Behördengänge: Japan sagt jetzt der Diskette den Kampf an
Die Digitalisierung ist nicht nur in Deutschland eine Geschichte voller Missverständnisse. Auch in Japan gibt es Bereiche, in denen die Entwicklung irgendwann stehen geblieben ist - jetzt will man dort zumindest Disketten loswerden.
Digitalminister Taro Kono erklärte, dass er dem Speichermedium jetzt den Kampf angesagt habe, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach würden Disketten aktuell noch für rund 1900 verschiedene Behörden-Prozesse benötigt. Und das in einer Zeit, in der die meisten Bürger wahrscheinlich nicht einmal spontan wissen, wo sie diese Speicher überhaupt noch kaufen können.
Genau genommen ist man in Japan nicht wirklich von der Diskette abhängig. Alternativ können Menschen auch Mini-Disks oder CDs verwenden, wenn sie Daten an Behörden weitergeben müssen. Allerdings ändert dies nur wenig, denn auch hier gibt es die Leer-Medien kaum noch zu kaufen und die entsprechenden Laufwerke sind ebenfalls schon seit langer Zeit kaum noch in neu verkauften Rechnern zu finden - ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es zunehmend Nutzer gibt, die sich gar keinen Computer mehr anschaffen, sondern komplett auf ihr Smartphone setzen.
Kono arbeitet allerdings nicht nur an der Abschaffung veralteter Speichermedien. Auch die Kommunikation per Fax steht durch sein Ministerium bereits seit einiger Zeit unter Beschuss. Weiterhin will er endlich den Hanko abschaffen. Dabei handelt es sich um eine Art Siegel-Stempel, der in Japan die gleiche Wirkung wie eine Unterschrift hat. Grundsätzlich wird man diesen wohl weiter einsetzen dürfen, aktuell ist es allerdings noch so, dass einige Dokumente wie etwa eine Heiratsurkunde ausschließlich mit dem Hanko beglaubigt werden können. Der Kurs, die Prozesse in den Behörden endlich zu modernisieren, macht Kono dabei zu einem der beliebtesten Politiker des Landes und zu einem heißen Kandidaten für das Amt des Premierministers.
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Genau genommen ist man in Japan nicht wirklich von der Diskette abhängig. Alternativ können Menschen auch Mini-Disks oder CDs verwenden, wenn sie Daten an Behörden weitergeben müssen. Allerdings ändert dies nur wenig, denn auch hier gibt es die Leer-Medien kaum noch zu kaufen und die entsprechenden Laufwerke sind ebenfalls schon seit langer Zeit kaum noch in neu verkauften Rechnern zu finden - ganz zu schweigen von der Tatsache, dass es zunehmend Nutzer gibt, die sich gar keinen Computer mehr anschaffen, sondern komplett auf ihr Smartphone setzen.
Auch Fax und Stempel sollen weg
"Wir werden diese Praktiken zügig überprüfen", kündigte Kono nun an. Allerdings ist dies nicht ganz so einfach. Denn es gilt nicht nur, die formalen Prozesse in den Behörden zu ändern. In vielen Fällen müssen auch gesetzliche Grundlagen umgestaltet werden. Immerhin gibt es ja auch gute Gründe, warum es beispielsweise keine gute Idee sein kann, alle möglichen sensiblen Daten durch die Cloud zu schleusen.Kono arbeitet allerdings nicht nur an der Abschaffung veralteter Speichermedien. Auch die Kommunikation per Fax steht durch sein Ministerium bereits seit einiger Zeit unter Beschuss. Weiterhin will er endlich den Hanko abschaffen. Dabei handelt es sich um eine Art Siegel-Stempel, der in Japan die gleiche Wirkung wie eine Unterschrift hat. Grundsätzlich wird man diesen wohl weiter einsetzen dürfen, aktuell ist es allerdings noch so, dass einige Dokumente wie etwa eine Heiratsurkunde ausschließlich mit dem Hanko beglaubigt werden können. Der Kurs, die Prozesse in den Behörden endlich zu modernisieren, macht Kono dabei zu einem der beliebtesten Politiker des Landes und zu einem heißen Kandidaten für das Amt des Premierministers.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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