Forscher entdecken ein bisher als unmöglich angenommenes Mineral

In einem Diamanten schlummert der Beleg dafür, dass die Natur noch immer in der Lage ist, die Wissenschaftler ordentlich zu überraschen. Denn in dem Edelstein fanden sie ein Mineral, das nach den bisherigen Annahmen gar nicht natürlich vorkommen kann. Bei dem fraglichen Mineral handelt es sich um ein Calcium-Silikat-Perowskit. Dieses ist nicht gänzlich unbekannt. Materialforschern ist es bereits gelungen, es im Labor herzustellen - allerdings war dafür eine Umgebung nötig, die den 200.000-fachen Druck der Atmosphäre aufwies. Kaum holte man das Material aus der Hochdruck-Umgebung heraus, zerfiel seine Struktur. Daher nahm man an, dass die Chancen, dieses Material auf der Erde zu finden, nicht gegeben sind.

Die Forscher gehen davon aus, dass das gefundene Mineral in einer Tiefe zwischen 660 und 900 Kilometern unter der Erdoberfläche entstanden ist, wie sie in ihrer Publikation im renommierten Journal Science erklärten. Vorgänge infolge der Plattentektonik haben es dann wohl in Richtung Oberfläche befördert und in den Kohlenstoff-Kristall eingeschlossen.

Edler Tresor

Der Diamant wurde im afrikanischen Botswana gefunden. Die Einschlüsse sorgten hier dafür, dass er erst einmal als nicht besonders rein eingestuft wurde, das Interesse der Wissenschaftler war aber umso größer. Denn die Diamanten mit entsprechenden Verunreinigungen sind oft das einzige Fenster, das Geologen in die Vorgänge tief in der Erdkruste haben. Die Edelsteine entstehen natürlich in Tiefen ab 150 Kilometern, wo ausreichend Druck und Hitze zu finden sind.

Das extrem harte Material sorgt dafür, dass das nun entdeckte Mineral unter hohem Druck eingeschlossen bleiben kann und so seine Struktur erhält. Entsprechend war es natürlich erst einmal nicht möglich, die Einschlüsse zu studieren, indem der Diamant angebohrt und Proben entnommen wurden. Erst einmal wurde die Struktur mit Röntgen-Strahlen analysiert. Erst dann bohrt man mit einem Laser ein Loch in den Edelstein, um den kleinen Teil der Einschlüsse in einem Massenspektrometer analysieren zu können.

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