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Tiefgreifende Probleme: Russische Raumfahrt vor dem Zusammenbruch
Um die russische Raumfahrt steht es nicht besonders gut. Getragen wird sie im Wesentlichen von altem Ruhm, während die Innovationsfähigkeit ins Stocken gekommen ist. Das wird inzwischen auch von weniger kritischen Medien aus Russland selbst festgestellt.
So beispielsweise in einem aktuellen Beitrag der Tageszeitung MK, die unter dem Namen Moscovsky Komsomolets früher das Zentralorgan der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei war. Der fragliche Artikel stammt von Dmitry Popov, der seit 1992 bei der Publikation arbeitet und mehrfach von der russischen Regierung gewürdigt wurde und erst kürzlich eine Auszeichnung des Verteidigungsministeriums erhielt - was bei kritischen Medien in Russland quasi nie vorkommt.
Popov kommt in seinem Beitrag zu der Feststellung, dass es dem russischen Raumfahrtprogramm an kompetentem und hochqualifiziertem Personal mangelt, die Einrichtungen und Technologien veraltet sind und eine "systemische Führungsschwäche" besteht. Die Raumfahrtagentur Roskosmos sei bei hunderten von Verträgen mit Partnern inzwischen deutlich im Rückstand. So sollten unter anderem bereits vor fünf Jahren zehn Trägerkerne der neuen Angara A5-Rakete bereitgestellt werden. Die ersten fünf wurden nun im letzten März geliefert, die anderen sind noch nicht fertiggestellt.
Dem Vernehmen nach gründen viele Probleme in der Schwäche des Führungsstabs, der es nicht einmal schafft, die laufenden Projekte straff zu kontrollieren. Das führt dann unweigerlich zu Schludereien bis hin zu Betrug. Seit 2019 wurden hier bereits 60 Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Verluste durch Veruntreuung und vergleichbare Probleme beliefen sich auf geschätzte 67,7 Millionen Dollar.
Hinzu kommt, dass Roskosmos die Trägerraketen nicht einmal mehr aus eigener Kraft in den Weltraum bekommt. Die Antriebe benötigen ein spezielles Wasserstoff-Peroxid von hoher Qualität, das man aktuell nur vom deutschen Hersteller Evonik Resource Efficiency bekommt. Diese Lieferungen unterliegen allerdings auch Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängt hat, so dass eine einzige ausbleibende Sondergenehmigung genügt, um alle russischen Raketen am Boden zu halten.
Der neue Raketenstartplatz Kosmodrom Wostotschny im Osten Russlands kommt ebenfalls nicht voran. Von den geplanten 1200 Gebäuden sind gerade einmal 200 fertiggestellt. Bei 40 Prozent haben die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen. Die erste Angara A5 sollte dort eigentlich schon in diesem Jahr abheben, jetzt wurde der Start auf das Jahr 2023 verschoben. Von dem eigentlich für 2030 angestrebten bemannten Flug zum Mond muss man unter diesen Umständen ohnehin nicht reden.
Siehe auch: Raumfahrt: Fehler aus Gewohnheit kostet Russland 45 Millionen Dollar
Popov kommt in seinem Beitrag zu der Feststellung, dass es dem russischen Raumfahrtprogramm an kompetentem und hochqualifiziertem Personal mangelt, die Einrichtungen und Technologien veraltet sind und eine "systemische Führungsschwäche" besteht. Die Raumfahrtagentur Roskosmos sei bei hunderten von Verträgen mit Partnern inzwischen deutlich im Rückstand. So sollten unter anderem bereits vor fünf Jahren zehn Trägerkerne der neuen Angara A5-Rakete bereitgestellt werden. Die ersten fünf wurden nun im letzten März geliefert, die anderen sind noch nicht fertiggestellt.
Dem Vernehmen nach gründen viele Probleme in der Schwäche des Führungsstabs, der es nicht einmal schafft, die laufenden Projekte straff zu kontrollieren. Das führt dann unweigerlich zu Schludereien bis hin zu Betrug. Seit 2019 wurden hier bereits 60 Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Verluste durch Veruntreuung und vergleichbare Probleme beliefen sich auf geschätzte 67,7 Millionen Dollar.
Kriminalität und Führungsschwäche
Und Schwierigkeiten gibt es nicht nur bei den neuen Launcher-Projekten. Roskosmos soll inzwischen sogar massive Probleme haben, die bewährten Trägerraketen der Sojus-Klasse bereitzustellen. Der Progress MS-16-Transporter, der im März zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS aufbrach, musste manuell angedockt werden, weil das Radarsystem für die Kurskontrolle ausgefallen war. Dies war aber kein zufälliges Problem, sondern es stellte sich auch hier heraus, dass Schlampigkeit im Vorfeld nicht auffiel und niemand geprüft hatte, ob die gelieferten Systeme den Spezifikationen entsprachen.Hinzu kommt, dass Roskosmos die Trägerraketen nicht einmal mehr aus eigener Kraft in den Weltraum bekommt. Die Antriebe benötigen ein spezielles Wasserstoff-Peroxid von hoher Qualität, das man aktuell nur vom deutschen Hersteller Evonik Resource Efficiency bekommt. Diese Lieferungen unterliegen allerdings auch Sanktionen, die der Westen gegen Russland verhängt hat, so dass eine einzige ausbleibende Sondergenehmigung genügt, um alle russischen Raketen am Boden zu halten.
Der neue Raketenstartplatz Kosmodrom Wostotschny im Osten Russlands kommt ebenfalls nicht voran. Von den geplanten 1200 Gebäuden sind gerade einmal 200 fertiggestellt. Bei 40 Prozent haben die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen. Die erste Angara A5 sollte dort eigentlich schon in diesem Jahr abheben, jetzt wurde der Start auf das Jahr 2023 verschoben. Von dem eigentlich für 2030 angestrebten bemannten Flug zum Mond muss man unter diesen Umständen ohnehin nicht reden.
Siehe auch: Raumfahrt: Fehler aus Gewohnheit kostet Russland 45 Millionen Dollar
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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