn hierzu griff man teils auch auf Informationen aus anderen Quellen zurück, die nicht sofort der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Das betrifft unter anderem die Daten des europäischen Gaia-Observatoriums, aus denen sich ebenfalls Teile der Beobachtung ergaben. Durch die Zusammenführung der Daten verschiedener Quellen konnten die Forscher eine Art von Messung durchführen, die als Very Long Baseline Interferometry (VLBI) bezeichnet wird. Diese kennt man für gewöhnlich aus der Radioastronomie, wenn Daten von Teleskopen an verschiedenen Standorten so verbunden werden, dass es scheint, als würden sie von einem tausende Kilometer großen Teleskop stammen.
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Doch auch nach der Korrektur der Bewegungsdaten, bei der man den Täuschungseffekt herausrechnete, erwies sich der Materiestrom als enorm schnell. "Unser Ergebnis deutet darauf hin, dass der Jet sich mindestens mit 99,97 Prozent der Lichtgeschwindigkeit bewegte, als er gestartet wurde", sagte der Astronom Wenbin Lu von der University of California in Berkeley.
Daten mehrerer Quellen
Die Daten über den Jet wurden vom Hubble-Weltraumteleskop gewonnen, das eine Reihe von Beobachtungen etwa 8 Tage und dann noch einmal etwa 159 Tage nach der Verschmelzung machte. Die Fusion der beiden Neutronensterne war auf der Erde bereits im Jahr 2017 zu sehen, es dauerte aber einige Zeit, bis sämtliche Daten, die Hubble lieferte, von den Forschern ausgewertet wurden.Denn hierzu griff man teils auch auf Informationen aus anderen Quellen zurück, die nicht sofort der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Das betrifft unter anderem die Daten des europäischen Gaia-Observatoriums, aus denen sich ebenfalls Teile der Beobachtung ergaben. Durch die Zusammenführung der Daten verschiedener Quellen konnten die Forscher eine Art von Messung durchführen, die als Very Long Baseline Interferometry (VLBI) bezeichnet wird. Diese kennt man für gewöhnlich aus der Radioastronomie, wenn Daten von Teleskopen an verschiedenen Standorten so verbunden werden, dass es scheint, als würden sie von einem tausende Kilometer großen Teleskop stammen.
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Christian Kahle
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