KI-Steuerung von Ampeln soll Staus während der Rushhour auflösen

Das immer weiter gestiegene Verkehrsaufkommen in den Innenstädten ist insbesondere in den Stoßzeiten weitgehend außer Kontrolle geraten. Jetzt hofft man dem mit einer intelligenteren Steuerung der Ampel-Infrastruktur beikommen zu können.
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In den meisten Städten gibt es zwar grundlegende Anpassungen nach verschiedenen Tageszeiten, so dass beispielsweise morgens in Richtung Innenstadt und Nachmittags in entgegengesetzter Richtung Versuche grüner Wellen stattfinden. Wenn es in der Rushhour aber richtig voll wird, versagen auch diese Maßnahmen kläglich und ganze Auto-Lawinen schieben sich langsam im Stop-and-Go durch die Straßen.

In Lemgo läuft nun ein Pilotprojekt, bei dem man dies durch eine deutlich bessere vernetzte Steuerung der Ampeln lösen will. Betrieben wird dies durch das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB. Anstelle der herkömmlichen Sensoren implementieren sie hochauflösende Kamera- und Radarsensorik, die das Verkehrsgeschehen präziser erfasst. Die Anzahl der wartenden Fahrzeuge an der Kreuzung kann so spurgetreu in Echtzeit aufgenommen werden.

Auch Fußgänger im Fokus

Weiterhin werden Geschwindigkeiten und Wartezeiten von Autos erfasst. Die Informationen fließen dann im Hintergrund an ein KI-System, das mit der Zeit immer besser lernen soll, auf aktuelle Verkehrslagen zu reagieren. Es kann dafür direkt auf die Ampelschaltungen zugreifen und die Taktungen flexibel verändern. Die bisherigen Erfahrungen zeigen dabei, dass sich der Verkehrsfluss durch die KI-Steuerung um 10 bis 15 Prozent verbessern lässt.

In einem Schwesterprojekt wird darüber hinaus die Verkehrssteuerung mit einem besonderen Schwerpunkt auf Fußgänger erprobt. Besonders vulnerable Personen wie Ältere oder Menschen mit Handicap sollen davon profitieren. Ziel ist es, Wartezeiten zu verkürzen und die Sicherheit an Ampelkreuzungen durch längere Überquerungszeiten zu erhöhen. Denn verschiedene aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Grünphasen für diese oft zu kurz sind. Die üblichen Taster an den Ampeln erfassen weder die Zahl noch mögliche Probleme der aktuell wartenden Fußgänger, was sich durch eine KI mit Zugriff auf LiDAR-Scanner ebenfalls ändern könnte.

Siehe auch: Immer grün für Fuß- und Radverkehr: Pilotprojekt lässt Autos warten
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