Zu wenig Wasser: Google-Datenzentrum kommt nicht nach Brandenburg

Brandenburg hätte fast die nächste große Technologie-Ansiedlung erlebt: Der Suchmaschinenkonzern Google plante den Bau eines Datenzentrums im Berliner Umland. Daraus wird nun aber nichts - in der Region gibt es zu wenig Wasser. Schaut man sich in der fraglichen Gegend um, klingt dies fast unglaubwürdig. Denn rund um die Bundeshauptstadt und auch im östlichen Speckgürtel reihen sich zahlreiche Seen aneinander, Dahme und Spree verbinden diese und fließen schließlich in Berlin zusammen. Trotzdem hat Google seine Planungen für eine Ansiedlung in Neuenhagen im Landkreis Märkisch-Oderland jetzt verworfen, wie Recherchen des Regionalsenders RBB ergaben.

Mehrere Monate soll Google einen geeigneten Platz in der Region gesucht haben. Eine Immobilie kam in die engere Wahl und es gab bereits Gespräche zwischen dem US-Unternehmen und dem derzeitigen Eigentümer. Dann aber wurde klar, dass der Wasserverband Strausberg Erkner (WSE) nicht noch einen Großabnehmer verkraften kann. Dieser musste bereits den Beschluss fassen, dass die Abgabemenge ab dem Jahr 2025 pro versorgtem Grundstück begrenzt wird, es gibt dann feste Kontingente nach Bewohnern und Firmen-Arten.

Wasserverbrauch wie Tesla

Bereits das Tesla-Werk im nahegelegenen Grünheide sorgte bei den Einwohnern für heftige Diskussionen und die Sorge, dass das Trinkwasser nicht reichen könnte. Immerhin hat der Elektroauto-Hersteller einen Bedarf von 1,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr angekündigt. Das Google-Datenzentrum hätte nun für die Kühlung der Rechner auch noch einmal 1,3 Millionen Kubikmeter im Jahr benötigt - das hätte mit den Reserven der Region und den sich verändernden Witterungsbedingungen schlicht nicht bereitgestellt werden können.

In dem Landstrich haben die Niederschläge in den letzten Jahren immer weiter abgenommen, Brandenburg gehört bereits zu den trockensten Regionen Deutschlands - die Klimaveränderungen machen sich hier deutlich bemerkbar. Die Metropolregion Berlin wächst immer weiter und ruft auch nach einer gesicherten Versorgung. Hinzu kommt, dass die Flüsse aus dem Süden des Bundeslandes - vor allem die Spree - immer mehr Probleme bekommen. Denn in der vorgelagerten Lausitz wollen die Bergbaubetreiber die stillzulegenden Braunkohle-Tagebaue in riesige Seen umwandeln. Hier wird dann erst für die Flutung enorm viel Wasser benötigt und anschließend wird die enorme Fläche der Gewässer große Mengen einfach verdunsten lassen.

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