Schufa & Co. sammeln Daten von unbescholtenen Mobilfunknutzern
Die Schufa und ihre artverwandten Unternehmen stehen aufgrund ihrer umfangreichen Datensammlungen und teils fragwürdiger Scoring-Mechanismen ohnehin in der Kritik - trotzdem haben sie wohl auch noch jahrelang unberechtigt Handy-Nutzer durchleuchtet.
Die Wirtschaftsauskunfteien sammeln seit mehreren Jahren die Handyvertragsdaten von mutmaßlich Millionen Menschen in Deutschland, ohne dass deren Einwilligung eingeholt wird. Das förderten jetzt Recherchen des NDR und der Süddeutschen Zeitung zutage. Datenschutzbehörden und Verbraucherschützer sehen diese Praxis als nicht rechtens an und warnen vor möglichen negativen Auswirkungen für die Verbraucher.
Es geht hier allerdings vor allem um die so genannten Bestandsdaten - also Angaben zum Vertragsabschluss, zur Dauer des Vertrages und einem Vertragswechsel. Seitdem die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, dürfen solche Informationen von den Auskunfteien nur gespeichert werden, wenn die Verbraucher dem ausdrücklich zugestimmt haben. Ohne Zustimmung dürfen hingegen nur Daten darüber vorgehalten werden, wenn bestimmte Kunden als säumige Zahler oder gar Betrüger anzusehen sind und es ein entsprechendes vorliegendes Interesse der Anbieter an entsprechenden Informationen gibt.
Der Branchenverband "Die Wirtschaftsauskunfteien" verteidigt die Praxis hingegen und betont, bestimmte finanzschwächere Menschen würden von der Auswertung der Handyvertragsdaten profitierten, vor allem diejenigen, die bei den Unternehmen bislang unbekannt seien. Die Logik dahinter: Wenn jemand beispielsweise bislang keinen Bankkredit hatte und die Auskunfteien deshalb nicht wissen, ob er ihn zuverlässig zurückgezahlt hat, dann wisse man wenigstens, dass jemand seine Handyrechnung regelmäßig bezahlt.
"Gerade Verbraucherinnen und Verbraucher, die bisher keine positive Kredithistorie haben, wie zum Beispiel junge Konsumentinnen und Konsumenten, Migrantinnen und Migranten sowie häufig auch Seniorinnen und Senioren, sind auf die Verarbeitung solcher Informationen angewiesen", so der Branchenverband.
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Es geht hier allerdings vor allem um die so genannten Bestandsdaten - also Angaben zum Vertragsabschluss, zur Dauer des Vertrages und einem Vertragswechsel. Seitdem die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft getreten ist, dürfen solche Informationen von den Auskunfteien nur gespeichert werden, wenn die Verbraucher dem ausdrücklich zugestimmt haben. Ohne Zustimmung dürfen hingegen nur Daten darüber vorgehalten werden, wenn bestimmte Kunden als säumige Zahler oder gar Betrüger anzusehen sind und es ein entsprechendes vorliegendes Interesse der Anbieter an entsprechenden Informationen gibt.
Scoring wird verteidigt
Die Informationen, die nicht aus unbezahlten Rechnungen resultieren, werden von den Auskunfteien für das so genannte Scoring genutzt. Dabei geht es darum, eine Einschätzung der möglichen Bonität eines Modell-Verbrauchers zu erlangen. Verbraucherschützer kritisieren das Scoring bereits länger, denn es gebe ein hohes Risiko, dass es zu Lasten von Verbrauchern genutzt wird, die sich nichts haben zu Schulden kommen lassen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass einem Bürger bestimmte Services verwehrt werden, weil er schlicht in einer bestimmten Straße wohnt.Der Branchenverband "Die Wirtschaftsauskunfteien" verteidigt die Praxis hingegen und betont, bestimmte finanzschwächere Menschen würden von der Auswertung der Handyvertragsdaten profitierten, vor allem diejenigen, die bei den Unternehmen bislang unbekannt seien. Die Logik dahinter: Wenn jemand beispielsweise bislang keinen Bankkredit hatte und die Auskunfteien deshalb nicht wissen, ob er ihn zuverlässig zurückgezahlt hat, dann wisse man wenigstens, dass jemand seine Handyrechnung regelmäßig bezahlt.
"Gerade Verbraucherinnen und Verbraucher, die bisher keine positive Kredithistorie haben, wie zum Beispiel junge Konsumentinnen und Konsumenten, Migrantinnen und Migranten sowie häufig auch Seniorinnen und Senioren, sind auf die Verarbeitung solcher Informationen angewiesen", so der Branchenverband.
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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