Schwarzer Tod: DNS-Analysen grenzen "Ground Zero" für die Pest ein

Die Beulen- oder Lungenpest, die auch als Schwarzer Tod oder kurz nur Pest bekannt ist, hat im Mittelalter in Europa, Afrika und Asien rund 75 Millionen Menschen getötet - etwa ein Fünftel der Weltbevölkerung. Doch woher kam die Pest? Diese Frage lässt sich nun besser beantworten.
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Die Coronapandemie hat zum aktuellen Zeitpunkt rund 6,4 Millionen Menschen das Leben gekostet, die Dunkelziffer dürfte sogar deutlich höher sein. Das ist aber nichts im Vergleich zum mittelalterlichen Schwarzen Tod, dem im 14. Jahrhundert (und auch später) in mehreren Wellen bzw. Formen laut Schätzungen rund 75 Millionen Menschen erlegen sind.

Es ist schon lange bekannt, welches Bakterium die Infektionskrankheit ausgelöst hat (Yersinia pestis), wie sie sich verbreitet hat (Nagetiere wie Ratten sowie Flöhe) und Ähnliches. Eine Frage war aber bisher unbeantwortet: Wo genau nahm die Pest ihren Ausgangspunkt?

Dank moderner genetischer Analysen kommen wir einer Antwort nun ziemlich nahe. Denn eine Studie, für die uralte bakterielle DNS aus den Zähnen von Pestopfern analysiert wurden, konnte die frühen Belege für Yersinia pestis-Infektionen auf Dörfer im Norden Kirgisistans, genauer gesagt um den See Yssykköl, eingrenzen.



DNS aus Zähnen von Opfern einer "Seuche"

Laut der Studie, die in Nature veröffentlicht wurde (via Ars Technica), gab es zwischen 1338 und 1339 in diesen Dörfern eine Seuche, die zahlreiche Menschen tötete. Die Jahreszahlen lassen sich aufgrund von Grabsteinen zuordnen, auf denen eine nicht näher definierte "Pestilenz" erwähnt wird. Schon bisher war vermutet worden, dass der Schwarze Tod (1346-1353) in etwa dort den Ursprung genommen hat.

Die Studie konnte nun aber einen konkreteren Beweis dafür liefern. "Hier berichten wir über alte DNS-Daten von sieben Personen, die aus zwei dieser Friedhöfe, Kara-Djigach und Burana, exhumiert wurden", heißt es in der Zusammenfassung. "Unsere Synthese archäologischer, historischer und antiker genomischer Daten zeigt eine eindeutige Beteiligung des Pestbakteriums Yersinia pestis an diesem epidemischen Ereignis." Die Wissenschaftler entnahmen Gewebeproben von den Zähnen der Pestopfer und sequenzierten die gesamte in den Zähnen vorhandene DNS. Dazu gehörte nicht nur die menschliche DNS, sondern auch jene von Bakterien, die sie bei ihrem Tod trugen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass diese bereits jene Form des Erregers in sich trugen, der später Millionen als Schwarzer Tod dahinraffte. Denn wie wir heute - auch aus aktueller Erfahrung - wissen, mutieren Erreger häufig.

Es ist also durchaus möglich, dass der eigentliche Ausgangspunkt für den Schwarzen Tod woanders lag - was angesichts des regen Handels in dieser Gegend damals auch nicht überraschend wäre. So besteht auch noch eine Wahrscheinlichkeit, dass die Pest im Jahr 1338 aus dem heutigen Nordwestchina (möglicherweise in der Tian Shan-Region) oder Usbekistan an die Ufer des Yssykköl-Sees gelangte.
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