Per Bonify-App: Schufa plant Warnsystem bei negativen Einträgen
Der für viele Menschen wichtige Schufa-Score soll in Zukunft einfacher und kostenlos zugänglich sein. Proaktiv will die Auskunftei zudem frühzeitig über negative Einträge informieren. Knackpunkt: Für Dienste zur Bonitätseinschätzung wird die oft kritisierte Bonify-App benötigt.
Die Schufa sammelt Daten von mehr 68 Millionen Menschen, um deren Kreditwürdigkeit in einem nur wenig transparenten System des Schufa-Scores zu berechnen. Nur die wenigsten dürften einen genauen Einblick in ihre Daten nehmen. Vor allem auch aus dem Grund, da tagesaktuelle Berechnungen des Bonitätsscores und der offiziell gültige Nachweis mindestens 30 Euro kostet oder aber ein Premium-Abo bei der Schufa erfordern.
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Abhilfe soll in Zukunft "Bonify" schaffen, eine Finanzmanager-App zur Bonitätsprüfung. Der Betreiber, das Berliner Fintech-Startup Forteil, wurde im letzten Jahr von der Schufa aufgekauft. Im Interview mit der Zeit (Paywall) gab Schufa-Chefin Tanja Birkholz an, dass die App noch in diesem Jahr für einen kostenlosen Abruf der eigenen Schufadaten genutzt werden kann. Außerdem plant man, registrierte Nutzer automatisch zu benachrichtigen, sobald Negativeinträge in der Datenbank auftauchen.
Es bleibt abzuwarten, ob kostenlose Services weiterhin mit einer scheinbar größer werdenden Datensammelwut der Schufa in Verbindung stehen werden und dürfen. Immer wieder ist die Auskunftei Thema am Europäischen Gerichtshof (EuGH), vor allem in Verbindung mit potenziellen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Bis dahin entscheidet weiterhin der allgegenwärtige Schufa-Score über die Vergabe von Krediten, Handyverträgen, Mietwohnungen und Co.
Siehe auch:
Auf YouTube ansehenAbhilfe soll in Zukunft "Bonify" schaffen, eine Finanzmanager-App zur Bonitätsprüfung. Der Betreiber, das Berliner Fintech-Startup Forteil, wurde im letzten Jahr von der Schufa aufgekauft. Im Interview mit der Zeit (Paywall) gab Schufa-Chefin Tanja Birkholz an, dass die App noch in diesem Jahr für einen kostenlosen Abruf der eigenen Schufadaten genutzt werden kann. Außerdem plant man, registrierte Nutzer automatisch zu benachrichtigen, sobald Negativeinträge in der Datenbank auftauchen.
Der Kontoauszug entscheidet
Die Schufa und Bonify stehen allerdings in der Kritik. Ab 2024 sollen Nutzer der Schufa Einblick auf ihr Konto gewähren, um die Bewertung der Wirtschaftsauskunftei und im Optimalfall auch ihren Schufa-Score zu verbessern. Ein Dorn im Auge der Bürgerbewegung Finanzwende, deren Petition "Finger weg von meinem Konto" sich bereits über 300.000 Unterstützer angeschlossen haben. Ebenso fordern Projekte wie "Open Schufa" seit Jahren eine Offenlegung der Formel hinter dem Scoring-Verfahren.Es bleibt abzuwarten, ob kostenlose Services weiterhin mit einer scheinbar größer werdenden Datensammelwut der Schufa in Verbindung stehen werden und dürfen. Immer wieder ist die Auskunftei Thema am Europäischen Gerichtshof (EuGH), vor allem in Verbindung mit potenziellen Verstößen gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Bis dahin entscheidet weiterhin der allgegenwärtige Schufa-Score über die Vergabe von Krediten, Handyverträgen, Mietwohnungen und Co.
Zusammenfassung
- Schufa-Score künftig kostenlos, Benachrichtigung bei Negativeinträgen
- Schufa sammelt Daten von 68 Mio. Menschen, Score nicht transparent
- Kostenlose Services eventuell mit Datensammelwut verbunden
- Bonify-App zur Bonitätsprüfung & Einblick auf Konto ab 2024
- Kritik von Bürgerbewegung Finanzwende & Open Schufa
- Score entscheidet weiterhin über Kredit, Verträge, Mietwohnungen
- EuGH prüft Verstöße gegen DSGVO
Siehe auch:
- Algorithmen & Schufa: Automatische Ablehnung führt zu Strafe für Bank
- Urteil: Schutz vor Schufa für Millionen vertragstreuer Mobilfunkkunden
- DSGVO in Aktion: Schufa verstößt laut EuGH doppelt gegen EU-Recht
- Schufa: Ausländischer Finanzinvestor startet neuen Übernahme-Versuch
- Schufa & Co. sammeln Daten von unbescholtenen Mobilfunknutzern
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