Highlight
Milchstraße ohne Tempolimit:
Stern fliegt mit 29 Millionen km/h
Der Stern S4716 könnte eigentlich neben seiner Katalog-Bezeichnung auch einen ordentlichen Namen gebrauchen. Denn er dürfte zukünftig aufgrund seiner herausragenden Bedeutung noch eine Rolle spielen - es ist der wohl schnellste Stern der Milchstraße.
Sagittarius A* und der S-Cluster
S4716 wurde von Astronomen der Universität Köln in relativer Nähe zum Zentrum der Milchstraße ausgemacht. Dort umkreist er, wie im Grunde alles in unserer Galaxie, das zentrale Schwarze Loch Sagittarius A*.
Dabei benötigt dieser Stern allerdings gerade einmal vier Jahre, um seinen Orbit einmal komplett zu vollenden, wobei sich der Stern mit einer Geschwindigkeit von 29 Millionen Kilometern pro Stunde im Verhältnis zum Milchstraßenzentrum bewegt. Pro Sekunde legt S4716 also rund 8000 Kilometer zurück.
Diese Zahlen relativieren sich ein wenig, wenn man sie nicht in Bezug zu unseren Alltagserfahrungen, sondern zu anderen kosmischen Objekten setzt - aber selbst dann ist der Stern noch ziemlich schnell unterwegs. Die Erde beispielsweise bewegt sich mit etwa 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne. Und unser gesamtes Sonnensystem fliegt mit 220 Kilometern pro Sekunde um das Zentrum der Milchstraße herum - und da wir auch viel weiter von Sagittarius A* entfernt sind als S4716, brauchen wir für eine komplette Umrundung immerhin 240 Millionen Jahre.
Vor einem galaktischen Jahr nach Erd-Maßstab erholte sich das Leben auf der Erde also gerade einmal vom ersten großen Massenaussterben und das Mesozoikum begann, an dessen Ende im zweiten großen Massen-Aussterben die Dinosaurier von der Bühne verschwanden.
Der bekannteste Stern der Gruppe ist S2, der Sagittarius A* jeweils in 16 Jahren umrundet und als Referenzstern zur Erforschung des Schwarzen Loches gilt. Allerdings verdeckt S2 oft auch die Sicht auf die anderen Sterne in seiner Umgebung.
Insgesamt haben fünf Teleskope den Stern beobachtet, wobei vier dieser fünf zu einem großen Teleskop zusammengeschaltet wurden, um noch genauere und detailliertere Beobachtungen zu ermöglichen. Die Beobachtung erfolgte dabei im Radio-Bereich, da sich das Milchstraßenzentrum im Spektrum des sichtbaren Lichts von der Erde aus nicht direkt beobachten lässt.
Siehe auch:
Sagittarius A* und der S-Cluster
S4716 wurde von Astronomen der Universität Köln in relativer Nähe zum Zentrum der Milchstraße ausgemacht. Dort umkreist er, wie im Grunde alles in unserer Galaxie, das zentrale Schwarze Loch Sagittarius A*.
Dabei benötigt dieser Stern allerdings gerade einmal vier Jahre, um seinen Orbit einmal komplett zu vollenden, wobei sich der Stern mit einer Geschwindigkeit von 29 Millionen Kilometern pro Stunde im Verhältnis zum Milchstraßenzentrum bewegt. Pro Sekunde legt S4716 also rund 8000 Kilometer zurück.
Diese Zahlen relativieren sich ein wenig, wenn man sie nicht in Bezug zu unseren Alltagserfahrungen, sondern zu anderen kosmischen Objekten setzt - aber selbst dann ist der Stern noch ziemlich schnell unterwegs. Die Erde beispielsweise bewegt sich mit etwa 30 Kilometern pro Sekunde um die Sonne. Und unser gesamtes Sonnensystem fliegt mit 220 Kilometern pro Sekunde um das Zentrum der Milchstraße herum - und da wir auch viel weiter von Sagittarius A* entfernt sind als S4716, brauchen wir für eine komplette Umrundung immerhin 240 Millionen Jahre.
Vor einem galaktischen Jahr nach Erd-Maßstab erholte sich das Leben auf der Erde also gerade einmal vom ersten großen Massenaussterben und das Mesozoikum begann, an dessen Ende im zweiten großen Massen-Aussterben die Dinosaurier von der Bühne verschwanden.
S-Cluster im Detail
S4716 gehört zum so genannten S-Cluster. Dabei handelt es sich um eine ganze Gruppe von Sternen, die das Milchstraßenzentrum relativ dicht umkreisen. Diese Sterne sind alle ziemlich schnell unterwegs, das müssen sie bei einer solchen Nähe zum großen Schwarzen Loch aber auch sein, um nicht zeitnah in dieses hineinzufliegen.Der bekannteste Stern der Gruppe ist S2, der Sagittarius A* jeweils in 16 Jahren umrundet und als Referenzstern zur Erforschung des Schwarzen Loches gilt. Allerdings verdeckt S2 oft auch die Sicht auf die anderen Sterne in seiner Umgebung.
Insgesamt haben fünf Teleskope den Stern beobachtet, wobei vier dieser fünf zu einem großen Teleskop zusammengeschaltet wurden, um noch genauere und detailliertere Beobachtungen zu ermöglichen. Die Beobachtung erfolgte dabei im Radio-Bereich, da sich das Milchstraßenzentrum im Spektrum des sichtbaren Lichts von der Erde aus nicht direkt beobachten lässt.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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