Microsofts Gaming-Chef: Industrie soll alte Spiele mit Emulatoren retten

Microsofts Gaming-Chef hat die Spiele-Industrie aufgerufen, daran zu arbeiten, dass ältere Games für kommenden Nutzergenerationen zugänglich bleiben. Die Bereitstellung von Emulations-Technologien sei da eine Möglichkeit, so Phil Spencer. Laut Spencer sei es wichtig, dass man aus der Geschichte der einzelnen Kreativ-Bereiche lernen kann, wie man bis zur aktuellen Situation gekommen ist. Nicht umsonst gibt es immerhin viele Leute, die sich für die Musik oder die Filme der vergangenen Jahrzehnte interessieren. "Es gibt gute Gründe, diesem Weg auch bei Spielen zu folgen", sagte Spencer.

Allerdings hat die Gaming-Industrie im Gegensatz zu den anderen Kreativ-Bereichen deutlich größere Probleme, ihre historischen Werke nicht nur zu bewahren, sondern eben auch nutzbar zu halten. Denn häufig ist die Software an Hardware gekoppelt, die immer weiter verschwindet und irgendwann bis auf wenige Museumsstücke nicht mehr vorhanden ist. Mit den Emulatoren verfügt die Branche hier aber durchaus über die Technologien, die alten Schätze zu bewahren.


"Meine Hoffnung ist, dass wir als Industrie an legalen Emulatoren arbeiten, die es mit moderner Hardware ermöglichen, jede ältere ausführbare Datei nutzbar zu machen, so dass man jedes Game spielen kann", so Spencer. Das gibt es bisher oft nur in Ansätzen - so etwa bei Microsofts Konsolen, wo man mit den Xbox Series X|S und Xbox One-Modellen auch viele Titel der Vorgängergenerationen Xbox und Xbox 360 nutzen kann.

Spiele-Szene in der Grauzone

In den meisten Fällen werden Emulatoren aber noch immer von Gaming-Fans, Archivaren und der Piraterie-Szene entwickelt und gepflegt, um beispielsweise Klassiker aus den frühen Konsolen-Zeiten zu erhalten. Vielfach sind die Akteure hier in einer Grauzone oder gar eindeutig in der Illegalität unterwegs, weil sie gegen Copyrights verstoßen müssen, damit die Emulatoren funktionieren.

Spencer spricht sich dafür aus, dass die Branche hier nicht nur im besten Fall still hält und wegschaut. Vielmehr solle die Industrie in eine aktive Rolle kommen und beispielsweise eine gemeinsame Online-Plattform entwickeln, auf der Games aus früheren Tagen mit Emulatoren zugänglich gemacht werden. Hier spräche letztlich auch nichts dagegen, dies mit einem Bezahlmodell zu versehen. Denn wer sich für ältere Spiele interessiert, ist oft durchaus bereit, auf die eine oder andere Weise Nutzungslizenzen zu erwerben - die heutige Situation mit illegalen Kopien, die dann auf Emulatoren laufen, in denen rechtswidrig Hersteller-Codes genutzt werden, ist immerhin meist aus der Not heraus geboren, weil sich niemand sonst um die Dinge kümmert.

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